Tag Archives: bauen im bestand

11Jun/02

038 bürgerhaus regensburg

a_die bank ist eine bank.
ihre mitnichten unerfreulich proportionierte massigkeit ist strassenraumprägend.
ihre bausubstanz muss weitestmöglich erhalten bleiben.

b_die öffnung zum minoritenweg hin würde dem bürgerbüro keinen städtebaulich legitimierbaren, nicht mal einen hlabwegs angemessenen vorbereich gewähren. das bürgerbüro öffnet sich ins quartier hinein, hindurch.

c_das bürgerbüro ist öffentlicher durchgang, ein öffentliches stück regensburg. offen, durchlässig.
der anbau öffnet dann auch den bestand, öffnet damit auch einen teil stadt, ihren bürgerinnen und bürgern.

d_die front der frontoffices ist konkav. die bürgerin, der bürger ist umzingelt von der front. blichkontakt, für die nervösen, nicht auf ihre wartenummer vertrauenden, zu jeder dame, jedem herrn hinterm schalter. alternativ aber auch in mehrstufiger nuancierung hierzu wartemöglichkeiten für die ruhigeren, im die front umgebenden volumen.
bei klaviermusik und kindergeschrei, jedem das seine.

e_die knappen volumina von bürofluren, von minimierten entrées zusammenfassen, daraus mehrgeschossige räume werden lassen. maximal zweigeschossig natürich, dem feuer wegen. zwei jeweils doppelgeschossige volumen. von internen und externen treppen verbunden. echter raum.

f_die intervention assistiert dem bestand. ver- und entsorgung, jedwelche infrastruktur, erschliessung, flucht.

g_das dach ist flach und begrünt. regenwasserretentiv, hochwasserfeindlich also. als ob das nicht von interesse sei, an der donau. ein zweigeschossiger stahlbetontisch, darauf eine weitgehend vorgefertigte hölzerne glasschatulle.
zwischen den büros regale als trennwände, nach aussen wie zur galerie hin teils raumhoch aufgeglast, teils mit holzbekleideter vakuumdämmung.

19Jan/02

036 grundbuchamt winsen

der park als haus. das haus als park.
am nördlichen ende der winsener schloss-parkanlage direkt neben dem schloss kann das grundbuchamt nicht einfach ein weiteres »haus im park« sein, es muss versuchen als teil diesen parkes, ihn stärkend, gar erweiternd zu erhalten.

der eingeschossige körper ist park und weg und grundbuchamt…

das grundbuchamt ist eingeschossig, barrierefrei, um seinen nucleus, seine sammlung von grundbüchern und grundakten sind unmittelbar die sichtungs- und bearbeitungsräume angeordnet…

und wenn diese prägnante präsenz der akten und pläne einmal obsolet werden sollte, so wäre das kombibüro schon fertig. der grund auf dem grundbuchamt einhergehend mit dem erhaltbaren baumbestand wie dem dachüberstand sichern zuverlässig ein überaus angenehmes träges klimatisches verhalten der raumhülle zu.

das vegetabile dach ist darüberhinaus als adiabatisch kühlender verdunstungskörper ansetzbar. der bis zu einer tiefe von 2,3 bis 4,5 meter kaum tragfähige baugrund legt als wirtschaftlichste lösung die erstellung einer, zusammen mit den ug-außenwänden als »weisse wanne« ausgebildeten, tragenden bodenplatte etwa drei meter unterhalb des gelädes nahe. das so entstehende untergeschoss ist gross genug, um neben dem lager für die toten akten als abfallprodukt auch noch die stellplätze für pkw aufzunehmen. der park als park, nicht als park-platz. die decke über dem amt ist eine über drei felder zzgl ein bis zwei meter kragarmen spannende punktförmig gestützte stahlbeton-platte. ihre vertikalen lasten werden durch dickholzscheiben der kellerdecke beaufschlagt.

dachaufbau dachpark, staudengräser; substrat, 400 mm; wurzelschutz; dichtung; wärmedämmung 200 mm; dampfsperre; stahlbeton 300 mm; fugenoffen abgehängte lerchendecke bodenaufbau fliessestrich, 80 mm geschliffen, gewachst; dampfsperre; wärmedämmung 120 mm; stahlbeton 300 mm kellerbodenaufbau fliessestrich, geschliffen gewachst; wu beton 500 mm fassade dickholzwandscheiben, d = 300 mm dazwischen wärmeschutz isolierverglasung, zweifach, raumhoch; lüftungsflügel in dickholzscheiben; heizflächen, niedertemperatur, hinter holzscheiben wandaufbau dickholzwandscheiben, d = 300 mm, trennwände als reversible regalwände, holz

wettbewerb; mit lesche, henke (landschaft) obermüller, lop (tragwerk)
modellphotos: monika ribbe, münchen

01Sep/01

033 august-horch-museum

ein museum über geschwindigkeit. geschichten vom wind, vom asphalt. geschichten über physikalische und geselllschaftliche rahmenbedingungen über veränderung, bewegung in raum und zeit.

horch! den wind! horch! die maschine, das kraftfahrzeug als die sinne schärfendes auditorium

weisser und blauer kragen, operation todd und 4-jahres-plan, wurzelholz und plaste, gegensätze welche eher kontinuität und entwicklung denn bruch bedeuten.

ein kindergarten bezog im sozialistischen deutschland die vormalige fabrikantenvilla, besetzte dessen garten. ein schönes bild, lässt sich diese entwicklungsstätte des automobils gleichsam als dessen kindergarten sehen.

die walter-rathenau-strasse verlässt, kommt man aus zwickau, in höhe kurt-eisener-strasse die sie bis dorthin begleitende wohnbebauung. sie nimmt jedoch, an ihrer westlichen seite noch einige wohnbauten, villen, mit, erst die zweite reihe ist industriegebäuden gewidmet. dieses überschieben der funktionsschichten, das nebeneinander bzw hintereinander von gasometer, villa, park und industriehalle spricht von repräsentation, von kleinräumlicher verzahnung, lässt den industriellen bei der industrie. um die gegensätze und zusammenhänge lesbar zu machen, sind die trennenden verbindungsbauten zu entfernen, die zu ergänzenden bauvolumen auf die zweite reihe zu beschränken. die villa zur einen, werkhalle und neubau zur anderen seite, dazwischen, den industriellengarten referenzierend ein contemporärer garten.

gleich dem garten sind die gebäude, beispielhaft die werkshalle, zu klären, zu befreien, rückzuführen auf das was sie sind, auf wenig mehr als die abstrakte idee ihrer selbst.

zwei ungleiche bauliche hüllen sind hinzugestellt. sie assistieren dem bestand, klären und stärken ihn, treten mit ihm in dialog, sind auffällig und unscheinbar, andersartig, einladend, neubegierend.

gebaute bewegung der eine. transluzent, hell, offen, eingang und verteiler, bewegung im wind. bewegung im raum. bewegung in zeit. zweitakt- oder viertaktzyklus. das erfahren von zeit als geschichtsunterricht, das durchmessen des raums als emotionales erlebnis.

der andere: trésor, dunkel, geheimnisvoll. schrein und werkstatt, setzkasten von ermüdeten und wie neu erstrahlenden objects de plaisir.

2.og

1.og

eg

ug

ansicht, schnitte

von einer kleinen wassergebundenen fläche, zwischen villa und pförtnerhäuschen, bringt dich eine metallerne rampe auf die den garten partiell überlagernde ausstellungsterrasse. asphaltiert, schwarz, inhaltlich dotiert und doch neutral, erlaubt sie den übertritt vom garten in die welt der arbeit, vielleicht steht hier schon ein automobil, zwischen gläsernen mittelstreifen. drehtüren, 2-zylinder, 4-takt, versprechen zutritt zu einer offensichtlich an die werkhalle angestellten bald immateriell leichten transluzenten hülle. realer oder inhaltlicher einstieg? eingestellt, kasse und information, vorbei: ganz verkehrsfläche, nein, verkehrsraum: horizontale und vertikale bewegungen, das gläserne dach schwingt sich erst als wand, dann als fussboden in die tiefe, das asphltdeck welches dich begleitete bis unters diaphane dach windet sich um sich selbst und nach unten, saugt dich mit, auf einem seiner wege den raum und damit die zeit zu durchmesssen. als oberlichtbänder erkennst du unten angekommen die mittelstreifen der terrasse, eine grosse stützenfreie halle, der sich mal ein mehrzweckraum, mal eine wechselausstellung, auch beides, bemächtigen. der multifunktionsraum erweitert den raum, nimmt am erlebbaren volumen teil, läd zu kurzzeitigem verweilen bei einer videoprojection vielleicht, ein. vier stufen höher, über zahllose wahlfreie treppen zu erreichen gelangst du in den abgesenkten ehem. keller der werkhalle.

eine der rampen schleudert dich wieder nach oben, leicht überhoÅNht zum glück, das es dich aus der bahn nicht trägt, direkt in die alte werkshalle. wahnsinnig gross & klar, nackte konstruktion, reine tragstruktur, voller preziosen der automobilgeschichte.

alles gesehen, viel gelernt, erregt noch. die villa, gesellschaftliches zentrum seinerzeit wie heute, betrittst du, den asphalt über einen schlanken steg verlassend. separée, salon und bar, dessommers auch der cafégarten laden, die historische funktion fortführend, gäste der horch werke zwickau zu tisch, während der arbeitszeiten aber auch danach.

wissenshungrig? das kontorgebäude, das lager der fabrik. lager für automobile und von teilen derer. und lager für wissen. einem optimierten produktionsablaufes gleich sind hier alle bereiche der bibliothek niveaugleich angeordnet, die nähe zu verwaltung und restauratoren sichert höchstmöglichen nutzen zu.. das archiv ist eingestellt, das ganze oberbelichtet. bei difficilen fragen kann der, im zimmer des prokuristen, nebenansitzende museumsdirektor konsultiert werden.

draussen wieder, vorm kontorgebäude, ein letztes sammeln oder ausruhen. die sitzrampe, vom asphalt in den gleisschotter, referenziert die transportlogistik der operativen jahre, ist heute nicht nur der belegschaft brotzeittisch, ruhebank.

auf bsh rahmen bildet ein mehrlagiges, kieselsaÅNuregefülltes fluorpolymer die dachkonstruktion des stromlinienkörpers ab.

das kiesgedeckte regenwasserretentionsbecken wird neben dem einsatz als brauchwasser auch zur kühlung der gebauten volumina herangezogen: der tagsüber über einen wärmetauscher erwärmte speicherinhalt wird desnachts im überstroÅNmen das polymerdachs einer adiabatischen kühlung unterzogen.

wettbewerb; 09/2001
landschaft: keller & kern, münchen
modell: frieder grüne, wolfratshausen
photo: monika ribbe photodesign, bad aibling

01Okt/00

022 hauptschule münster

vor der schule
geht man nicht vorbei um dann hinten-seitlich zu deren eingang zu gelangen, die erweiterung öffnet ihre arme/flügel, schaft einen geschützen offenen hof, einen gefassten freiraum, loggia, terrasse, sitzstufen und cafetische.
mitten in der schule
gab es bislang nicht. statt verbindenden elementen liegen wc-anlage und aula als abstandshalter zwischen den zwei schulschiffen. eine mitte, nicht nur was erschliessung und innere organisation betrifft, eine mitte als ort der gemeinschaft, des zusammenkommens.
nach der schule
kicken, auf dem grossen schulhof, freigehalten von baubegehrlichkeiten, lichtung im wald oder ende der stadt im heckensofa die hausaufgaben machen, mit der besten freundin, posen, im freiluftfoyer, auf der gummierten sitz-liegstufe, vorm  speisecafe, im überdeckten freibereich, oder im gläsernen ruheraum, den zucchini beim wachsen zuhören…

2 geschichte
…eines der am ort befindlichen gebäude kann für sich in anspruch nehmen, das älteste stets als schule genutzte gebäude der brd zu sein, später dann kam ein zweiflügeliger neubau hinzu, dann erweiterungen, ergänzungen, eine sporthalle, ein fertigteiltrakt. der kommt jetzt schon wieder weg, und macht platz für neues:

3 addieren oder danebenstellen
wir glauben, dass eine erweiterung dem bestand zur seite zu stehen hat, ihm da unter die arme greift, dort, wo sich aufgrund veränderter anforderungsprofile defizite in der nutzungsqualität ergeben haben. wir glauben, das der landschaftsraum in ausreichendem umfang zerbaut ist, das kein tieferes vordringen in die letzten wälder unseres landes mehr von nöten ist um die wildnis zu erschliessen. wir glauben an kompakte baukörper der kurzen wege, ankoppeln, an die lok, und nicht auf ein nebengleis!
4 tiefergelegt

muss die erweiterung werden, das die traufkante nicht länger auf oberkantefertigfussboden liegt, sondern brüstungshöhe erreicht und nutzbare höhe, nutzbaren raum ohne mehrung des zu umhüllenden und zu heizenden volumens schafft.
5 niveaus

nicht nur als ebenen übereinander zu stapeln, sondern miteinander zu verknüpfen, miteinander spielen zu lassen, raum einer erlebbaren qualität zuführen und nicht nur quadratmeter mal höhe.

6 konstruktion
flächig gegründete stb-konstruktion · aussenwandkonstruktion: brettschichtholzrahmen · esg-haut, als gedämmtes panel, als isolierverglasung · dem lichtmengenbedarf der zu umhüllenden räume wie dem möglichen bis erwünschten thermischen solarenergieeintrag im transmissionsgrad stufenlos angepasste seriegraphierung mit unbedruckten ausguckfeldern · senkklapp- und drehflügel · integrierter justierbarer blendschutz · selbstreinigende oberfläche, fluor-dotierte siliziumoxid beschichtung

schnitte durch die konisch-rundeckigen satteldachbaukörper heterogener füllung

ansichten: farbig beschichtete glashaut mit sichtfenstern & changierendem raster

modernisierung und erweiterung der hauptschule münster-nord / elementary school muenster · 1.750 qm hnf
internationaler (ewr) realisierungswettbewerb · engere wahl

mit/with keller & kern landschaftsarchitekten

01Mrz/00

017 opernhausparking zürich

konzept

ziel muss sein, das raumkontinuum der plätze, vom stadelhofer bahnhof zum see, vom bellevue zur oper, und darüberhinaus, in ihrer gesamtheit zu stärken. stadt und see kommen zueinander. der stadelhoferplatz wird vom theaterplatz zum see getragen. in den steinernen rahmen des den gesamten block fasssenden bodenbelags wird der sechseläutenplatz als wassergebundene fläche eingelegt, auf den steinernen hintergrund wird vor der oper eine
auf fuge gelegte holzplattform über einem tief in den block eingeschnittenen negativraum gelegt.

sechseläutenplatz
der sechseläutenplatz wird zur arena, von aussen wie nach innen gefasst durch umlaufende sitzstufen, einer langen bank aus farbigem beton. ein wenig hängt er durch, seine oberfläche ist eine wassergebundene.

theaterplatz

der theaterplatz wird mit einer, navalen wie theatralen motiven entlehnten holzbeplankten bühne bestellt, wird aussichtsplattform zum see, bootsdeck beim stapellauf, wird balkon zu sechseläutenplatz, zum bellvue, öffentliche bühne vor der oper, antizipiertes versprechen der kommenden operalen genüsse. zwei klappen öffnen sich aus dieser bühne, wie das auf bühnen ja ab und an geschieht, und machen neugierig, laden ein in eine unterwelt in welcher eine durch den überdimensionierten untergrund sich schraubende parkhelix das foyer im fegefeuer umschlingt, lager- und technikkörper passiert, eh sie in unerhörten tiefen ihr ende findet. eine treppen/rampenanlage trennt und vermittelt zugleich zwischen unterem theaterplatz und der auf theaterstrasse nivelllierten bühne, überwindet die gewonnene höhe von ca 1,20 m welche ihr ihre vielfältigen blickverbindungen ermöglicht.

zugang zur oper
der portikus als zugang zur oper ist stillgelegt, die bühne hält abstand, ein geländer grenzt sie vom niedrigeren niveau des portikus ab, seine unbenutzbarkeit als eingang zur oper ist offensichtlich. der zugang zur oper erfolgt durch das fegefeuer.  zu den aufführungen öffnet sich eine, dem portikus mit diskreter distanz vorgelegte, klappe aus der bühne, mittels einer von drei rolltreppen taucht der besucher der oper hinab in die welt des traums, des scheins, des lichts und der dunkelheit, hinab ins foyer, taucht hindurch unter der bühne, um über eine von drei weiteren rolltreppen ins vestibül der oper aufzusteigen. eine weitere klappe öffnet sich in verlängerung der schillerstrasse aus der bühne, diese jedoch der ein und ausfahrtvon kraftfahrzeugen zugedacht. autofahrende parken ihr auto auf der parkhelix, begeben sich zudann auf kurzen warmen wegen zum unterirdisch leuchtenden foyerkörper, oder, so die oper nicht ihr bestimmungsort ist, in der bühne seitlich angelagerten trepppen und aufzügen zurück ans tageslicht.

wettbewerb; mit nausikaa hacker und ulrich panick (kunst)

18Jul/99

010 fachhochschule ausburg

und natürlich ist das garnicht vergleichbar mit den löchern im käse, welche im übrigen ohnehin nicht am besten schmecken. hier geht es eher darum, körper und flächen zu perforieren, das den blick auf ihre grund/unter-lage sie noch erlauben, in bauvolumen luftkörper hineinzustülpen, wasserflächen aus einer platzfläche herauszustülpen und so.
hier, sehr geehrte herren bächer, kehrbaum,naumann,schmidt, schwarz, staab, stracke, handelt die erweiterung der fachhochschule augsburg davon, wie die stadt aufs land, und das land in die stadt kam. und davon, das die beiden sich gut miteinander vertragen.

parkieren eine parkiermaschine sucht ihnen den parkplatz. die kfz werden im transparenten lärmschutzriegel gelagert.


mensa
dadrunter. anlieferung via p-strasse. durchgesteckt zwischen laut und leise.
kattunfabrik
büro/verwaltungsnutzung. im eg cafe, durchgesteckt zwischen laut und leise.

gestaltung / informatik / betriebswirtschaft je ein riegel, zweigeschossig, aufgeständert, länge nach platzanspruch, erschlossen & verbunden vom
hörsaalcentrum
unter ebendiesen riegeln. zweiachsige innere erschliessung. licht & luft oft über bewässerte, begrünte, bekieste einstülpungen. das hsz ist übergrünt.
centre court
ein grosser platz, eine grosse terasse. das wasser, was im norden und westen und osten bislang vorbeiplätschert darf sich in den 9 oder 11 gumpen kurz erholen, betrachten lassen, darf schilf & rohrkolben bewässern, bevor es weitermuss, nach werweisswohin…

eg

og

19Dez/97

005 geschäfts-und bürogebäude am peterstor

Optimierungverfahren für die Errichtung eines Geschäfts- und Bürogebäudes mit Einbeziehung des ehemaligen Stadttorturms »Am Peterstor 3« Regensburg

Rahmenbedingungen eigeladenes Verfahren (Auer + Weber; Baumschlager Eberle; Behnisch & Partner; Kiessler + Partner; Peter Kulka)

das Grundstück ist Teil des ehemaligen Stadtgrabens, mit römischen Fundamenten der porta decumana,
ein, auf den römischen Fundamenten errichtetes Turmhaus (Biedermeier) ist als Baudenkmal eingetragen.

der Auslober und Grundstückseigner, Martin Scheuerer, Architekt, möchte auf dem Grundstück das Geschäfts- und Bürohaus für seine Bauplanungsgesellschaft »Tecton« errichten. Der Graben soll der Öffentlichkeit zugänglich sein und eine kulturelle Nutzung erfahren.

in der Auslobung werden 2 Möglichkeiten zur Disposition gestellt:

  1. Erhaltung + Sanierung des Biedermeierturmes (der auf dem römischen Fundament steht), Neubau im Graben (Nachteil: ein Teil des Grabens muss bebaut werden)
  2. Abriss des Biedermeierturmes und errichtung eines neuen Turmhauses über den römischen Fundamenten (Vorteil: Freihaltung des Grabens)

der Auslober weisst darauf hin, daß die Präferenz des Ausschusses für Stadtplanungeindeutig bei der »Turmlösung« liegt; ein Schreiben des Bayer. Landesamt für Denkmalpflege stellt keine grundsätlichen Zweifel an.

Entwurf Die Projektpartnerschaft Kiessler, Günther, Rieger entscheidet sich für den Erhalt des Biedermeierturmes und Errichtung eines 28 m hohen Turmes.

Das »kleine Hochhaus« besteht aus einem Schaft, der den Fußabdruck des Gebäudes im Graben minimiert und einem auskragenden Körper, der über 7 Geschosse Büro- und Geschäftsräume verteilt. Im renovierten Biedermeierturm befinden sich Läden, der Stadtgraben ist als Skulpturengarten öffentlich zugänglich.

Der monolithisch Schaft, der Aufzug, Treppe und Sanitärräume enthält, trägt einen offenen Glaskörper. Der Glaskörper ist über Betonhängesäulen vom tragenden Schaft abgehängt. Die raumhohe Verglasung der Büros, mit ensprechenden natürlichen Lüftungsmöglichkeiten transprotiert eine zeitgenössische Architektursprache, die sich deutlich von der Lochfassade des Biedermeierturmes absetzt. Nachts erleuchtet der Glasturm, einem Lampion gleich, die angrenzende Parkanlage, durch die man den Bahnhof erreicht. Die Dimension des neuen Hauses bezieht sich eher auf die ehemaligen Maße des Peterstores, denn auf die Dimension des Bestandes und setzt sich auch dadurch deutlich als neuer Orientierungspunkt im Stadtgefüge der Altstadt vom bestand ab. Eine Markierung, dieses historisch bedeutsamen städtebaulichen Ensembles, des ehemaligen Südtor des römischen Kastells »Castra Regina« (Porta decumana) wird mit zeitgenössischer Architektur erreicht.

Nachlese 14 Jahre nach der Auslobung des Gutachtens ist das Grundstück noch immer unbebaut. Die Baugenehmigung für den Büroturm verfiel 2001. Im Januar 2009 wurde das Grundstück am Peterstor versteigert: »Für 460.000 Euro ging das 627 qm große Grundstück an die Kreta Immobilien GmbH aus Hof. Der »Verkehrswert« des mit rund zwei Millionen Euro Schulden belasteten Grundstücks, das sich bislang in Besitz des Architekten M. Scheuerer befunden hatte, lag bei 296.886 Euro.« [quelle] Am 13. Juli 2006 hat die UNESCO das Ensemble »Altstadt Regensburg mit Stadtamhof» in die Welterbeliste aufgenommen. [quelle]

the commercial and residential building volumes project from a narrow communications and supply tower whose foundation is in an extension of the town moat, next to an existing biedermeier tower, wich leaves the moat free to be used as a sculpture garden. [from: kiessler + partner architekten, 2007, birkhäuser,basel, isbn 978-3764376277]

projektpartner: kiessler + partner, münchen; heike rieger, münchen
modellphoto: heike schollmeyer, münchen

18Apr/97

004 stadthalle / townhall peissenberg

bergbau: zum erliegen ist er gekommen.
obgleich noch 40 millionen tonnen kohle ruhen sollen, im hohen peissenberg.
weil anderswo mit geringerem aufwand gefoerdert werden kann.
und weil der hoehere transportaufwand irgendwie keine rolle mehr spielt.
abbau: 3.800 kg kohle je mann & schicht.
eine menge der unsere vorstellungskraft sich verweigert.
von der keinerlei spuren mehr zeugen als ein paar der zu ihrer verarbeitung und lagerung errichteten bauwerke.
umbau: zum luftschutzraum & salzlager.
jeweils wohl umnutzungen mit zwar zum teil erheblichem baulichem aufwand, jedoch ohne lesbarer baulicher markierung, definierung.
anbau: die der maschinenhalle angefuegten lagerhallen, ihrer funktion in format und situierung praezis rechnung tragend, benoetigen zu fragen ihre intendierte nutzung betreffend keinerlei erklaerung.
neubau: auf den laengst schon dem erdboden eingetrampelten spuren des kohleflusses dem buergerhaus sich naehernd, erklaeren transparenter windfang, opake kueche & geschlossene buehne alsgleich alle der baulichen huelle uebertragenen nutzungen.

[mit christiane abel, architektin, münchen]
20Jan/97

002a jugendherberge possenhofen

Grundgedanke
Ein horizontaler Raumkörper wird durchdrungen von vier vertikalen Elementen.
Die horizontale Basis beinhaltet sämtliche Gemeinschaftseinrichtungen. Offenheit und Durchlässigkeit nach außen und eine flexible Raumaufteilung im Inneren charakterisieren die einzelnen Funktionsbereiche.
Die vier Türme sind jeweils einem Schlafbereich zugeordnet. Sie sind nach Innen orientiert,, in sich gekehrt. Nach außen werden sie durch eine warme Haut aus Holzschindeln abgegrenzt. Der private Raum – in einer Jugendherberge der einzelne Schlafplatz – wird als kleinste Einheit an den einzeln zugeordneten Fensterklappen von außen ablesbar.

Lage
Das Gebäude schiebt sich als horizontale Stange in das abfallende Gelände hinein und betont die Richtung zum See. Durch die Längsorientierung wird die Einheit Seeufer – Bach – Hangkante nicht zerstückelt.
Der Grundcharakter des Ortes, das “Fließen zum See hin” bleibt erhalten.
Nördlich des Gebäudes befindet sich die Spiel- und Campingwiese. Sie bildet optisch eine Einheit mit dem Erholungsgelände, d.h. der ehemalige Schloßpark wird so wenig wie möglich weiter zerteilt. Die Sanitärräume für die Camper befinden sich an der schmalen Westseite des Gebäudes.
An der Südseite liegt der gepflasterte Hofraum mit Zugang von den Speisesälen und Tagesräumen. Er wird von dem in einem Aquädukt fließenden Bach nach Süden hin abgegrenzt und durch den Geländeeinschnitt exakt definiert.
Eine “Ausuferung” in Richtung des Wohnhauses der Herbergseltern und der Nachbarn wird verhindert.

Funktionen
Man betritt das Gebäude von der Nordseite her.
Die Erdgeschoßebene beinhaltet sämtliche gemeinschaftlich genutzte Aufenthalts- und Wirtschaftsräume: Eingangshalle, Tagesräume und – Speisesäle, Küchenbereich.
Das Erdgeschoß der Schlaftürme besteht jeweils zum Teil aus offenen Gemeinschaftsräumen, und einem geschlossenen Kernbereich.
Die Gemeinschaftsräume erhalten direktesTageslicht durch ein Fensterband an der Turm- nordseite und werden indirekt von den angrenzenden Bereichen belichtet. Die Treppenhäuser der Türme erhalten von oben Tageslicht.
Vom Treppenabsatz im Zwischengeschoß, bzw im ersten OG, gelangt man auf die begrünte Dachterrasse über dem Erdgeschoß. Hier wird die Holzschindelverkleidung der Türme haptisch erfahrbar.
Schlafräume, WC/Duschräume und Lehrerzimmer sind für jeweils eine Gruppe in einem Turm untergebracht. Die Schlafräume werden mit kombinierten Stockbett/Schrankelementen ausgestattet. Jeder Schlafplatz hat sein eigenes Fenster mit Schindelklappe.
[martina günther,]

 

 

 

typ                  jugendherberge
ort                  possenhofen am starnbergersee, gemeinde pöcking, landkreis starnberg
art                  wettbewerb, offen­
entwurf         martina günther
mit                 nausikaa hacker, bildhauerin, nicolas hein, architekt, münchen
kolloq            101096
abgabe           080197
modell           150197
preisgericht  11/120497
erfolg             ankauf

pläne              din a0, 2 blätter, grundrisse, schwarzplan 1:5000, lageplan 1:500, grundrisse,                    schnitte 1:200, fassadenschnitt 1:50
modell           1:500

modellbau     marcel hasberg

 

 

Begründung des Preisgerichtes:
Die Idee der Schlaftürme stellt einen originellen, zeichenhaften und damit erinnerungsstarken Beitrag zum Thema Jugendherberge dar.
Die Höhenvorgabe der Ausschreibung wird dabei bewußt verlassen.

Die Verschindelung der Schlaftürme trägt zu deren Integration in die Landschaft bei, ebenso wie das begrünte Flachdach.
ln Bezug auf das Schloß ist die Konzeption jedoch maßstäblich und bedeutungsmäßig überzogen.

Positiv ist die große zusammenhängende Freifläche im Norden., auf der der Zeltplatz untergebracht ist. Eine Beeinträchtigung durch Lärm ist für die Nachbarbebauung nicht zu erwarten.

Der Umgang mit Wasser und Topographie ist artifizell in die Architektur eingebunden. Die Erschließung über die Parkplätze und die Rampe kann nicht ganz überzeugen. Das Sockelgeschoß gewährleistet eine gute Beziehung zwischen Landschaft und Aufenthaltsbereichen. Durch die starre Konzeption ergibt sich eine Reihe von Unzulänglichkeiten. z.B. zu dunkle lnnenbereiche, Lärmbeeiträchtigung durch Mehrzweckraum usw.

Die Schlaftürme sind eine innovative und gute Grundlage für die Kommunikation von Klassen mit spannungsvollem Wechsel von Individualität (Koje ~ Lüftungsklappe) und Gruppen. Die Schlafplätze sind durch die enge Stellung der Türme allerdings von unterschiedlicher Qualität. Die begehbare Dachterrasse und die Wintergärten durchbrechen das introvertierte Konzept und
lassen dadurch Lärmbelästigungen befürchten.

Die Haupteingangssituation ist innen gut gelöst und erleichtert die Orientierung. Auch die Anlieferung und Anbindung der Küche ist in Ordnung. Die Erschließung der Tagesräume und des Behindertenbereichs ist teilweise umständlich. Der abgesonderte Wohnbereich der Herbergseltern ist gut gelöst. Baurechtlich bringen die Türme durch die offenen Treppenräume erhebliche Probleme (Brandschutz, Fluchtwege, Ausgang ins Freie). Das Verhältnis HNF/BRI liegt im oberen Berich. Die Konstruktion ist teilweise unklar. Das Raumprogramm ist erfüllt und teilweise überschritten (bis zu 20 %) .

18Feb/96

000 architekturmuseum augsburg


für die erweiterung des schwäbischen architekturmuseums/augsburg waren ausstellungs- und lagerräume, zzgl einiger nebenräume gefordert. als weitgehend vorfabrizierrter aufgeständerter leichtbau vermeidet der entwurf weitestmöglich eingriffe für den bald 100 jahre alten obstgarten. die durchwegung vom altbau bis zur externen erschliessung erfolgt über einen steg, die rote lkw-planen-bespannte box enthält auf eingangslevel rezeption, verkauf & wc, die lagerflächen sind darunter befindlich. das ovalige strangprofil beinhaltet den ausstellungsraum.

schalenelemente honeycombsandwich aus nomex (weiss), aussenseitig transparent, innenseitig transluzent laminiert, direkte sonneneinstrahlung wird ausgeblendet winglets schwenkbarer sonnen- und blendschutz aus transluzentem abstandsgewebe, im geschlossenen zustand als zusätzliche wärmedämmung verglasung isolierverglaste schiebeelemente versorgungssteg energie- & wasseranschluss an bestand. verbindungssteg. gitterrrost aluminium quellüftung im ausstellungsbetrieb thermischer, im vortragsbetrieb mechanisch unterstützter betrieb mit zuschaltbarer heizung doppelboden mit unterschiedlicher belegung: a regenwassersack (hls) b stuhllager (zusammengeklappt) faltbare stellwände etc.; bsh tafeln auf bsh trägern hängebauch honeycombsandwich-schale, aufklappbar regenwasserspeicher stabilisierung des raumklimas, z.b. abkühlung der thermisch eingesaugten luft unter ausnutzung der nachtabkühlung. wahlweise mit innen-/aussenraum zusammenschaltbar. spülung wc. schilfbecken pflanzliche reinigung des brauchwassers, rückführung in den wasserkreislauf als sickerwasser.

architecture-museum augsburg, competition the extension of the swabian architecture museum, exhibition- and storage-spaces, are constructed as an low-invasive prefabricated system. translucent pneumatic membrane. water-beds as thermal storage in underbelly. natural ventilation. adjustable to climatic day/night, and summer/winter situations as well as exhibition requirements.

the design was aquired by the museum as part of its permanent collection.
der beitrag wurde in die ständige sammlung des museums als dauerleihgabe aufgenommen.