Tag Archives: bauen im bestand

18Apr/08

081 umnutzung porzellanwerke

in dem interdiziplinären ideen und realisierungswettbewerb wurde nach einem revitalisierungskonzept für die beiden ehemaligen winterling – porzellanwerke in schwarzenbach und kirchenlamitz in der region hochfranken/oberfranken in nord-bayern gefragt. eine neue nutzung, die passenden bauliche maßnahmen incl. marketing und ökonomische entwicklungsstretegien sollten entwickelt und dargestellt werden.

[schwarzpläne kirchenlamitz und schwarzenbach]

identität und geschichte der gebäude
es gibt in hochfranken, oberfranken, an der ehemaligen zonen grenze, in selb, in weiden, sehr viele, von diesen hochverdichteten gebäuden, die über 100 jahre einen wachstumsprozess in der gleichen logik erfahren haben. die porzellanproduktion, die günstige standtortfaktoren vorfand, ist nun abgewandert und hat uns faszinierende typologien, zeitzeugen von beeindruckender dichte hinterlassen.

[baugeschichte kirchenlamitz]

die komplexität und kompaktheit der anlagen macht die entstehungsgeschichte, das schrittweise/kontinuierliche wachsen des gesamtgebäudes über die dekaden, ablesbar. ein fundus von industrie, bau- und kulturgeschichte. das aufeinandertreffen und »vernetzen« von unterschiedlichen gebäudetypologien zu einem unverwechselbaren ganzen gilt es in seiner einzigartigkeit zu erhalten. wachstumsringe/jahresringe/zwiebelschalen.

[schrägluftbilder, kirchenlamitz, schwarzenbach]

konzept »zugänglichkeit« / lesbarkeit der schichten
unser konzept ist es, die topografisch bedingten standortspezifika der beiden ehemaligen winterling porzellanwerke in kirchenlamitz und schwarzenbach heruaszuarbeiten und die endogenen potentiale durch homöopathische bauliche eingriffe zu aktivieren. die zweieiigen zwillinge sollten in ihrer jeweiligen persönlichkeit unterstützung erfahren. beide eingriffe sind sich in einer weise ählich. der fokus liegt in der baulichen öffnung der beiden megastrukturen, die jeweils durch einen präzisen, chirurgischen schnitt erfolgen.
über eine neue erschließungsschiene wird in beiden gebäuden eine zugänglichkeit, eine hinwendung zum öffentlichen raum erreicht. nach einer öffnung, und strukturierung der baumassen ist eine flexible nutzung der gebäude möglich. ob kraftwerk für neue energien, start up center für umliegendenn schulen und hochschulen oder freizeitnutzung. am anfang jeder baumaßnahme muß eine zugänglichkeit gewährleistet sein. (vgl. neue siedlungsgebiete)
die neue, zukunftsfähige nutzung und die baulichen eingriffe machen die wachstumsringe des gebäudes erst (und wieder) ablesbar.

[schrägluftbild schwarzenbach, bestand]

[schrägluftbild schwarzenbach, konzept]

porzellanwerk schwarzenbach
das werk in schwarzenbach liegt in der saale aue, am ortseingang von schwarzenbach. mit dem generationengarten ist bereits von der stadt schwarzenbach ein zeichen gesetzt worden, das thema der landschaftlichkeit, angrenzend an den urbanen raum aufzugreifen.

erschließungs- und raumkonzept / architektonische und bauliche interventionen
der vorgefundene landschaftliche aspekt des ortes setzt sich in dem ehemaligen porzellanwerk fort. die mittlere, in nord-süd richtung verlaufende gebäudespur des werkes wird herausgebrochen und durch eine rampe ersetzt. diese chirurgische maßnahme ermöglicht die erschließung und belichtung des gebäudekonglomerates. gleichzeitig entsteht ein qualitätsvoller außenraum inmitten der megastruktur, der als öffentlich zugänglicher weg teil der stadt schwarzenbach wird und urbane funktionen erfüllt. die rampe überwindet ca. 5m und erschließt und vernetzt auf ihrem weg die unterschiedlichen niveaus und funktionen des gebäudes mit sich selbst, der stadt, der landschaft und der region. das gebäude ist nun begehbar.

[modell schwarzenbach]

[lageplan schwarzenbach]

[perspektive landschaftszunge schwarzenbach]

porzellanwerk kirchenlamitz
die stärken, potentiale des winterling werkes in kirchenlamitz, das oberhalb der hangstufe des lamitztals liegt, ist seine kirchenlamitz: beeindruckende und identitätsstiftend fernwirkung.
das wandgemälde in der ehemaligen kantine zeigt diese ansicht. dieses »endogene potential« der fernwirkung soll aufgenommen und durch die überwölbung/überhöhung des neuentstandenen atriums unterstrichen werden. ein signal, das für alle weithin sichtbar ist, daß das werk wieder belebt ist.

erschließungs- und raumkonzept / architektonische und bauliche interventionen
implementierung einer strukturierenden erschließungs,- organisations- und raumschiene, die die unterschiedlichen höhenlagen durch das innere des gebäudekomplexes hindurch verbindet. bauliche interventionen finden konzentriert innerhalb dieser zone statt. hier ist der fokus.
der nord-süd durchstich/durchblick/durchgang gewährt zugang /eröffnet neue zusammenhänge, vernetzt die bestehenden gebäude. ist archäologischer/geologischer schnitt durch schichten und zeiten. der niveauunterschied von ca. 5 m geschoß in nord-süd-richtung wird, räumlich inszeniert, bespielt. die topographische lage wird im haus erlebbar. eine orientierung ist nun möglich. der bisher schwer zugängliche komplex öffnet sich.
die zentrale achse vernetzt verschiedene funktionen, auf verschiedenen geschoßen erschließt sich die ofenhalle, ist raumschiene für zentrale nutzungen/medienführung/seviceeinheiten für das ganze haus.

[modell kirchenlamitz]

[lageplan kirchenlamitz]

[axonometrie durchstich kirchenlamitz]

mit
prof. dr. ingrid krau
sonja rube

mitarbeit
ekin özdil
simon schuster

23Jul/07

078 küche türkenfeld

das ganze erdgeschoss dieses einfamilienhauses in türkenfeld ist mit nichts- oder allenfalls wenignutzigen wänden zugestellt und zerstückelt: wir sollten die kücheneinrichtung »ein bisschen paraktischer machen«, haben dann aber gleich deren abstellkammer-aura zu der eines wohnraumes überführt.

[vorschlag, grundriss]

[bestandsplan]
18Jun/07

076 museum saarbrücken

Zeichen zur Stadt
Der Neubau der Galerie der Gegenwart setzt zur Stadt hin ein deutlich sichtbares Zeichen.

In Platzierung, Höhe und Fassadengestalt ist das Gebäude ein städtebauliches und architektonisches Signal, das weit in Stadt- und Flußraum ausstrahlt. Eine großzügige städtische baumüberstandene Platz-Spange südlich der Bismarckstraße begleitet und erschließt Saarbrückens „Kulturparade“ um die neue Galerie. Das Saarlandmuseum mit seiner bestehenden Galerie der Moderne erhält mit der Galerie der Gegenwart einen Kopfbau von übergeordneter Bedeutung.

Plätze und Grünraum
Vor dem Neubau der Galerie der Gegenwart eröffnet sich die baumüberstandene Platz-Spange, die die Bismarckstraße südlich begleitet, zum Straßenraum und zum gegenüberliegenden Platz. Sie wird dort zum der Museumsplatz, dem Präsentierteller des neuen Ensembles. In diesem Bereich darf an der Bismarckstraße nicht geparkt werden, dafür wird weiterhin Raum für oberirdische Stellplätze östlich und westlich davon angeboten, sowie die straßenseitigen Längsparker außerhalb des Museumsplatzes. Das Motiv für den Museumsgarten, der sich der Spange südlich anschließt, leitet sich vom Fluss und seinen regelmäßigen Überschwemmungen ab. Das Gelände wird zu Flutmulden modelliert, in der Bäume erhaben auf „Inseln“ am längsten trocken stehen. Die Flussdynamik ist auch bei normalem Wasserstandspegel über die Modellierung ablesbar und bietet einen interessanten Raum für eine atmosphärische Ausstellung von Kunstwerken im Freiraum.

Erschließung des Flussraumes
Die Galerie der Gegenwart und der neugeordete öffentliche Raum im Umfeld der Musikhochschule eröffnet den Flußraum und läßt dieses ungeheure Potential bis zur Bismarckstraße fließen. Wesentliche räumliche und funktionelle Bezugspunkte werden über den Belag verdeutlicht und rhythmisieren ihn – Querstrukturen leiten zu Eingängen, zum Flussufer und zum gegenüberliegenden Stadtplatz.

Kiste in die Luft gehoben
Eine Kiste mit den wertvollen Schätzen darinnen, herausgehoben aus den Gefahren des Hochwassers.

In dem hochgehobenen Baukörper befinden sich die Ausstellungräume, das Depot und die Werkstätten. Das Ergeschoß ist durchlässig, transparent und die Fortsetzung des öffentlichen Raumes. Sowohl Menschen als auch Saarwasser kann das Gebäude durchfließen. Der Entwurf schafft eine gleichwertige Zugangssituation der Galerie der Moderen und der Galerie der Gegenwart auf der Achse des bestehenden Lichthofes/Atriums.

Alt und Neu: Symbiotisches Miteinander
Das neue Haus wird sowohl seiner Rolle als dienendes Gebäude für die bestehende Galerie der Moderne, als auch seinem Charakter als neue Galerie der Gegenwart gerecht. Lage, Ausichtung  und Kubatur des Neubaus begleiten den Bestand auf eine natürliche Weise. Richtungen, Achsen und Raumkörper des Bestandes finden sich im neuen Gebäude wieder, Ein Ensemble ist enstanden, das neue Blicke, Beziehungen  und Perspektiven freigibt. Das neue Saarlandmuseum öffnet sich durch den Neubau zur Stadt hin.

Fassade
muß  etwas prozeßhaftes baustellenartiges haben.


Bühne, Gerüst, Projektionsfläche von innen und außen, thermisch technischer Bewuchs läßt eine gestaltende Funktionalität entstehen, die Design überflüssig macht. Eine vertikale Plattform für Kunst und Alltag innen wird außen und außen wird innen. Die Auflösung des Privaten und des Öffentlichen, die Durchmischung ist möglich an/in/durch diese Hülle, die keine Hülle  mehr ist, sondern aus Bewegung und Durchlässigkeit besteht. Poren, transfer, exchange, export, import, transpiration.  no design

Wirtschaftlichkeit
Kein kostspieliges Unterschoss, keine kostspielige Sicherheitsteechnik, sondern “konstruktiver Kunstschutz”. Die Belange des Auslobers sind entwurflich berücksichtigt. Es muß keiner aufwändigen Technik vertraut werden. Unser integriertes Ausstellungskonzept (räumliche Nähe von Ausstellung, Depot und Werkstätten) ermöglicht ein zeitgemäßes, wirtschaftliches und  flexibles Ausstellungsmanagement. Durch die kompakte Anordnung der Funktionsbereiche der Ausstellung ist die Klimatisierung minimalisiert. Keine Schleusen etc;  Eingang, Anlieferung etc findet, gut betreubar, an der Hauptfront statt;

Treppe als Raum und Funktionsskulptur

Die Galerie der Gegewart: Leuchtturm/Flagship/Zeichen

 

[Galerie der Gegenwart Saarbrücken, offener Internationaler Realisierungswettbewerb, 1. Phase 06/2007]
18Mai/07

075 kinderheilpraktikerinnenpraxis gauting

die westliche mietflaeche im ersten obergeschoss eines kleinen wohn- und geschaeftshauses in gauting ist in eine kinderheilpraktikerinnenpraxis auzubauen. die ganzheitliche (und eben nicht organbeschränkte) herangehensweise der heilpraktikerin wird von der räumlichen konfiguration abgebildet: eine offene praxis mit eingestellten funktionsboxen (rezeption, labor, babyraum) mit flaschengrüner schul-tafel-oberfläche. die behandlungsbereiche sind mit eingezogenen, transluzenten wendetüren privatisierbar.

[grundriss, skizze]

[ganzheitlichkeit als räumliches prinzip]
21Feb/07

072 kunstarkaden münchen

den im strassenbild kaum wahrzunemenden kunstarkaden der stadt münchen eine adresse, einen zugang, eine darstellung in den öffentlichen raum hinaus zu geben, war gegenstand des gutachtens.

mit einem einzigen (aber satten) fensterladen bedeuten wir diesen eingang, gewähren ihm eine situation, ein schützendes vordach, signalisieren ob’s geöffnet oder geschlossen ist, annoncieren current oder coming attractions

[in geschlossenem zustand]

[und während der öffnungszeiten]
18Feb/07

070 wannenei

die weiterentwicklung der badewanne vom eher pragmatischen wasserbehältnis hin zur uteralen höhle. das herstellungsverfahren ist dem surfboardbau entlehnt, ein durchgestringerter hartschaum-kern, mit glasfaser-armiertem kunststoff laminiert, topcoat, feinschliff. in einer anderen ausführungsform, ist das ei aus hartgeöltem balsa gearbeitet. he’e nalu!

18Aug/06

063 umbau / refurbishment grafing

das grundstück ist ggf. unter einbeziehung des bestandsgebäudes, mit einer bebauung für zwei parteien, zunächst s.z. & familie, sowie a. & g. z., an deren stelle zu einem späteren zeitpunkt b. (& familie?) z. zu beplanen. das grundstück wie alle aufstehenden bauwerke sollen realgeteilt werden.

tabula rasa, wiesn oder hut ab? die untersuchungen, ob oder wie die gewünschten 375 qm innerhalb des finanzrahmens von 275 t euro zu erstellen sind führten uns weg von der version tabula rasa, in welcher das aufstehende gebäude einschliesslich seines untergeschosses abzufahren wäre, vorbei an der wiesn variante (belassung des untergeschosses) in richtung der lösung hut ab:

das aufstehende verputzte mauerwerksgebäude ist hinsichtlich der qualität seiner baulichen substanz als unbedingt und durchgehend solide einzustufen, allein in wärmetechnischer hinsicht sanierungsbedürftig (heizanlage, fenster, wärmedämmung). unserer ansicht nach ist ein weiternutzen des sehr gut erhaltenen und gepflegten bestands unter bautechnischen, wirtschaftlichen wie gestalterischen und funktionalen aspekten die zu favorisierende lösung.

entwurf die bestehende hülle des hauses kann die gewachsene und differenziert lebende familie einschliesslich kindern und enkeln und eltern und grosseltern und urenkeln nicht mit hinreichend wohn-/lebensraum versorgen: der bestand wird mit einer bedarfsgerechten hülle erweitert, der räumliche status-quo wird sowohl in der horizontalen (flächen) als auch in der vertikalen (höhe bzw »raum«) angepasst und aufgeräumt und ergänzt. einige räume wachsen bis an die neue aussenhaut heraus, kleinere, dienende räume finden ihren platz in dem zwischenraum, einschnitte und austritte verbinden innen und aussen. die transparente/transluzente neue hülle schafft einen zwischenraum gemässigten klimas, sie dient als solarkollektor, offeriert vielseitige »offene« räume zum basteln, trocknen, lagern, rudern, bügeln, vorziehen, …

01Jul/06

048 zubau in holz / addition

Das Haus der Großeltern, Baujahr 1934, wird von der Enkelin (Bildhauerin), ihrem Mann (Geologe) und den beiden Kindern bezogen. Wohnen und Arbeiten/Atelier sollen unter einem Dach vereint werden. Zusätzlicher Raum wird erforderlich.

Der Anbau  in Holz wird »vor das Haus gestellt«. Ablesbakeit von alt und neu waren eine wichtige Zielsetzung. Rücksichtsvoller Umgang mit dem Bestand. So konnte die Steinbadewanne aus der Entstehungszeit des Hauses, die sog. »Brentn« (Wanne) erhalten bleiben und in den Terrassenplatz integriert werden, genauso wie der kleine Gartenschuppen.
Diskret zum Bestand versetzt, legt der Zubau einen Arm um seinen etablierten Nachbarn, sucht Halt und stützt zugleich. Auf der anderen Seite bleibt er in gläserner Distanz, schafft dem Anbau noch ein Dazwischen.

Eine einfache prefabrizierte Holzkonstruktion, deren Spannrichtung über die lange Seite eine klare Orientierung zum Garten hin zuläßt. Eine Dachterrasse, durch die Fenstertüre im 1. OG betretbar.

Das ca 30 qm große Wohnzimmer dient der Familie als Wohn-und Essraum, der sich über eine Schiebetür, fast ebenengliech, zum Garten hin öffnet. Die etwas zurückspringende Fassade lässt einen Zwischenraum entstehen, der bei Regen als geschützter Ort Aufenthalt gewährt, auch dem Wäscheständer.

Die Gebäudenutzfläche wurde, mittels Zubau sowie Ausbau des Dachgeschosses, von ca. 100 qm auf ca. 170 qm erweitert. Allein mittels der Dämmung der Dachfläche sowie der grossflächigen Aufglasung des Zubaus nach Süden hin, konnte gleichzeitig der Heizenergiebedarf um knapp 30% reduziert werden (vorher: ca. 60.000 kwh; nachher: ca. 43.000 kwh)

zeit: 2004/2006
lp: 1-9
ort: münchen-sendling/d
nf: ca. 34 qm
bri: ca. 100 m3
baukosten: ca. 58.000,– euro
bauherr: privat
tragwerk: lieb obermüller+partner, münchen
grundbau: prangenbergBau, rommerskirchen
holzbau: holzbau vorholz hawran gmbh, geretsried
schreiner: schreinerei schaber, haimhausen
haustechnik: galiano & geiger, münchen
mitarbeit: natascha berglehner, carolin gottlieb, julia klassen, stephanie
 pirkl
publikation: europaconcorsi.com

detached house annex, munich, completed: »living-bush« for a young family leaving the country and moving into the bavarian capital: prefabricated wood construction whose structural left-to-right orientation allowes maximum opening towards garden & sun.

01Jul/06

053 baywa-halle [als film-clip]

»… also mir hat das spaß gemacht gemacht ich würd´ dirket nochmal so ein ding bauen – würd ich wirklich machen. die räume sind einfach schön – also ich fühl mich wohl, weil raum ist sehr wichtig für mich – ich hab ein freies gefühl hier im haus. …«

[clip, quelle: br, 01’44”]
18Jan/06

060 ferienhaus pfarrwerfen

ein paar kilometer im salzburger land, im weiler pfarrwerfen, soll ein hanglagiges ferienhaus aus den 60ern räumlich aufgeräumt/angepasst und thermisch aktualisisert werden: das gartengeschoss klären wir mittels zusammenziehen von geschirr- und geräteschränken mit der tür der speis, der fussboden wird wärmegedämmt, sein oberbelag wird durchlaufend. hinauf ins eingangsgeschoss gehts durch einen hangseitigen, ja, nun, kellergang-haften kellergang…

[grundrisse dg/eg/gg mit grosszägigen eingebauten stauräumen in ondolierenden trennwänden]

… und das das man sich hier gerade bergseitig aufhält, das intonieren wir dann auch:

im eingangsgeschoss gibts dann noch, für die vielen töchter, enkel und neffen ein anständig dimensioniertes und illuminiertes bad, mit fast schon japanisch/koreanischer anmutung.

… und interessante Ideen eingebracht. Wir mussten unsere Ideen aus wirtschaftlichen und psychologischen Gründen stark zurückschrauben. Architektonisch ist das Objekt jetzt für Sie vermutlich auch nicht mehr sonderlich interessant. In erster Linie müssen handwerkliche Arbeiten (neue Boiler und stellenweise Installationen, Abdichten des Kamins etc.) ausgeführt und überwacht werden. Wir haben uns deshalb für einen Baumeister aus Salzburg entschieden, der die regionalen Handwerker kennt. Ich hoffe, Sie sind uns deswegen nicht böse und würde mich freuen … [das bauvorhaben wurde nach der vorentwursphase eingestellt]

18Aug/05

058 prototypische appartementsanierung

einer einheit eines 70er jahre appartementeschlittens werden die arbeitslos rumstehenden wände entnommen. ein prototypisches plug & play oligofunktionsmöbel wird zum server des units: foyer, garderobe, küche, speis, putuzkammer, spiegelkabinett, overheadstorage und bar.

 

der server ist mit strom-, zu-/abwasser-/luft-/telekommunikationsanschlüssen ausgerüstet.
in grey-blue oder postit-yellow erhältlich.

[photos: © monika ribbe, münchen]

[grundriss, schnitte]
30Mai/05

056 ammerlandbad

ein kleineres bauvorhaben: ein badezimmer von 2,50 x 2,50 meter. die allgegenwärtige g’schamige installationswand kommt hier in zwei abarten vor: zur linken, eine lendenschurzhafte schwebende schale, an der wc und waschbecken andocken, in der spülkasten, badezimmerschrank, illumination und ein eingezogener spiegel platz finden. und die rohre sieht man bisserl raushängen. zur rechten stopfen wir die wanne in die wand.

[holzverbundwerkstofftafeln als schreiner-gerechter ausbau, pigmentierter und hartgeölter zementestrich]
18Mai/05

055 studierendenwohnheim münchen

an der studentenstadt (a:ernst maria lang und sepp pogadl) weiterbauen: (wie) lässt sich der von den beiden hochhausscheiben, nach süden und westen hin gerahmte parkplatz am nördlichen ende der seinerzeit grössten studentischen wohnanlage deutschlands, ergänzend zu wohnzwecken nutzen?

lageplan [quelle: studentenwerk münchen]

situation

gutachten, vorentwurf [entwurfspläne sind zzt nicht aufzufinden, stay tuned…]

21Apr/05

054 ernst sachs bad kunsthalle schweinfurt

das ernst sachs bad in schweinfurt (1931-1933) geplant vom (später dann auf der gottbegnadeten-liste geführten) architekten roderich fick, wird zur kunsthalle der stadt transformiert.

bestand, ansicht nord [quelle: stadt schweinfurt]

stadtplan, ausschnitt [quelle: stadt schweinfurt]

lageplan

grundriss eg, grundriss ug, grundriss og

schnitte, ansichten

der bestand wird weitestgehend belassen und mit zwei klar lesbaren eingriffen sowohl historisch präzis verankert, als auch für seine neue aufgabe ertüchtigt:
a
der naturwerkstein-gerahmten eingangssituation wird ein mehrfunktionaler funktionskörper (mit foyer, bühne, rolli-lift, …) vorgestellt

b
das schwimmbecken, von einer unzahl, im raster gesetzter kernbohrungen perforiert und mit blauen glaszylindern verfüllt, wird zum vortragssaal, begleited von einer offenen erschliessung aller geschosse.

einsatzmodell schwimmhalle

unterm schwimmbecken, mit (rolligerechter) zugangsrampe zum vortragssaal

offener realisierungswettbewerb

modell
frieder grüne, wolfratshausen

photographie
monika ribbe photodesign, bad aibling

21Mai/03

044 möbelsystem steelheeled cuisine

wendbare flatpack-küche aus 3 zuschnitten fassadentafel [holz-verbundwerkstoff] und ein paar z-winkeln aus 10 mm gewachstem stahl verbunden mit gesenkten rostfreien innensechskant-schrauben in geschnittenen gewinden. dann noch 2 oder 3 stahl-stangen als hänge-occasionen für kleingerät & trockentuch und fertig.

die küche wurde für eine ausstellung [»zum gebrauch«] schnell mal daheim abgebaut, transloziert und einer breiteren öffentlichkeit vorgestellt und dann wieder heim. irgendwann später konnte sie ihre lässige versabilität mittels wendbarkeit [von waschbecken links auf waschbecken rechts] anlässlich eines umzugs vorführen. und jüngst ist sie dann noch mal umgezogen. und nimmt nun an ihrem neuen einsatzort um eine achse eingekürzt den dienst auf. mal schaun was als nächstes auf sie zukommt…

 

01Mrz/03

040 praxis dr. s

a
in the middle of nowhere in der s-bahn-peripherie münchens, in einem austauschbaren kleinen büround geschäftshaus aus den 90ern möchte eine junge approbierte zahnärztin ihre erste praxis einrichten.

b
gilchinger architecture parlante der arbeitsplatz aller dentalmediziner, die cavitas oris propria, die mundhöhle, wird idealisierend auf die praxis abgebildet: blitzeblanke zähne strahlen in blendendem weiß aus dieser orange-rot pulsierenden mundhöhle heraus, die zahnärztin wie auch ihre assistentinnen finden sich als beweglicher zahnersatz, weiß gewandet, inmitten des unvollständigen zahnbildes wieder, ein zahnbild ausnahmslos kariöser zähne, mit aushöhlungen für rezeption und spüle, für archiv und kunstoffüllungen. weiße möbel und einbauten vor zahnfleisch, weiße figur vor orangenem grund -ganz einfachund die zahnärztin wie auch ihre assistentinnen tragen mit ihrer weißen arbeitskleidung dazu bei dieses bild zu stärken…

the color of money das knappe budget als inspirierendes moment; die kosten der farbe, oranger kautschuk und orange dispersion: spielten die parameter ort, funktion, raum und kosten zu beginn noch antipoden, so entwickeln sie sich im laufe der diskussion zu einer eingespielten, das konzept kraftvoll ziehenden, quadriga: das eigens gemischte orange von wand und decke verursacht einen nur marginalen aufpreis zur weißen dispersion, die farbe des kautschuks ist finanziell ebensowenig nachzuzeichnen. der bewusste, weitestmögliche verzicht auf, weltliche produkte, leuchten, möbel etc., die maximierte integration der funktionselemente in die kavitäten der einbauten verhindert dann auch vermeidbare investitionen, stützt dann auch die annäherung des praxisraums an die abstraktion seiner idee, lat.: cavita oris propria.

e
entwurf empfang, warteraum, zwei behandlungszimmer, büro, massageraum, sozialraum, abstellraum sind auf gerademal drei zimmer zu verteilen. dem 40 qm großen empfangsraum sind also zwei »zähne« eingestellt: empfangtheke und archivbox, beweglich scheinende folies in diesem großraum, über beide lässt sich hinüberschauen. ungewohnt und rätselhaft in ihren proportionen gliedern sie die verschiedenen nutzungen ohne das raumvolumen zu zertrennen. die beidseitig bedienbare,


gerade zwei meter hohe aber gut einen meter dicke archivbox vereint besenkammer und zwanzig meter karteiauszüge, vereint sekretär und vorratsschrank, ist zonierender paravent vor labor und wc, ist nach oben strahlender leuchtkörper. gleich der archivbox, der ebenfalls tiefrotes linoleum ihre kaufläche umfasst, ist auch die empfangstheke zweites zonierendes element in diesem mehrfunktionalen verteilenden raum. sie erlaubt den zu empfangenden überblick, nicht aber einblick, gewährleistet wartenden wie rezeptionistin ob des großraums privatheit in der uneinsehbarkeit der sitzenden…

f
…»..sieht gar nicht aus wie beim zahnarzt..« sagen die patienten und sind erst mal beschäftigt mit den kräftigen farben, den ungewohnten möbeln – abgelenkt in jedem fall vom grund ihres besuches.

zahnarztpraxis, gilching
realisierung

> publikation bauwelt
> publikation handbuch arztpraxen