Tag Archives: symbiotisch

14Jun/11

104 garten-ateliers ebenböck

Die Stadt München hat einen neuen Ort für ein internationales »Artist-in-Residence« Programm: Das Ebenböckhaus in Pasing. Wir schlagen vor, mobile Gartenateliers zu realisieren, um den Gastkünstlerinnen und -künstlern die Arbeit inmitten der Natur des großzügigen parkartigen Gartens zu ermöglichen. Die »Garten-Ateliers Ebenböck«.

Der historische Park des Ebenböckhauses könnte als Plattform für  Modellstudien zukünftiger Projekte im öffentlichen dienen. Für einen Workshop zur Modellbildung könnten die temporären Glashäuser als Werkstatt, Ausstellung- oder Lagerraum dienen, gleichsam als Nucleus  gemeinsam zu entwickelnder Konzepte. Eine Ausweitung der städtebaulichen Struktur in den benachbarten Park (der ehemals auch ein Teil des Ebenböckgartens war) ließe eine erweiterte Öffentlichkeit zu, um die Laborsituation des Parkes erweitern. Die Glashäuser thematisieren die Besonderheit des Ortes, transformieren ihn temporär zu einem Ort der Kunstproduktion und erweitern damit das Spektrum der bereits existierenden Nutzung.

Die Glashäuser könnten vom Gartenbaureferat ausgeliehen sein, oder als »Bausatz« vom Hersteller geliefert werden.
Der Auf- und Abbau könnte durch dieTeilnehmer des Workshops erfolgen. [vgl. auch prj. 006 wochenendhaus]

[luftbild: quelle: google earth]
11Feb/11

094 baugemeinschaft wohnen & atelier

 

 

 

Ort Ackermannbogen München Gemarkung Schwabing
Geschichtlicher Hintergrund
Das bis dahin viehwirtschaftlich genutzte Oberwiesenfeld wurde 1794 einer militärischen Nutzung, unter anderem der eines »Artillerie-Experimentierplatz« zugeführt. Ein Flugefeld (nördlich des Biedersteiner Kanals) ergänzte von 1909 bis zu seinem Umzug 1939 nach Riem die ansässigen Waffengattungen. Der südliche Teil, das heutige Ackermannbogen-Areal, entwickelte sich vom Exerzierplatz zu einem Kasernengelände: Auf dem Bereich unseres WA4 wurde 1931/1932 die »Kradschützen-Kaserne« errichtet und nach 1945 von der US Army als »Indiana Depot« weitergenutzt. 1955 bezog die jüngst gegründete Bundeswehr das dann unter dem Namen »Stetten-Kaserne« firmierende Areal. Pläne der Bundeswehr einer Auflassung diesen Standortes waren Grundlage eines Stadtratsbeschlusses im Jahre 1992 welcher eine städtebauliche Entwicklungsmassnahme für den Ackermannbogen beschloss. Mit der Auflassung von Stetten- (1994) und Waldmannkaserne (1995) durch die Bundeswehr, lobte die Stadt München 1997 einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb für das 385.000 m2 (38,5 ha) umfassende Areal aus. 1. Preis: Vogel [Architektur] Lex-Kerfers [Landschaft] Die Landeshauptstadt München erwarb das Grundstück im Jahre 2004, der bauliche Bestand der Stetten-Kaserne wurde 2006/2007 entfernt.

4. Bauabschnitt Der 4. Bauabschnitt umfasst eine Gesamtfläche von etwa 117.000 m2 mit einem Netto-Bauland von ca. 65.000 m2 und ca. 84.000 m2 Geschossfläche (Wohnen allgemein, Misch-Kerngebiet und Gemeinbedarf). Baugemeinschaften stehen gut ¼ der für Wohnen ausgewiesenen Fläche zur Verfügung. Der südliche Teil des als allgemeines Wohngebiet (WA) ausgeschriebenen Grundstücks WA4 [Flurstück-Nr. 472/521] ist von der Stadt München zu zwei gleichgrossen Teilen für die Bebauung durch Baugemeinschaften ausgeschrieben. Die Baugemeinschaft wohnen & atelier bewirbt sich um das Grundstück WA4 Süd-West.

Ausgangspunkt Hier das »Wohnen«, dort das »Arbeiten«! Was mit der Industrialisierung begann, das räumliche Abspalten und Entrücken der Funktion Wohnen von der Funktion Arbeiten, alsgleich argumentativ mit einem »saubereren« Wohnumfeld bzw. »besseren« Lebensbedingungen abseits des Arbeitsplatzes untermauert, hat zwar eine höhere Produktivität im Sinn, aber eine Mutation des Prinzips Familie sowie eine weitgehenden Aufgabe des Konzeptes von Gemeinschaft zur Folge. Lässt sich auch der resultierende Verlust geeigneten habitats für breite Segmente einer Gesellschaft an Geburtenziffer oder Zufriedenheitsindikatoren ablesen, werden ungebremst intakte oder potente Mischgebiete zu Wohnmonokulturen weiterentwickelt (z.Zt. z.B. das Westend).

Absicht In unserem Stadtbaustein soll, durchaus prototypisch, das traute Heim, als Antipode zur beschriebenen rauhen
Arbeitswelt, von einem sozialen Amalgam dieser scheinbaren Antagonisten abgelöst werden. Ein dezidiert differenziertes Angebot, vom explizit privaten Rückzugsraum abgestuft bis zur Allmend, erlaubt einer formellen (Bau-)Gemeinschaft ein informelles gemeinschaftliches Zusammenleben ein vielschichtiges soziales Umfeld. Die klare, soziale wie räumliche, Verortung des Individuums, in der Familie, in der (Bau-)Gemeinschaft, im Geviert, im Quartier, hat dann auch etwas mit einem (un-nationalistischen) Gefühl für Heimat zu tun und wird vom Gebäude nicht nur zur Stärkung der Identifikation abgebildet.

mit
bumann & schmidt, moderation/qualitätsmanagement
brigitte götschl, kostenplanung im hochbau
gls gemeinschaftsbank eg
cel landscape, freiraumplanung, münchen
lieb obermüller + partner, tragwerksplanung, münchen

mehr informationen unter: baugruppe-süd

[graphik index-bild: ralf bumann, münchen]
15Oct/06

066 vollsortimenter

Von der Kaserne zum urbanen Wohnviertel – so lässt sich die Entwicklung des neuen Stadtquartiers »Am Ackermannbogen« betiteln. In exzellenter Lage ist ein beliebtes Neubaugebiet entstanden, zwischen den prächtigen Hauszeilen Schwabings aus der Gründerzeit und dem weitläufigem Olympiapark.
 Das Stadtquartier ist umgeben und durchzogen von viel Grün und bietet eine sehr hohe Wohnqualität.
500 Arbeitsplätze und 2.200 Wohnungen entstehen für Jung und Alt, Singles und Familien. Verschiedene Wohnformen siedeln sich an, vom Doppel- und Reihenhaus bis zum Geschosswohnungsbau, ob freifinanziert, nach dem München Modell gefördert oder im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus.
Auch Baugemeinschaften und Wohngenossenschaften haben hier Raum erhalten und ihren Traum vom eigenen Haus in der Gruppe verwirklicht. Ein quirliges Viertel entwickelt sich, das nun auch einen »Marktplatz« erhalten wird.
Zur eigenen Nahversorgung soll im vierten Bauabschnitt im Südwesten ein Supermarkt entstehen, umgeben von weiteren Läden und einem Ärztehaus.

Den besonderen Charme des Viertels könnte an dieser Stelle die Ansiedlung von Ateliers zusätzlich befördern: Das ansonsten brach liegende Dach des Supermarkts wird bespielt mit flexiblen Räumen, in denen Künstler, Handwerker und Freiberufler arbeiten und wohnen. Die Werkstätten »umranken« den Supermarkt quasi als aufgesetzte Vitrinen. Passanten erhalten durch Schaufenster Einblick in die Ateliers, Büros und Werkstätten. Begrünte Bereiche auf dem Supermarkt laden die »Dachbewohner« zu Begegnung und Austausch ein. Die vielgestaltige, kleinteilige Nutzung belebt und sichert den neuen Quartiersplatz und die angrenzenden Straßen.
Es entsteht eine Symbiose zwischen der Großstruktur des Supermarktes und den kleinteiligen Wohn- und Arbeitsräumen, die für beide Partner vorteilhaft ist.
[icb]

Integration
Wie lässt sich von der Großstruktur des Einkaufsmarktes, inklusive Parkhaus auf die Wohnstruktur überleiten? Statt einer langen, geschlossenen Ladenfläche legen wir eine kleinteilige Struktur um und über die geschlossene Fassade und auf das Dach des Sortimenters. Die Atelier- und Wohnräume vermitteln strukturell und inhaltlich zwischen dem Vollsortimenter und den umliegenden Wohngebäuden. Die geschlossenen Fassadenflächen und das große Flachdach werden zum »Bauplatz« für Atelier & Wohnen.

Nutzung
Auf dem Dach und an den Fassaden des Sortimenters planen wir kostengünstige Atelierräume von tatsächlicher Benutzbarkeit welche ermöglichen und Wohnen und Arbeiten zu kombinieren: Wohnateliers, Wohnungen, Ateliers, Nieschengeschäfte, private Ladengeschäfte, Ladenwohnungen, Ladenwerkstätten, Kioske, Ladenschulen etc. in Einheiten von 12,5 qm bis 250 qm. Eine sekundäre, transluzente Hülle verschafft den Ateliers zusätzliche, flexible Räume, Innenhöfe, Loggien, Freiflächen mit passivem provence-gleichem geschütztem Zwischenklima.

wohnen & atelier – was ist das?
Ein-, eineinhalb-, zweigeschossige Räume, die durch ihre Höhenentwicklung eine Kombination von atelier & wohnen zulassen, man könnte es auch Wohnatelier nennen.
Aber auch reine Wohnungen, bzw. reine Ateliers können entstehen, optimal ist eine größtmögliche Durchmischung.
20 bis 40 Wohn- und Ateliereinheiten (12.5 bis 250 qm)

Dach & Garten
Die Dachfläche wird ein begrünter, belebter Freiraum und könnte als Werkhof mit halböffentlichem Charakter
vielfältigst nutzbar sei.

Konstruktion & Energie
Industriell vorgefertigtes Holzskelett als Sekundär-konstruktion über/um akkustisch/brandschutztechnisch gekapseltem Stahlbetonkern für Kaufladen, Lieferhof und Tiefgarage.
Transluzente Kollektorfassade
Nichttragendes/flexibles Binnenwand-/installationssystem
Synenergetisches Energiekonzept

baugruppesued.wordpress.com
forum für baugemeinschaften

Merging antagonistic urban modules into symbiotic social typologies by readapting predeterminating planning tools Hybride collective urban modules are generated by transforming restrictive determining frameworks into a requirement-profile-driven amalgamate of functions and users resulting in a social responsible economically, ecologically and aesthetically optimized structure. Our research is resulting in a case-study for a hybrid building concept [supermarket + collective housing + studio/workshop] enabled by an adapted use of the zoning plan as predeterminating planning tool. It is user-based collaboratively devellopped in a selforganizing group with a combined privat/commercial lease/freehold funding concept with subsidized studio- and workshop-spaces fostering with an undoped space for useful unemployment (1).
The benefits of their symbiosis are of social [small scale community], energetic [use of waste heat], aesthetic [use of façade] and environmental [near zero footprint, urban farming] nature. Starting from social/demographic conditions the research stretches to ecologic requirements and economic restrictions, applied on small-scaled sites/objects and their possible reactive transformations into modules for sustainable cities. Our movens is the adaption of planning tools towards an approval of a symbiotic hybridbuilding-concept as new social typology. A submission for the acquisition of a plot has been handed in with the City of Munich recently, awaiting results. (1) [Right to Useful Unemployment, The; Illich, Ivan; 1978; ISBN 978-0714526638]

19Jul/04

051 ateliers trouvés vortrag

münchener architekturwoche, a2, luitpold lounge
Transformationen in Architektur und Design. Verlorene, brachgefallene Orte zu transformieren, neu zu formatieren, zurückzugewinnen, zu finden, war unser vorgetragenes Ziel, Unräume zu beleben, in Ateliers zu verwandeln.
Ein Subthema der zweiten Architekturwoche – günstige Ateliers in München zu schaffen – mit dem Themenschwerpunkt der Luitpold Lounge Transformationen in Architektur und Design zu kreuzen, war unser Auftrag/Anliegen. Verlorene, brachgefallene Orte zu transformieren, neu zu formatieren, zurückzugewinnen, zu finden, war unser vorgetragenes Ziel, Unräume zu beleben, in Ateliers zu verwandeln.
ateliers
Wir legen einen Atelierbegriff zu Grunde, der undeterminierte Räume eröffnet, Räume um tätig zu werden. Ateliers zum Fahrradreparieren, zum Kochen, zum Singen, zum Treffen, Ateliers zum (Re)generieren statt zum Konsumieren, Ateliers die in verlorenen Orten eigene Potenziale uns finden lassen.
a
Ein hermetisch-abweisender Gewerbehof öffnet seinen Erdgeschossbereich mit Ateliers dem öffentlichen Raum entgegen, öffnet sein Kiesflachdach als Subsistenzwirtschafts-Naherholungsgebiet, als Weide für Wildschweine, als Spielplatz für Kleingärtner. Die Interventionen wirken auf das ganze Gebäude, auf das Viertel, auf die ganze Stadt zurück, eine von vielleicht 389 kleinteilig subversiven symbiotischen Transformationen, die eine Auflösung der Stadt im bisherigen Sinne bewirken.

b
Ein sperriges Verkehrsbauwerk, das zugleich Garagenplätze in seinem Inneren beherbergt, als auch Auffahrtsrampe zu einem Park für Fußgänger und Fahrradfahrer ist, wird in ein Atelier umgestaltet: die ehemalige Garage öffnet sich als große Arbeitshalle zu Straße hin. Ein verwaister Bistropavillon wird zum Pauseraum für alle die, die Pause von etwas machen mögen. Schöpferische Pausen. Arbeitspausen. Unterbrechungen, Zwischenspiele, Interventionen in einer vom Wunsch nach Lohnabhängigkeit bestimmten Gesellschaft.
c
et al.

[indexphoto: kathrin schäfer, münchen]

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