Tag Archives: ackermannbogen

14Jul/11

110 wb vollsortimenter ackermannbogen

2.preis im Realisierungswettbewerb Neubau Wohnbebauung, Supermarkt, Gaststätte und Garage; WA1 und WA2 am Ackermannbogen in München: m8 Architekten mit Martina Günther: »grüne mitte ackermannbogen«

das preisgericht schreibt dazu: Das Konzept überzeugt in seiner Interpretation des Bebauungsplanes mit der durchgehenden Erdgeschosszone im Bereich des Supermarktes/Garage und schafft damit klar gegliederte, großzügige Freiräume. Das bauliche Gesamtkonzept ist aufeinander bezogen und schafft damit eine gute Grundlage für ein intaktes Gemeinschaftsleben der Bewohner. Der 6-geschossige Südflügel bietet einen klaren Hintergrund für den Quartiersplatz und mit einer Verschränkung zum Ostriegel gleichzeitig ein städtebauliches Gegengewicht zum gegenüberliegenden Hochhaus. Die Westseite des Supermarktes/Garagen ist ansprechend mittels eines „Umleimers“ mit Atelierwohnungen gelöst und schafft damit der zukünftigen Nachbarbebauung im Westen ein ansprechend gestaltetes Gegenüber. Problematisch hingegen erscheint die Ausgestaltung der Parkgarage innerhalb des Wohnquartiers als geschlossene Front gegenüber der östlichen Wohnbebauung Die Freiflächengestaltung überzeugt sowohl in der Ausgestaltung der Vorgartenzone des Ostriegels wie auch mit der Gestaltung der Freiflache auf dem Supermarkt. Besonders gut gelungen sind die Lösungen der Feuerwehrzufahrten mittels Zuwegungen zum Treppenhaus anstelle parallel zum Gebäude verlaufender Feuerwehrzufahrten üblicher Art. Überzeugend ist der Versuch, das Grüne Tableau mittels Nutzungen wie dem Bewohnertreff zu beleben und einen Mittelpunkt für Anwohner zu schaffen. Fraglich bleibt jedoch, ob nicht eine Öffnung zum Quartiersplatz und damit zum gesamten Stadtquartier die richtige Antwort wäre. Den EG-Wohnungen fehlt im Übergang zum öffentlichen und halböffentlichen Raum ein angemessener Übergang. Müll ist im EG nicht angeboten. Durch die Belebung der Westfassade mit Atelierwohnung entstehen hier angemessene Raumabfolgen. Die Grundrisse sind nahezu durchweg gut gelöst, bieten interessante Aspekte bezüglich der Zonierung und Aufteilung der Räume. Die Erschließung ist effizient mit kurzen wettergeschützten Laubengängen und innenliegenden Treppenhäusern gelöst, die durchgängig drei bis vier Wohnungen erschließen. Die Balkone bieten eine optimale Aufenthaltsqualität, sind allerdings im geförderten Wohnungsbau hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit in ihrem Flächenangebot überzogen Energetisch gesehen erfüllt der Entwurf die Kriterien deutlich, übertrifft sie sogar. Auch die Fassadengestaltung in Holzständerbauweise mit Holzverschalung ist dazu ein konsequenter Beitrag. Die Wohnfläche zur Geschossfläche steht in einem sehr guten Verhältnis. Supermarkt und angrenzende Garage sind gut gelöst, besonders hinsichtlich kleinteiliger Einheiten wie Bäckerei am Durchgang gegenüber der Gastronomie und dem Quartiersplatz. Problematisch zu sehen ist die Anlieferung der Gastronomie ausschließlich über die Tiefgarage.

11Feb/11

094 baugemeinschaft wohnen & atelier

 

 

 

Ort Ackermannbogen München Gemarkung Schwabing
Geschichtlicher Hintergrund
Das bis dahin viehwirtschaftlich genutzte Oberwiesenfeld wurde 1794 einer militärischen Nutzung, unter anderem der eines »Artillerie-Experimentierplatz« zugeführt. Ein Flugefeld (nördlich des Biedersteiner Kanals) ergänzte von 1909 bis zu seinem Umzug 1939 nach Riem die ansässigen Waffengattungen. Der südliche Teil, das heutige Ackermannbogen-Areal, entwickelte sich vom Exerzierplatz zu einem Kasernengelände: Auf dem Bereich unseres WA4 wurde 1931/1932 die »Kradschützen-Kaserne« errichtet und nach 1945 von der US Army als »Indiana Depot« weitergenutzt. 1955 bezog die jüngst gegründete Bundeswehr das dann unter dem Namen »Stetten-Kaserne« firmierende Areal. Pläne der Bundeswehr einer Auflassung diesen Standortes waren Grundlage eines Stadtratsbeschlusses im Jahre 1992 welcher eine städtebauliche Entwicklungsmassnahme für den Ackermannbogen beschloss. Mit der Auflassung von Stetten- (1994) und Waldmannkaserne (1995) durch die Bundeswehr, lobte die Stadt München 1997 einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb für das 385.000 m2 (38,5 ha) umfassende Areal aus. 1. Preis: Vogel [Architektur] Lex-Kerfers [Landschaft] Die Landeshauptstadt München erwarb das Grundstück im Jahre 2004, der bauliche Bestand der Stetten-Kaserne wurde 2006/2007 entfernt.

4. Bauabschnitt Der 4. Bauabschnitt umfasst eine Gesamtfläche von etwa 117.000 m2 mit einem Netto-Bauland von ca. 65.000 m2 und ca. 84.000 m2 Geschossfläche (Wohnen allgemein, Misch-Kerngebiet und Gemeinbedarf). Baugemeinschaften stehen gut ¼ der für Wohnen ausgewiesenen Fläche zur Verfügung. Der südliche Teil des als allgemeines Wohngebiet (WA) ausgeschriebenen Grundstücks WA4 [Flurstück-Nr. 472/521] ist von der Stadt München zu zwei gleichgrossen Teilen für die Bebauung durch Baugemeinschaften ausgeschrieben. Die Baugemeinschaft wohnen & atelier bewirbt sich um das Grundstück WA4 Süd-West.

Ausgangspunkt Hier das »Wohnen«, dort das »Arbeiten«! Was mit der Industrialisierung begann, das räumliche Abspalten und Entrücken der Funktion Wohnen von der Funktion Arbeiten, alsgleich argumentativ mit einem »saubereren« Wohnumfeld bzw. »besseren« Lebensbedingungen abseits des Arbeitsplatzes untermauert, hat zwar eine höhere Produktivität im Sinn, aber eine Mutation des Prinzips Familie sowie eine weitgehenden Aufgabe des Konzeptes von Gemeinschaft zur Folge. Lässt sich auch der resultierende Verlust geeigneten habitats für breite Segmente einer Gesellschaft an Geburtenziffer oder Zufriedenheitsindikatoren ablesen, werden ungebremst intakte oder potente Mischgebiete zu Wohnmonokulturen weiterentwickelt (z.Zt. z.B. das Westend).

Absicht In unserem Stadtbaustein soll, durchaus prototypisch, das traute Heim, als Antipode zur beschriebenen rauhen
Arbeitswelt, von einem sozialen Amalgam dieser scheinbaren Antagonisten abgelöst werden. Ein dezidiert differenziertes Angebot, vom explizit privaten Rückzugsraum abgestuft bis zur Allmend, erlaubt einer formellen (Bau-)Gemeinschaft ein informelles gemeinschaftliches Zusammenleben ein vielschichtiges soziales Umfeld. Die klare, soziale wie räumliche, Verortung des Individuums, in der Familie, in der (Bau-)Gemeinschaft, im Geviert, im Quartier, hat dann auch etwas mit einem (un-nationalistischen) Gefühl für Heimat zu tun und wird vom Gebäude nicht nur zur Stärkung der Identifikation abgebildet.

mit
bumann & schmidt, moderation/qualitätsmanagement
brigitte götschl, kostenplanung im hochbau
gls gemeinschaftsbank eg
cel landscape, freiraumplanung, münchen
lieb obermüller + partner, tragwerksplanung, münchen

mehr informationen unter: baugruppe-süd

[graphik index-bild: ralf bumann, münchen]
01Jun/00

018 fußgängerbrücke ackermannbogen

in der glücklichen lage bereits mehr als ausreichende mengen diesen metalls zu tage gebracht zu haben, können wir uns nunmehr erlauben, diesen werkstoff mit einem energieaufwand von 5% der für seine erstmalige herstellung benötigten energie umzuformen, seine vorzüge hinsichtlich gewicht, bearbeitbarkeit, zugfestigkeit und nicht zuletzt vollständiger wiederverwertbarkeit uns zur freude gereichen zu lassen.

je 2 eingespannte, sich gabelnde hohlprofile aus stahlguss bilden, mit 50mm weich-pu beschichtet, die unterkonstruktion für die aluminiumhalbschalen… das von der brücke aufgefangene regenwasser wird der von ihr bedachten grünfläche via oberflächenversickerung (DN100 in abgestufter körnung) wieder zugeführt.

die bedachte rasenfläche wird durch mit dem jahr mitwachsenden zurückfrierenden inseln aus reynoutria japonica zurückhaltend ergänzt. die brückensteigung pendelt vorschriftsgemäss nach 10m von 6% auf 3%, nach weiteren 2m wieder auf 6% zurück. es wird eine lichte durchfahrtshöhe von 452cm (aussen) bis 474cm (strassenmitte) erreicht. die zugfestigkeit von aluminiumlegierungen entspricht (bei erheblich niedrgerem gewicht) der von stahl. den statischen kalkulationen liegen die (ungünstigeren) materialkennziffern  des schweren bruders zu grunde.

[mit keller & kern (landschaft) gatterer (tragwerk) klingseisen (barrierefreiheit)]

footbridge [with keller & kern (landscape) gatterer (structure) klingseisen (unencumbered access)] munich, competition

5 seperate small bridges on two clamped supports, each spanning 25 m and cantilivering 5 m. monocoquealuminium-half shell construction; ribs at 100 cm centres are wrapped into 8-12 mm aluminium. on a subconstruction of 2 fixed, gabling hollow sections in cast steel coated in 50mm soft polyurethane.