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18Jun/07

076 museum saarbrücken

Zeichen zur Stadt
Der Neubau der Galerie der Gegenwart setzt zur Stadt hin ein deutlich sichtbares Zeichen.

In Platzierung, Höhe und Fassadengestalt ist das Gebäude ein städtebauliches und architektonisches Signal, das weit in Stadt- und Flußraum ausstrahlt. Eine großzügige städtische baumüberstandene Platz-Spange südlich der Bismarckstraße begleitet und erschließt Saarbrückens „Kulturparade“ um die neue Galerie. Das Saarlandmuseum mit seiner bestehenden Galerie der Moderne erhält mit der Galerie der Gegenwart einen Kopfbau von übergeordneter Bedeutung.

Plätze und Grünraum
Vor dem Neubau der Galerie der Gegenwart eröffnet sich die baumüberstandene Platz-Spange, die die Bismarckstraße südlich begleitet, zum Straßenraum und zum gegenüberliegenden Platz. Sie wird dort zum der Museumsplatz, dem Präsentierteller des neuen Ensembles. In diesem Bereich darf an der Bismarckstraße nicht geparkt werden, dafür wird weiterhin Raum für oberirdische Stellplätze östlich und westlich davon angeboten, sowie die straßenseitigen Längsparker außerhalb des Museumsplatzes. Das Motiv für den Museumsgarten, der sich der Spange südlich anschließt, leitet sich vom Fluss und seinen regelmäßigen Überschwemmungen ab. Das Gelände wird zu Flutmulden modelliert, in der Bäume erhaben auf „Inseln“ am längsten trocken stehen. Die Flussdynamik ist auch bei normalem Wasserstandspegel über die Modellierung ablesbar und bietet einen interessanten Raum für eine atmosphärische Ausstellung von Kunstwerken im Freiraum.

Erschließung des Flussraumes
Die Galerie der Gegenwart und der neugeordete öffentliche Raum im Umfeld der Musikhochschule eröffnet den Flußraum und läßt dieses ungeheure Potential bis zur Bismarckstraße fließen. Wesentliche räumliche und funktionelle Bezugspunkte werden über den Belag verdeutlicht und rhythmisieren ihn – Querstrukturen leiten zu Eingängen, zum Flussufer und zum gegenüberliegenden Stadtplatz.

Kiste in die Luft gehoben
Eine Kiste mit den wertvollen Schätzen darinnen, herausgehoben aus den Gefahren des Hochwassers.

In dem hochgehobenen Baukörper befinden sich die Ausstellungräume, das Depot und die Werkstätten. Das Ergeschoß ist durchlässig, transparent und die Fortsetzung des öffentlichen Raumes. Sowohl Menschen als auch Saarwasser kann das Gebäude durchfließen. Der Entwurf schafft eine gleichwertige Zugangssituation der Galerie der Moderen und der Galerie der Gegenwart auf der Achse des bestehenden Lichthofes/Atriums.

Alt und Neu: Symbiotisches Miteinander
Das neue Haus wird sowohl seiner Rolle als dienendes Gebäude für die bestehende Galerie der Moderne, als auch seinem Charakter als neue Galerie der Gegenwart gerecht. Lage, Ausichtung  und Kubatur des Neubaus begleiten den Bestand auf eine natürliche Weise. Richtungen, Achsen und Raumkörper des Bestandes finden sich im neuen Gebäude wieder, Ein Ensemble ist enstanden, das neue Blicke, Beziehungen  und Perspektiven freigibt. Das neue Saarlandmuseum öffnet sich durch den Neubau zur Stadt hin.

Fassade
muß  etwas prozeßhaftes baustellenartiges haben.


Bühne, Gerüst, Projektionsfläche von innen und außen, thermisch technischer Bewuchs läßt eine gestaltende Funktionalität entstehen, die Design überflüssig macht. Eine vertikale Plattform für Kunst und Alltag innen wird außen und außen wird innen. Die Auflösung des Privaten und des Öffentlichen, die Durchmischung ist möglich an/in/durch diese Hülle, die keine Hülle  mehr ist, sondern aus Bewegung und Durchlässigkeit besteht. Poren, transfer, exchange, export, import, transpiration.  no design

Wirtschaftlichkeit
Kein kostspieliges Unterschoss, keine kostspielige Sicherheitsteechnik, sondern “konstruktiver Kunstschutz”. Die Belange des Auslobers sind entwurflich berücksichtigt. Es muß keiner aufwändigen Technik vertraut werden. Unser integriertes Ausstellungskonzept (räumliche Nähe von Ausstellung, Depot und Werkstätten) ermöglicht ein zeitgemäßes, wirtschaftliches und  flexibles Ausstellungsmanagement. Durch die kompakte Anordnung der Funktionsbereiche der Ausstellung ist die Klimatisierung minimalisiert. Keine Schleusen etc;  Eingang, Anlieferung etc findet, gut betreubar, an der Hauptfront statt;

Treppe als Raum und Funktionsskulptur

Die Galerie der Gegewart: Leuchtturm/Flagship/Zeichen

 

[Galerie der Gegenwart Saarbrücken, offener Internationaler Realisierungswettbewerb, 1. Phase 06/2007]
01Sep/01

033 august-horch-museum

ein museum über geschwindigkeit. geschichten vom wind, vom asphalt. geschichten über physikalische und geselllschaftliche rahmenbedingungen über veränderung, bewegung in raum und zeit.

horch! den wind! horch! die maschine, das kraftfahrzeug als die sinne schärfendes auditorium

weisser und blauer kragen, operation todd und 4-jahres-plan, wurzelholz und plaste, gegensätze welche eher kontinuität und entwicklung denn bruch bedeuten.

ein kindergarten bezog im sozialistischen deutschland die vormalige fabrikantenvilla, besetzte dessen garten. ein schönes bild, lässt sich diese entwicklungsstätte des automobils gleichsam als dessen kindergarten sehen.

die walter-rathenau-strasse verlässt, kommt man aus zwickau, in höhe kurt-eisener-strasse die sie bis dorthin begleitende wohnbebauung. sie nimmt jedoch, an ihrer westlichen seite noch einige wohnbauten, villen, mit, erst die zweite reihe ist industriegebäuden gewidmet. dieses überschieben der funktionsschichten, das nebeneinander bzw hintereinander von gasometer, villa, park und industriehalle spricht von repräsentation, von kleinräumlicher verzahnung, lässt den industriellen bei der industrie. um die gegensätze und zusammenhänge lesbar zu machen, sind die trennenden verbindungsbauten zu entfernen, die zu ergänzenden bauvolumen auf die zweite reihe zu beschränken. die villa zur einen, werkhalle und neubau zur anderen seite, dazwischen, den industriellengarten referenzierend ein contemporärer garten.

gleich dem garten sind die gebäude, beispielhaft die werkshalle, zu klären, zu befreien, rückzuführen auf das was sie sind, auf wenig mehr als die abstrakte idee ihrer selbst.

zwei ungleiche bauliche hüllen sind hinzugestellt. sie assistieren dem bestand, klären und stärken ihn, treten mit ihm in dialog, sind auffällig und unscheinbar, andersartig, einladend, neubegierend.

gebaute bewegung der eine. transluzent, hell, offen, eingang und verteiler, bewegung im wind. bewegung im raum. bewegung in zeit. zweitakt- oder viertaktzyklus. das erfahren von zeit als geschichtsunterricht, das durchmessen des raums als emotionales erlebnis.

der andere: trésor, dunkel, geheimnisvoll. schrein und werkstatt, setzkasten von ermüdeten und wie neu erstrahlenden objects de plaisir.

2.og

1.og

eg

ug

ansicht, schnitte

von einer kleinen wassergebundenen fläche, zwischen villa und pförtnerhäuschen, bringt dich eine metallerne rampe auf die den garten partiell überlagernde ausstellungsterrasse. asphaltiert, schwarz, inhaltlich dotiert und doch neutral, erlaubt sie den übertritt vom garten in die welt der arbeit, vielleicht steht hier schon ein automobil, zwischen gläsernen mittelstreifen. drehtüren, 2-zylinder, 4-takt, versprechen zutritt zu einer offensichtlich an die werkhalle angestellten bald immateriell leichten transluzenten hülle. realer oder inhaltlicher einstieg? eingestellt, kasse und information, vorbei: ganz verkehrsfläche, nein, verkehrsraum: horizontale und vertikale bewegungen, das gläserne dach schwingt sich erst als wand, dann als fussboden in die tiefe, das asphltdeck welches dich begleitete bis unters diaphane dach windet sich um sich selbst und nach unten, saugt dich mit, auf einem seiner wege den raum und damit die zeit zu durchmesssen. als oberlichtbänder erkennst du unten angekommen die mittelstreifen der terrasse, eine grosse stützenfreie halle, der sich mal ein mehrzweckraum, mal eine wechselausstellung, auch beides, bemächtigen. der multifunktionsraum erweitert den raum, nimmt am erlebbaren volumen teil, läd zu kurzzeitigem verweilen bei einer videoprojection vielleicht, ein. vier stufen höher, über zahllose wahlfreie treppen zu erreichen gelangst du in den abgesenkten ehem. keller der werkhalle.

eine der rampen schleudert dich wieder nach oben, leicht überhoÅNht zum glück, das es dich aus der bahn nicht trägt, direkt in die alte werkshalle. wahnsinnig gross & klar, nackte konstruktion, reine tragstruktur, voller preziosen der automobilgeschichte.

alles gesehen, viel gelernt, erregt noch. die villa, gesellschaftliches zentrum seinerzeit wie heute, betrittst du, den asphalt über einen schlanken steg verlassend. separée, salon und bar, dessommers auch der cafégarten laden, die historische funktion fortführend, gäste der horch werke zwickau zu tisch, während der arbeitszeiten aber auch danach.

wissenshungrig? das kontorgebäude, das lager der fabrik. lager für automobile und von teilen derer. und lager für wissen. einem optimierten produktionsablaufes gleich sind hier alle bereiche der bibliothek niveaugleich angeordnet, die nähe zu verwaltung und restauratoren sichert höchstmöglichen nutzen zu.. das archiv ist eingestellt, das ganze oberbelichtet. bei difficilen fragen kann der, im zimmer des prokuristen, nebenansitzende museumsdirektor konsultiert werden.

draussen wieder, vorm kontorgebäude, ein letztes sammeln oder ausruhen. die sitzrampe, vom asphalt in den gleisschotter, referenziert die transportlogistik der operativen jahre, ist heute nicht nur der belegschaft brotzeittisch, ruhebank.

auf bsh rahmen bildet ein mehrlagiges, kieselsaÅNuregefülltes fluorpolymer die dachkonstruktion des stromlinienkörpers ab.

das kiesgedeckte regenwasserretentionsbecken wird neben dem einsatz als brauchwasser auch zur kühlung der gebauten volumina herangezogen: der tagsüber über einen wärmetauscher erwärmte speicherinhalt wird desnachts im überstroÅNmen das polymerdachs einer adiabatischen kühlung unterzogen.

wettbewerb; 09/2001
landschaft: keller & kern, münchen
modell: frieder grüne, wolfratshausen
photo: monika ribbe photodesign, bad aibling

18Feb/96

000 architekturmuseum augsburg


für die erweiterung des schwäbischen architekturmuseums/augsburg waren ausstellungs- und lagerräume, zzgl einiger nebenräume gefordert. als weitgehend vorfabrizierrter aufgeständerter leichtbau vermeidet der entwurf weitestmöglich eingriffe für den bald 100 jahre alten obstgarten. die durchwegung vom altbau bis zur externen erschliessung erfolgt über einen steg, die rote lkw-planen-bespannte box enthält auf eingangslevel rezeption, verkauf & wc, die lagerflächen sind darunter befindlich. das ovalige strangprofil beinhaltet den ausstellungsraum.

schalenelemente honeycombsandwich aus nomex (weiss), aussenseitig transparent, innenseitig transluzent laminiert, direkte sonneneinstrahlung wird ausgeblendet winglets schwenkbarer sonnen- und blendschutz aus transluzentem abstandsgewebe, im geschlossenen zustand als zusätzliche wärmedämmung verglasung isolierverglaste schiebeelemente versorgungssteg energie- & wasseranschluss an bestand. verbindungssteg. gitterrrost aluminium quellüftung im ausstellungsbetrieb thermischer, im vortragsbetrieb mechanisch unterstützter betrieb mit zuschaltbarer heizung doppelboden mit unterschiedlicher belegung: a regenwassersack (hls) b stuhllager (zusammengeklappt) faltbare stellwände etc.; bsh tafeln auf bsh trägern hängebauch honeycombsandwich-schale, aufklappbar regenwasserspeicher stabilisierung des raumklimas, z.b. abkühlung der thermisch eingesaugten luft unter ausnutzung der nachtabkühlung. wahlweise mit innen-/aussenraum zusammenschaltbar. spülung wc. schilfbecken pflanzliche reinigung des brauchwassers, rückführung in den wasserkreislauf als sickerwasser.

architecture-museum augsburg, competition the extension of the swabian architecture museum, exhibition- and storage-spaces, are constructed as an low-invasive prefabricated system. translucent pneumatic membrane. water-beds as thermal storage in underbelly. natural ventilation. adjustable to climatic day/night, and summer/winter situations as well as exhibition requirements.

the design was aquired by the museum as part of its permanent collection.
der beitrag wurde in die ständige sammlung des museums als dauerleihgabe aufgenommen.