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16Dez/07

079 moll-areal neuperlach

Wir haben einen Stadteingang für München, aber auch einen Stadteingang für Neuperlach, dieser Stadt in der Stadt, an der Stadt, geschaffen. Das Thema ist das Thema dieser ganzen sog. Entlastungsstadt. Das Thema ist das Grün, das Thema ist die Landschaft, die einer Welle gleich sich selbst in die Stadt hineinträgt. Und setzen somit, obgleich mit anderen, zeitgemäßen Mitteln, fort was dereinst von den Planern dieser “Stadt im Grünen” begonnen wurde: die Durchlagerung von hoch- und tiefbaulichen Elementen mit üppiger Landschaftsstruktur, nunmehr dreidimensional zerknüpft und vertrennt. Das Grün ist also eine Decke (oder eine Landschaftsdecke), die über Baumarkt und zwischen dem Wohnen hindurch bis zum Bahnhof sich erstreckt Um dort in Form einer platzbildenden urbanen Freitreppe/-rampe hinabzukommen. In die Stadt. An der Stadt.

Bau- und Gartenfachmarkt
Was könnte dem Gartenfachmarkt besseres passieren als einen grünen Pelz zu haben? Hier kann dem werten Kunden anschaulich nahegebracht werden, wie sich auch auf dem eigenen Garagendach ein grandioses Biotop entfalten kann. Flechten, Sukkulenten und andere intensive und exzessive Planzen, künstlicher Natur können dort beheimatet werden.
Und ist es nicht wie bei den Tieren? Daß die größte Artenvielfalt sich inzwischen in den Großstädten ausbreitet. Oder auf Militärgeländen. Und um das ganze auch zu Hause so schön zu haben, werden Folien, Blähton etc. benötigt. Und das kann man gleich Unten erwerben.
Das Wohnen oben auf dem Baumarkt ist Baugruppen vorbehalten. Gut wäre, wenn der Baumarkt auch ein Teil der Baugruppe wäre. Nicht David gegen Goliath, sondern David mit Goliath. Zusammen wären sie unschlagbar. Wie die Nilpferde und die kleinen Vögel. Der Symbiose gehört die Zukunft. Die Natur macht es vor. Hier kann das symbiotische Miteinander von alt und jung, von Frau und Mann, von Kind und Kegel gendermaistreammäßig, ethnisch integriert werden. Ein sozio/kulturelles Testfeld. Wie beim Gen-Weizen.

Büropark Carl-Wery-Straße/Neuperlach Süd
Der Name hält was er verspricht Es wird tatsächlich ein BüroPARK.
Vom Baumarkt bis zum Bahnhof durchgängig öffentlich begehbar, beherbergt das rekreative und -tentive Gründeck als flexibel teilbare Basis in Form eines hochkompakten Volumens, die tieferen 40% der Büroflächen. Der büroüberstandene Aussenraum offeriert eine Mittagspause “zwischen der Arbeit” im Gras und mit Alpenblick oder ein trockenes Sommerfest.

Raus in die Stadt
Wer möchte da WOHNEN?
Menschen, die gerne vorne den Ku’damm haben und hinten die Ostsee. Am abend den FreizeitAcker bearbeiten, die Eier von den Hühnern vom Stadtteilbauernhof einsammeln und morgens in 17 Minuten am Marienplatz, zur Arbeit/zum Einkauen/in die Schule. Öffentlich natürlich. Eh. Denn weniger Autos bekommt man nur, wenn weniger Leute Auto fahren. Drum gibts auch ein spitzenmäßiges Radlparkierhaus: Das 2.000 Euro Fahrrad, sicher & trocken eingestellt, kann dann beruhigt zurückgelassen werden, auch von den Neubibergern, die ihr gutes Stück nicht nur am Wochenende ausfahren wollen. Eine volksgesundheitliche Einrichtung also von einer Anmutung, daß coophimmelblau einpacken hätten können sollten.
Kann ja noch werden…

Alpenblick und Funiculare
Wenn man auf dem Bahnsteig steht sieht man die Berge – klasse!
Das ist es was dem Ort [s]eine Besonderheit gibt. Doch kein Irgendwo! Das Wesen des Ortes [unter anderem] ist es das? Das soll auch so bleiben!

Lärm
Lärm ist gesundheitsschädlich und teuer. Darum stehen die Gebäude der 2. Bauabschnitte sämtlich auf der grünen Wiese, fern ab vom Verkehr. Die Parzellierung des Blockrandes ist kleinteilig, um eine vielfältige Architektursprache entstehen zu lassen. Innen entsteht ein Geflecht mit kleinen Plätzen und grüner Permeabilität. Orte des glücklichen Zufalls ohne KFZ für Spiel, Sport in jedem Alter. Wem das zu klein ist, der hat den freien Weg in das Grün um München vor der Tür.

bauchplan/landschaftsarchitekten
Landschaftswelle Neuperlach Landschaft ist das Thema der Trabantenstadt in Form von Strassenbegleitendem Grün, dem Wohnumfeld und den von der Strasse abgerückten Häusern.
Sie entspricht der Idee der klassischen Moderne im Städtebau.
Neuperlach ist das Münchener Versuchsfeld dieser Idee von Stadt-Trabanten und in seiner Bebauung kann die Entwicklung der jeweiligen Interpretation und Ausprägung dieser Idee abgelesen werden, von Zeilen über Punkte und Grosshöfe bis hin zu den im Westen an das Planungsgebiet anschliessenden Halbhöfe.
Mit der Bebauung an der Carl-Wery Strasse entsteht ein letztes grosses Stück Neuperlach an der politischen Grenze der Stadt. Es nimmt das Grundthema “Landschaft” auf und interpretiert es zu einem weiteren Stadtbaustein als eigenständiges Quartier aber mit Bezügen zu seiner Lage.
Die Landschaftswelle Neuperlach etabliert den Ort als Stadteingang, Arbeits- und Lebenswelt.
Funktionen wie Parken, Kaufen oder Liefern werden zusammengebunden unter der Idee des Ortes indem die landschaftliche Fuge, die München mit seinen Nachbarn verbindet, als Wohn und Arbeitsgrün in das neu Quartier hineingezogen wird. Verkehrsfreie Bewegungen werden so bis über die Stadtgrenze hinaus weitergeführt. Wohnen und Arbeiten finden nicht nur an, sondern in der Landschaft statt.

Auftraggeberin
Moll Areal GmbH & CoKG
Gutachterverfahren Carl-Wery-Straße, München – Neuperlach

mit
bauchplan landschaftsarchitektur und urbanismus, münchen

modellphoto
monika ribbe photodesign, bad aibling

15Okt/06

066 vollsortimenter

Von der Kaserne zum urbanen Wohnviertel – so lässt sich die Entwicklung des neuen Stadtquartiers »Am Ackermannbogen« betiteln. In exzellenter Lage ist ein beliebtes Neubaugebiet entstanden, zwischen den prächtigen Hauszeilen Schwabings aus der Gründerzeit und dem weitläufigem Olympiapark.
 Das Stadtquartier ist umgeben und durchzogen von viel Grün und bietet eine sehr hohe Wohnqualität.
500 Arbeitsplätze und 2.200 Wohnungen entstehen für Jung und Alt, Singles und Familien. Verschiedene Wohnformen siedeln sich an, vom Doppel- und Reihenhaus bis zum Geschosswohnungsbau, ob freifinanziert, nach dem München Modell gefördert oder im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus.
Auch Baugemeinschaften und Wohngenossenschaften haben hier Raum erhalten und ihren Traum vom eigenen Haus in der Gruppe verwirklicht. Ein quirliges Viertel entwickelt sich, das nun auch einen »Marktplatz« erhalten wird.
Zur eigenen Nahversorgung soll im vierten Bauabschnitt im Südwesten ein Supermarkt entstehen, umgeben von weiteren Läden und einem Ärztehaus.

Den besonderen Charme des Viertels könnte an dieser Stelle die Ansiedlung von Ateliers zusätzlich befördern: Das ansonsten brach liegende Dach des Supermarkts wird bespielt mit flexiblen Räumen, in denen Künstler, Handwerker und Freiberufler arbeiten und wohnen. Die Werkstätten »umranken« den Supermarkt quasi als aufgesetzte Vitrinen. Passanten erhalten durch Schaufenster Einblick in die Ateliers, Büros und Werkstätten. Begrünte Bereiche auf dem Supermarkt laden die »Dachbewohner« zu Begegnung und Austausch ein. Die vielgestaltige, kleinteilige Nutzung belebt und sichert den neuen Quartiersplatz und die angrenzenden Straßen.
Es entsteht eine Symbiose zwischen der Großstruktur des Supermarktes und den kleinteiligen Wohn- und Arbeitsräumen, die für beide Partner vorteilhaft ist.
[icb]

Integration
Wie lässt sich von der Großstruktur des Einkaufsmarktes, inklusive Parkhaus auf die Wohnstruktur überleiten? Statt einer langen, geschlossenen Ladenfläche legen wir eine kleinteilige Struktur um und über die geschlossene Fassade und auf das Dach des Sortimenters. Die Atelier- und Wohnräume vermitteln strukturell und inhaltlich zwischen dem Vollsortimenter und den umliegenden Wohngebäuden. Die geschlossenen Fassadenflächen und das große Flachdach werden zum »Bauplatz« für Atelier & Wohnen.

Nutzung
Auf dem Dach und an den Fassaden des Sortimenters planen wir kostengünstige Atelierräume von tatsächlicher Benutzbarkeit welche ermöglichen und Wohnen und Arbeiten zu kombinieren: Wohnateliers, Wohnungen, Ateliers, Nieschengeschäfte, private Ladengeschäfte, Ladenwohnungen, Ladenwerkstätten, Kioske, Ladenschulen etc. in Einheiten von 12,5 qm bis 250 qm. Eine sekundäre, transluzente Hülle verschafft den Ateliers zusätzliche, flexible Räume, Innenhöfe, Loggien, Freiflächen mit passivem provence-gleichem geschütztem Zwischenklima.

wohnen & atelier – was ist das?
Ein-, eineinhalb-, zweigeschossige Räume, die durch ihre Höhenentwicklung eine Kombination von atelier & wohnen zulassen, man könnte es auch Wohnatelier nennen.
Aber auch reine Wohnungen, bzw. reine Ateliers können entstehen, optimal ist eine größtmögliche Durchmischung.
20 bis 40 Wohn- und Ateliereinheiten (12.5 bis 250 qm)

Dach & Garten
Die Dachfläche wird ein begrünter, belebter Freiraum und könnte als Werkhof mit halböffentlichem Charakter
vielfältigst nutzbar sei.

Konstruktion & Energie
Industriell vorgefertigtes Holzskelett als Sekundär-konstruktion über/um akkustisch/brandschutztechnisch gekapseltem Stahlbetonkern für Kaufladen, Lieferhof und Tiefgarage.
Transluzente Kollektorfassade
Nichttragendes/flexibles Binnenwand-/installationssystem
Synenergetisches Energiekonzept

baugruppesued.wordpress.com
forum für baugemeinschaften

Merging antagonistic urban modules into symbiotic social typologies by readapting predeterminating planning tools Hybride collective urban modules are generated by transforming restrictive determining frameworks into a requirement-profile-driven amalgamate of functions and users resulting in a social responsible economically, ecologically and aesthetically optimized structure. Our research is resulting in a case-study for a hybrid building concept [supermarket + collective housing + studio/workshop] enabled by an adapted use of the zoning plan as predeterminating planning tool. It is user-based collaboratively devellopped in a selforganizing group with a combined privat/commercial lease/freehold funding concept with subsidized studio- and workshop-spaces fostering with an undoped space for useful unemployment (1).
The benefits of their symbiosis are of social [small scale community], energetic [use of waste heat], aesthetic [use of façade] and environmental [near zero footprint, urban farming] nature. Starting from social/demographic conditions the research stretches to ecologic requirements and economic restrictions, applied on small-scaled sites/objects and their possible reactive transformations into modules for sustainable cities. Our movens is the adaption of planning tools towards an approval of a symbiotic hybridbuilding-concept as new social typology. A submission for the acquisition of a plot has been handed in with the City of Munich recently, awaiting results. (1) [Right to Useful Unemployment, The; Illich, Ivan; 1978; ISBN 978-0714526638]