076 museum saarbrücken

Zeichen zur Stadt
Der Neubau der Galerie der Gegenwart setzt zur Stadt hin ein deutlich sichtbares Zeichen.

In Platzierung, Höhe und Fassadengestalt ist das Gebäude ein städtebauliches und architektonisches Signal, das weit in Stadt- und Flußraum ausstrahlt. Eine großzügige städtische baumüberstandene Platz-Spange südlich der Bismarckstraße begleitet und erschließt Saarbrückens „Kulturparade“ um die neue Galerie. Das Saarlandmuseum mit seiner bestehenden Galerie der Moderne erhält mit der Galerie der Gegenwart einen Kopfbau von übergeordneter Bedeutung.

Plätze und Grünraum
Vor dem Neubau der Galerie der Gegenwart eröffnet sich die baumüberstandene Platz-Spange, die die Bismarckstraße südlich begleitet, zum Straßenraum und zum gegenüberliegenden Platz. Sie wird dort zum der Museumsplatz, dem Präsentierteller des neuen Ensembles. In diesem Bereich darf an der Bismarckstraße nicht geparkt werden, dafür wird weiterhin Raum für oberirdische Stellplätze östlich und westlich davon angeboten, sowie die straßenseitigen Längsparker außerhalb des Museumsplatzes. Das Motiv für den Museumsgarten, der sich der Spange südlich anschließt, leitet sich vom Fluss und seinen regelmäßigen Überschwemmungen ab. Das Gelände wird zu Flutmulden modelliert, in der Bäume erhaben auf „Inseln“ am längsten trocken stehen. Die Flussdynamik ist auch bei normalem Wasserstandspegel über die Modellierung ablesbar und bietet einen interessanten Raum für eine atmosphärische Ausstellung von Kunstwerken im Freiraum.

Erschließung des Flussraumes
Die Galerie der Gegenwart und der neugeordete öffentliche Raum im Umfeld der Musikhochschule eröffnet den Flußraum und läßt dieses ungeheure Potential bis zur Bismarckstraße fließen. Wesentliche räumliche und funktionelle Bezugspunkte werden über den Belag verdeutlicht und rhythmisieren ihn – Querstrukturen leiten zu Eingängen, zum Flussufer und zum gegenüberliegenden Stadtplatz.

Kiste in die Luft gehoben
Eine Kiste mit den wertvollen Schätzen darinnen, herausgehoben aus den Gefahren des Hochwassers.

In dem hochgehobenen Baukörper befinden sich die Ausstellungräume, das Depot und die Werkstätten. Das Ergeschoß ist durchlässig, transparent und die Fortsetzung des öffentlichen Raumes. Sowohl Menschen als auch Saarwasser kann das Gebäude durchfließen. Der Entwurf schafft eine gleichwertige Zugangssituation der Galerie der Moderen und der Galerie der Gegenwart auf der Achse des bestehenden Lichthofes/Atriums.

Alt und Neu: Symbiotisches Miteinander
Das neue Haus wird sowohl seiner Rolle als dienendes Gebäude für die bestehende Galerie der Moderne, als auch seinem Charakter als neue Galerie der Gegenwart gerecht. Lage, Ausichtung  und Kubatur des Neubaus begleiten den Bestand auf eine natürliche Weise. Richtungen, Achsen und Raumkörper des Bestandes finden sich im neuen Gebäude wieder, Ein Ensemble ist enstanden, das neue Blicke, Beziehungen  und Perspektiven freigibt. Das neue Saarlandmuseum öffnet sich durch den Neubau zur Stadt hin.

Fassade
muß  etwas prozeßhaftes baustellenartiges haben.


Bühne, Gerüst, Projektionsfläche von innen und außen, thermisch technischer Bewuchs läßt eine gestaltende Funktionalität entstehen, die Design überflüssig macht. Eine vertikale Plattform für Kunst und Alltag innen wird außen und außen wird innen. Die Auflösung des Privaten und des Öffentlichen, die Durchmischung ist möglich an/in/durch diese Hülle, die keine Hülle  mehr ist, sondern aus Bewegung und Durchlässigkeit besteht. Poren, transfer, exchange, export, import, transpiration.  no design

Wirtschaftlichkeit
Kein kostspieliges Unterschoss, keine kostspielige Sicherheitsteechnik, sondern “konstruktiver Kunstschutz”. Die Belange des Auslobers sind entwurflich berücksichtigt. Es muß keiner aufwändigen Technik vertraut werden. Unser integriertes Ausstellungskonzept (räumliche Nähe von Ausstellung, Depot und Werkstätten) ermöglicht ein zeitgemäßes, wirtschaftliches und  flexibles Ausstellungsmanagement. Durch die kompakte Anordnung der Funktionsbereiche der Ausstellung ist die Klimatisierung minimalisiert. Keine Schleusen etc;  Eingang, Anlieferung etc findet, gut betreubar, an der Hauptfront statt;

Treppe als Raum und Funktionsskulptur

Die Galerie der Gegewart: Leuchtturm/Flagship/Zeichen

 

[Galerie der Gegenwart Saarbrücken, offener Internationaler Realisierungswettbewerb, 1. Phase 06/2007]

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