Category Archives: 01 praxis / practice

21Feb/07

072 kunstarkaden münchen

den im strassenbild kaum wahrzunemenden kunstarkaden der stadt münchen eine adresse, einen zugang, eine darstellung in den öffentlichen raum hinaus zu geben, war gegenstand des gutachtens.

mit einem einzigen (aber satten) fensterladen bedeuten wir diesen eingang, gewähren ihm eine situation, ein schützendes vordach, signalisieren ob’s geöffnet oder geschlossen ist, annoncieren current oder coming attractions

[in geschlossenem zustand]

[und während der öffnungszeiten]
18Feb/07

070 wannenei

die weiterentwicklung der badewanne vom eher pragmatischen wasserbehältnis hin zur uteralen höhle. das herstellungsverfahren ist dem surfboardbau entlehnt, ein durchgestringerter hartschaum-kern, mit glasfaser-armiertem kunststoff laminiert, topcoat, feinschliff. in einer anderen ausführungsform, ist das ei aus hartgeöltem balsa gearbeitet. he’e nalu!

15Okt/06

066 vollsortimenter

Von der Kaserne zum urbanen Wohnviertel – so lässt sich die Entwicklung des neuen Stadtquartiers »Am Ackermannbogen« betiteln. In exzellenter Lage ist ein beliebtes Neubaugebiet entstanden, zwischen den prächtigen Hauszeilen Schwabings aus der Gründerzeit und dem weitläufigem Olympiapark.
 Das Stadtquartier ist umgeben und durchzogen von viel Grün und bietet eine sehr hohe Wohnqualität.
500 Arbeitsplätze und 2.200 Wohnungen entstehen für Jung und Alt, Singles und Familien. Verschiedene Wohnformen siedeln sich an, vom Doppel- und Reihenhaus bis zum Geschosswohnungsbau, ob freifinanziert, nach dem München Modell gefördert oder im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus.
Auch Baugemeinschaften und Wohngenossenschaften haben hier Raum erhalten und ihren Traum vom eigenen Haus in der Gruppe verwirklicht. Ein quirliges Viertel entwickelt sich, das nun auch einen »Marktplatz« erhalten wird.
Zur eigenen Nahversorgung soll im vierten Bauabschnitt im Südwesten ein Supermarkt entstehen, umgeben von weiteren Läden und einem Ärztehaus.

Den besonderen Charme des Viertels könnte an dieser Stelle die Ansiedlung von Ateliers zusätzlich befördern: Das ansonsten brach liegende Dach des Supermarkts wird bespielt mit flexiblen Räumen, in denen Künstler, Handwerker und Freiberufler arbeiten und wohnen. Die Werkstätten »umranken« den Supermarkt quasi als aufgesetzte Vitrinen. Passanten erhalten durch Schaufenster Einblick in die Ateliers, Büros und Werkstätten. Begrünte Bereiche auf dem Supermarkt laden die »Dachbewohner« zu Begegnung und Austausch ein. Die vielgestaltige, kleinteilige Nutzung belebt und sichert den neuen Quartiersplatz und die angrenzenden Straßen.
Es entsteht eine Symbiose zwischen der Großstruktur des Supermarktes und den kleinteiligen Wohn- und Arbeitsräumen, die für beide Partner vorteilhaft ist.
[icb]

Integration
Wie lässt sich von der Großstruktur des Einkaufsmarktes, inklusive Parkhaus auf die Wohnstruktur überleiten? Statt einer langen, geschlossenen Ladenfläche legen wir eine kleinteilige Struktur um und über die geschlossene Fassade und auf das Dach des Sortimenters. Die Atelier- und Wohnräume vermitteln strukturell und inhaltlich zwischen dem Vollsortimenter und den umliegenden Wohngebäuden. Die geschlossenen Fassadenflächen und das große Flachdach werden zum »Bauplatz« für Atelier & Wohnen.

Nutzung
Auf dem Dach und an den Fassaden des Sortimenters planen wir kostengünstige Atelierräume von tatsächlicher Benutzbarkeit welche ermöglichen und Wohnen und Arbeiten zu kombinieren: Wohnateliers, Wohnungen, Ateliers, Nieschengeschäfte, private Ladengeschäfte, Ladenwohnungen, Ladenwerkstätten, Kioske, Ladenschulen etc. in Einheiten von 12,5 qm bis 250 qm. Eine sekundäre, transluzente Hülle verschafft den Ateliers zusätzliche, flexible Räume, Innenhöfe, Loggien, Freiflächen mit passivem provence-gleichem geschütztem Zwischenklima.

wohnen & atelier – was ist das?
Ein-, eineinhalb-, zweigeschossige Räume, die durch ihre Höhenentwicklung eine Kombination von atelier & wohnen zulassen, man könnte es auch Wohnatelier nennen.
Aber auch reine Wohnungen, bzw. reine Ateliers können entstehen, optimal ist eine größtmögliche Durchmischung.
20 bis 40 Wohn- und Ateliereinheiten (12.5 bis 250 qm)

Dach & Garten
Die Dachfläche wird ein begrünter, belebter Freiraum und könnte als Werkhof mit halböffentlichem Charakter
vielfältigst nutzbar sei.

Konstruktion & Energie
Industriell vorgefertigtes Holzskelett als Sekundär-konstruktion über/um akkustisch/brandschutztechnisch gekapseltem Stahlbetonkern für Kaufladen, Lieferhof und Tiefgarage.
Transluzente Kollektorfassade
Nichttragendes/flexibles Binnenwand-/installationssystem
Synenergetisches Energiekonzept

baugruppesued.wordpress.com
forum für baugemeinschaften

Merging antagonistic urban modules into symbiotic social typologies by readapting predeterminating planning tools Hybride collective urban modules are generated by transforming restrictive determining frameworks into a requirement-profile-driven amalgamate of functions and users resulting in a social responsible economically, ecologically and aesthetically optimized structure. Our research is resulting in a case-study for a hybrid building concept [supermarket + collective housing + studio/workshop] enabled by an adapted use of the zoning plan as predeterminating planning tool. It is user-based collaboratively devellopped in a selforganizing group with a combined privat/commercial lease/freehold funding concept with subsidized studio- and workshop-spaces fostering with an undoped space for useful unemployment (1).
The benefits of their symbiosis are of social [small scale community], energetic [use of waste heat], aesthetic [use of façade] and environmental [near zero footprint, urban farming] nature. Starting from social/demographic conditions the research stretches to ecologic requirements and economic restrictions, applied on small-scaled sites/objects and their possible reactive transformations into modules for sustainable cities. Our movens is the adaption of planning tools towards an approval of a symbiotic hybridbuilding-concept as new social typology. A submission for the acquisition of a plot has been handed in with the City of Munich recently, awaiting results. (1) [Right to Useful Unemployment, The; Illich, Ivan; 1978; ISBN 978-0714526638]

18Aug/06

063 umbau / refurbishment grafing

das grundstück ist ggf. unter einbeziehung des bestandsgebäudes, mit einer bebauung für zwei parteien, zunächst s.z. & familie, sowie a. & g. z., an deren stelle zu einem späteren zeitpunkt b. (& familie?) z. zu beplanen. das grundstück wie alle aufstehenden bauwerke sollen realgeteilt werden.

tabula rasa, wiesn oder hut ab? die untersuchungen, ob oder wie die gewünschten 375 qm innerhalb des finanzrahmens von 275 t euro zu erstellen sind führten uns weg von der version tabula rasa, in welcher das aufstehende gebäude einschliesslich seines untergeschosses abzufahren wäre, vorbei an der wiesn variante (belassung des untergeschosses) in richtung der lösung hut ab:

das aufstehende verputzte mauerwerksgebäude ist hinsichtlich der qualität seiner baulichen substanz als unbedingt und durchgehend solide einzustufen, allein in wärmetechnischer hinsicht sanierungsbedürftig (heizanlage, fenster, wärmedämmung). unserer ansicht nach ist ein weiternutzen des sehr gut erhaltenen und gepflegten bestands unter bautechnischen, wirtschaftlichen wie gestalterischen und funktionalen aspekten die zu favorisierende lösung.

entwurf die bestehende hülle des hauses kann die gewachsene und differenziert lebende familie einschliesslich kindern und enkeln und eltern und grosseltern und urenkeln nicht mit hinreichend wohn-/lebensraum versorgen: der bestand wird mit einer bedarfsgerechten hülle erweitert, der räumliche status-quo wird sowohl in der horizontalen (flächen) als auch in der vertikalen (höhe bzw »raum«) angepasst und aufgeräumt und ergänzt. einige räume wachsen bis an die neue aussenhaut heraus, kleinere, dienende räume finden ihren platz in dem zwischenraum, einschnitte und austritte verbinden innen und aussen. die transparente/transluzente neue hülle schafft einen zwischenraum gemässigten klimas, sie dient als solarkollektor, offeriert vielseitige »offene« räume zum basteln, trocknen, lagern, rudern, bügeln, vorziehen, …

01Jul/06

048 zubau in holz / addition

Das Haus der Großeltern, Baujahr 1934, wird von der Enkelin (Bildhauerin), ihrem Mann (Geologe) und den beiden Kindern bezogen. Wohnen und Arbeiten/Atelier sollen unter einem Dach vereint werden. Zusätzlicher Raum wird erforderlich.

Der Anbau  in Holz wird »vor das Haus gestellt«. Ablesbakeit von alt und neu waren eine wichtige Zielsetzung. Rücksichtsvoller Umgang mit dem Bestand. So konnte die Steinbadewanne aus der Entstehungszeit des Hauses, die sog. »Brentn« (Wanne) erhalten bleiben und in den Terrassenplatz integriert werden, genauso wie der kleine Gartenschuppen.
Diskret zum Bestand versetzt, legt der Zubau einen Arm um seinen etablierten Nachbarn, sucht Halt und stützt zugleich. Auf der anderen Seite bleibt er in gläserner Distanz, schafft dem Anbau noch ein Dazwischen.

Eine einfache prefabrizierte Holzkonstruktion, deren Spannrichtung über die lange Seite eine klare Orientierung zum Garten hin zuläßt. Eine Dachterrasse, durch die Fenstertüre im 1. OG betretbar.

Das ca 30 qm große Wohnzimmer dient der Familie als Wohn-und Essraum, der sich über eine Schiebetür, fast ebenengliech, zum Garten hin öffnet. Die etwas zurückspringende Fassade lässt einen Zwischenraum entstehen, der bei Regen als geschützter Ort Aufenthalt gewährt, auch dem Wäscheständer.

Die Gebäudenutzfläche wurde, mittels Zubau sowie Ausbau des Dachgeschosses, von ca. 100 qm auf ca. 170 qm erweitert. Allein mittels der Dämmung der Dachfläche sowie der grossflächigen Aufglasung des Zubaus nach Süden hin, konnte gleichzeitig der Heizenergiebedarf um knapp 30% reduziert werden (vorher: ca. 60.000 kwh; nachher: ca. 43.000 kwh)

zeit: 2004/2006
lp: 1-9
ort: münchen-sendling/d
nf: ca. 34 qm
bri: ca. 100 m3
baukosten: ca. 58.000,– euro
bauherr: privat
tragwerk: lieb obermüller+partner, münchen
grundbau: prangenbergBau, rommerskirchen
holzbau: holzbau vorholz hawran gmbh, geretsried
schreiner: schreinerei schaber, haimhausen
haustechnik: galiano & geiger, münchen
mitarbeit: natascha berglehner, carolin gottlieb, julia klassen, stephanie
 pirkl
publikation: europaconcorsi.com

detached house annex, munich, completed: »living-bush« for a young family leaving the country and moving into the bavarian capital: prefabricated wood construction whose structural left-to-right orientation allowes maximum opening towards garden & sun.

01Jul/06

053 baywa-halle [als film-clip]

»… also mir hat das spaß gemacht gemacht ich würd´ dirket nochmal so ein ding bauen – würd ich wirklich machen. die räume sind einfach schön – also ich fühl mich wohl, weil raum ist sehr wichtig für mich – ich hab ein freies gefühl hier im haus. …«

[clip, quelle: br, 01’44”]
18Jun/06

062 mensa klenze/dante

ein elternverein im dante-/ klenze-gymnasium versucht die planung ihrer g8-mensa von der determinierenden ausrichtung auf tiefkühl-mischkostverpflegung in richtung der verarbeitbarkeit frischer produkte umzustellen: und wir machen, auch weil paul günther ebendort und derzeit zur schule geht, einen vorschlag wie das räumlich gehen könnte. das projekt zeigt einen überraschend deutlichen zusammenhang zwischen temperatur von essenszutaten und flexibilität von raum ebenso auf, wie er vor augen führt, wie räumliche setzungen den vitamingehalt von lebensmitteln zu determinieren in der lage sind. [obige grundrisse zeigen die tiefkühlvariante zur linken (quelle: lh m), die frischversion zur rechten]

illustrierend, ein kurzer ausschnitt aus der längeren nutzer- und nutzereltern-planungsbeteiligungsgeschichte, aus dem: Protokoll zum Infoabend/Podiumsgespräch zwischen Vertretern des Schulreferats, des Baureferats und des Architektenbüros (…) mit Vertretern der beiden Gymnasien Dante- und Klenze- in München Sendling, Mittwoch, den 31. 05.06, 18:30 Uhr bis 22:30 Uhr; Initiatoren der Veranstaltung: Zukunftswerkstatt Klenze, RistoDante mit Unterstützung der Schulleitung

(…) Es war vom Schulreferat geplant, dem Publikum das Bauvorhaben mit einer Beamerpräsentation vorzustellen. Das kam aber nicht zustande. Die Präsentation fand anhand von Plänen statt, die für das Publikum aus der Entfernung etwas schlecht zu sehen waren. Ein Modell stand zur Erläuterung nicht zur Verfügung.
Herrn B., der Architekt erläutert die Pläne. Zunächst begründet er die Wahl des Standorts aus der Zentralität und der gleichberechtigten Erreichbarkeit für beide Schulen. Die weiteren Alternativen der Bauplätze auf dem gesamten Schulgelände wurden in Abstimmung mit den Schulleitungen als nicht geeignet begutachtet und an diesem Abend nicht weiter erläutert. (…)

Frau Christ (Vorsitzende RistoDante) fordert als Ziel dieser Veranstaltung die sofortige Beteiligung von Schülerinnen, Schülern, Eltern und Lehrern am Planungs- und Bauprozess. Nur so kann eine qualitativ hochwertige Nachmittagsbetreuung und Mittagsverpflegung an den beiden Schulen im Rahmen des G8-Systems gewährleistet und vorprogrammierte, teuere Umbauten vermieden werden.
Der Bau erfüllt in seinem derzeitigen Planungsstand die Anforderungen der zukünftigen Nutzer an den beiden Gymnasien Klenze und Dante nicht. Z.B. ist die Küchenausstattung ausschließlich auf das Konzept einer Tiefkühl-Mischkostverpflegung ausgerichtet. Diese Ernährungsform wird an unseren Schulen für die Kinder als Dauerkost abgelehnt. Fr. Christ erläutert pädagogische Hintergründe und ernährungswissenschaftliche Details.
Der durch die Satzung festgelegte Zweck der Vereins RistoDante e.V. ist die Verwirklichung der Selbstorganisation der Mensa und einer Cafeteria durch Schülerinnen, Schüler und Eltern unter Anleitung von Fachkräften. Mit dem Neubau wird die Infrastruktur für Nachmittagsbetreuung/Mittagsverpflegung für die nächsten Jahrzehnte festgelegt.
Um dem Argument des Bauherrn, „für den Dialog sei es jetzt zu spät und jede Umplanung mit Kosten verbunden“, entgegen zu treten, zitiert Fr. Christ eine E-Mail, die sie bereits vor einem Jahr vom Schulreferat (Herrn Stein) erhalten hat, in der auch zu diesem frühen Zeitpunkt bereits stand, „die Planung ist abgeschlossen“.(…)

Die Lage der Toiletten im Keller stellen für die Schülerinnen und Schüler ein Sicherheitsrisiko dar, deshalb besteht die Forderung einer Umplanung. Die Antwort der Verantwortlichen dazu ist: die Toiletten lassen sich nicht umplanen, Lösungsvorschlag: die Toiletten, sowie das gesamte Kellergeschoss können während des Schulbetriebs abgesperrt werden. Dazu gibt es am Ende der Kellertreppe eine Tür. Toiletten sind für den Mensabetrieb nicht zwingend erforderlich und müssen lediglich für den Veranstaltungsbetrieb nachgewiesen werden.

die für (uns) erste unfassbarkeit war, dass vom architekten/hochbauamt keine, wie ja angekündigt, beamerpräsentation erfolgte. die pläne wurden hinter(!) die damen und herren  verantwortlichen, teils übereinander(!) an stellwänden gehängt. ein modell war nicht vorhanden. die pläne waren somit für das publikum nicht lesbar. die vorstellung war so, daß eigentlich niemand kapieren konnte, was da gebaut wird. weder im großen des baukörpers, noch im kleinen der inneneinrichtung/farben/materialien… leider fragt dann aber auch niemand nach (…) [g&s]

18Mrz/06

061 tsunami memorial bygdøy

the untameable nature, its uncalculable, unpredictable, interventions: unpredictable it floats in the flood, uncalculable it submarines during ebbs, it comes and goes, making a void into the ocean, softening, taming the surface:

a inflating/flooding rubber-pneu, elasticly anchored to the ground, controlled by nature, by tidals, by waves, by sun, by temperature, by wind, by sound; ±5 m diameter, ±20 m offshore

tsunami disaster dec 26th 2004 memorial site bygdøy peninsula, oslo, norway

[Open, International Competition for Project Ideas; Memorial site in Norway for the victims of the tsunami disaster Dec 26th 2004; The National Foundation for Art in Public Buildings, Norway, (Utsmykkingsfondet for offentlige bygg) hereby invites artists working within the fields of visual art, arts and craft, architecture, landscaping and other visual expressions designers, to participate in an open, international competition for project ideas. In the wake of the tsunami disaster in South East Asia on 26th December 2004, the Norwegian Government has put The National Foundation for Art in Public Buildings in charge of a memorial site in Norway to honour the victims. The Foundation has appointed a Committee, whose task is to plan the project and put it into effect. The Memorial Site is to be open and inclusive to all people – independent of nationality or religion. The purpose of the site is to be a space for mourning and contemplation for those who have experienced dramatic events in their lives. The memorial site is to be an art/architectural project. It will be located somewhere on the Western shoreline of the Bygdøy peninsular in Oslo, Norway, and it is to be visible from both land and sea. This area, with its beach and its varied topography, is used all year round for outdoor activities. There will be no nameplate at the memorial site. source: Utsmykkingsfondet for offentlige bygg, Oslo, Norway]
18Jan/06

060 ferienhaus pfarrwerfen

ein paar kilometer im salzburger land, im weiler pfarrwerfen, soll ein hanglagiges ferienhaus aus den 60ern räumlich aufgeräumt/angepasst und thermisch aktualisisert werden: das gartengeschoss klären wir mittels zusammenziehen von geschirr- und geräteschränken mit der tür der speis, der fussboden wird wärmegedämmt, sein oberbelag wird durchlaufend. hinauf ins eingangsgeschoss gehts durch einen hangseitigen, ja, nun, kellergang-haften kellergang…

[grundrisse dg/eg/gg mit grosszägigen eingebauten stauräumen in ondolierenden trennwänden]

… und das das man sich hier gerade bergseitig aufhält, das intonieren wir dann auch:

im eingangsgeschoss gibts dann noch, für die vielen töchter, enkel und neffen ein anständig dimensioniertes und illuminiertes bad, mit fast schon japanisch/koreanischer anmutung.

… und interessante Ideen eingebracht. Wir mussten unsere Ideen aus wirtschaftlichen und psychologischen Gründen stark zurückschrauben. Architektonisch ist das Objekt jetzt für Sie vermutlich auch nicht mehr sonderlich interessant. In erster Linie müssen handwerkliche Arbeiten (neue Boiler und stellenweise Installationen, Abdichten des Kamins etc.) ausgeführt und überwacht werden. Wir haben uns deshalb für einen Baumeister aus Salzburg entschieden, der die regionalen Handwerker kennt. Ich hoffe, Sie sind uns deswegen nicht böse und würde mich freuen … [das bauvorhaben wurde nach der vorentwursphase eingestellt]

01Dez/05

059 werkbundsiedlung

Stadtbaustein Werkbundsiedlung
Exemplarisch, vielleicht mit Vorbildfunktion.
Aber nicht stolz auf sich bezogen sondern das urbane Netz weiterspinnend, belebend, entfachend. Ein richtig guter Nachbar eben, Defizite lindernd, behebend. Potenziale aufdeckend.

Auf dem Weg von der Münchener Innenstadt gen olympischem Park, mithelfend das zwischen Schwabing und Neuhausen es nicht nur eine Ansammlung von Häusern hat.

Ort
Ein umzäuntes und abeschlossenes Areal mit präzisen aber autistisch scheinenden Nachbarn und kaum überwindlichen Verkehrsadern von seiner Umgebung isoliert. Öffnen wir dann uns doch zuerst einmal gen Westen, wo Kunst, Handwerk und städtische Einrichtungen sich zu einer höchst urbanen Mischung vereinigt haben. Und dann viceversae, den Westen auch zu uns:

Dieses Kunstquartier ist als kreatives Umfeld zu erhalten. Das ist doch was Stadt ist. Mit replazierenden WohnHochhäusern kann es urban nachverdichtet werden. Obstbäume zu beschneiden lohnt sich, auch zwischen durch nachpflanzen ist gut.

4/4 Viertel
Das Ganze ist manchmal mehr als die Summe seiner Teile.
Ein neues Quartier (lat. quartus) entsteht, ein neues Viertel, vier viertel, vier Viertel, viele Viertel, Stadt ist vielfältig, vielviertlig. Kleinteilig, aneigenbar, situationsgerecht: ein Hof im Hof, ein abgewinkelter Schutzarm, die StadtWaldHäuser und die Kristalle, erschlossen von, verbunden über die grosse Wiese, dem zentralen öffentlichen Raum.

[photo: monika ribbe, münchen]

öffentlicher Raum
Räume, Plätze, die ein Zusammentreffen ermöglichen hat es mehrschichtig, mehrmassstäblich: unter den Quartieren, innerhalb der Nachbarschaften, wie innerhalb der Häuser und innerhalb der Wohnungen: draussen Holzhackplatz, Autowaschplatz, Reperaturschuppen, Freiküchen, Grillplatz, Feuerstellen, Pool, Tiere (Bienen, Hühner), Wasserpumpe… und drinnen Ateliers und Werkstätten für alle! Wir legen einen erweiterten Atelierbegriff zu Grunde, der allen Menschen Räume eröffnet, Räume um tätig zu werden. Ateliers zum Fahrradreparieren, Kochen, Singen, Zusammentreffen. Ateliers zum (re)generieren statt zum Konsumieren, Ateliers, die eigene Potenziale uns finden lassen.

Hof im Hof
In den Hof, in dessen üppigen Baumbestand, schreiben wir einen weiteren Hof ein. Auf einem leicht erhöhten rotem Asphaltfeld fassen die leicht angeflügelten Gebäude einen geschützten Inneninnenhof, einen Ort für Begegnungen, Gespräche, … der diese Gebäude bewohnenden, aus aller Welt zusammengewürfelten Studierenden.

Werkbundhochhaus

[photo: monika ribbe, münchen]

Nachverdichtung und pointierende Ergänzung: unterschiedliche Stockwerkshöhen, geschoßweiser Selbstausbau. Das oberste Stockwerk als auch das Dach sind öffentlich. Eh.

Deckarm
Gewerbe im weitesten Sinn entlang der Schweren Reiter Straße. Auch Lärmschutz.

Doch genauso könnte die weiche, sonnige Innenseite zum Wohnen zur Verfügung stehen. Kombi-Büros, in diesem Falle wäre die Kombi Wohnen und Arbeiten. Gut für Work-o-holics, die zwischendrin gerne die Waschmaschine betreuen und auf dem eigenen Balkon Mittagessen wollen.

GemeinschaftsWohnkristalle
Fluider öffentlicher Raum, durch den man vom Wiesenfeld und von der HessParkStraße aus durchsickern kann. Die einzelnen Wohnkristalle haben ihre Freiräume eher in den Häusern. Diese Häusesr sind gut geeignet für gemeinschaftliches Wohnen, für Baugruppen usw, die »ihr« Haus bauen wollen, das durch den Prozeß der Beteiligung eine eigene Form bekommen kann. Die von uns dargestellten Formen sind Platzhalter für die Prozeßhaftigkeit der Entstehung einer freien und persönlichen Form.  Sauna, Werkstatt, Küche, Tischtennisraum haben Platz in den dicken Bäuchen der Häuser. Sonnendeck auf dem Dach inbegriffen. Hier könnte auch der Kindergarten irgendwo im EG untergebracht sein, falls der überhaupt noch gebracht wird, bei soviel Eigeninitiative…

Wiesenfeld
Das Wiesenfeld ist eine große Wiese, wie der Name schon sagt. Wenn frisch gemäht klappts gut mit Fußball, ansonsten träumen wir im hohen Gras. Die offene Wiesenfläche des Wiesenfeldes verbindet sich über ein T mit der HessPARKstraße und läßt auch Radler und Fußgänger durchs Quartier.

HessParkStraße
Kleine Asphaltpfade die sich durch das Pioniergehölz schlängen und im Norden auf eine freie Fläche  treffen. Eingestreut Skaterampen, Feuerstellen, Kletterfelsen. Auch Flächen die nicht definiert sind.

Die Ungestaltetheit, wonach wir uns sehnen, die auch kostengünstig im Unterhalt ist. Das Band wird zusammen mit dem 8000 qm großen Wiesenfeld gelesen. Die HessParkStraße ist neue Mitte zwischen den sich entwickelnden Quartieren zu seine beiden Seiten und Verbindung für Radler und Fußgänger, die aus der Stadt kommen zum Olympiapark wollen.

StadtWaldHäuser
Der vorhandene Baumbestand ist prägend für diesen Teil. Grüne Zimmer werden respektiert und schaffen intimere Wohn- und Freiräume.

Reihenhäuser E+2  bilden eine flache, dichte Struktur. Die Häuser selbst ermöglichen so ziemlich jede Art von  ZusammenLeben, und wenn die Ex-Freundin des ältesten Juniors dann doch noch (mit, trotz oder wegen des Nachwuchses) einziehen mag, dann ist das ohnen grosses Aufhebens möglich. Und die Schwiegermutter auch noch…

[photo: monika ribbe, münchen]

Aus Dickholzschotten in einer strengen Grundstruktur errichtet, können durch die serielle Anordnung der Treppen waghalsigste Puzzle-Familien-Szenarios beherbergt werden, Erschliessungsszenarios erfolgen.

Prozess

entwurfsprozess

Plan

klaus overmeyer, berlin
werkbundsiedlung-wiesenfeld.de

werkbundsiedlung wiesenfeld, competition
a werkbundsiedlung. something old-fashioned seems to resonate in the word »werkbundsiedlung« (werkbund housing development), which, in contrast to the general practice in current german, has no english components and appears somewhat unwieldy as if its history and significance could be discerned in it directly. or should we
say something ‘timeless’ resonates in it because »werk« (»work«), »bund« (»union«) and »siedlung« (»settlement«) designate fundamental aspects of human cohabitation? timeless perhaps because projects such as weißenhof in stuttgart, which still sets standards today, are associated with it? and big names such as le corbusier or mies van der rohe?

18Aug/05

058 prototypische appartementsanierung

einer einheit eines 70er jahre appartementeschlittens werden die arbeitslos rumstehenden wände entnommen. ein prototypisches plug & play oligofunktionsmöbel wird zum server des units: foyer, garderobe, küche, speis, putuzkammer, spiegelkabinett, overheadstorage und bar.

 

der server ist mit strom-, zu-/abwasser-/luft-/telekommunikationsanschlüssen ausgerüstet.
in grey-blue oder postit-yellow erhältlich.

[photos: © monika ribbe, münchen]

[grundriss, schnitte]
18Jun/05

057 kindercampus garching

für den campus der TUM garching ist eine tagesbetreuung für kinder im alter von 0 bis 6 jahren als auch raum für eine ferienbetreuung für schulkinder als beitrag zur gendergerechten hochschule zu planen.

ort als möglicher ort für diese einrichtung ist die freifläche nördlich des walter-schottky-instituts angedacht. eine prüfung des campus auf alternative standorte ist von unserer seite bislang nicht erfolgt, jedoch dringend angeraten.

räume & flächen ein kinderhaus welches eine tagesbetreuung von kindern im alter zwischen 0 und 6 jahren sicherstellen soll hat zur erreichung von alterspezifischen förderungs- und bildungsmöglichkeiten
differernzierte räumlichkeiten und freiflächen zur verfügung zu stellen.

kindercampus sicher und geborgen · offen und neugierig· flächensparend· kostengünstig· ökologisch · barrierefrei · integrativ · masstäblich

situation am übergang von der landschaft der münchener schotterebene zum campus der tum garching stehen naturnähe und ökologischer bezug sicherlich im vordergrund. dieses herausragende potential wollen wir für das gebäude, für dessen kleine und große nutzer und nutzerinnen ausschöpfen.

gutachten, grundlagenermittlung
kindercampus für die kinder der mitarbeiter und mitarbeiterinnen der TUM garching nördlich des walter-schottky-instituts, campus garching · möglicher träger: landesbund für vogelschutz

30Mai/05

056 ammerlandbad

ein kleineres bauvorhaben: ein badezimmer von 2,50 x 2,50 meter. die allgegenwärtige g’schamige installationswand kommt hier in zwei abarten vor: zur linken, eine lendenschurzhafte schwebende schale, an der wc und waschbecken andocken, in der spülkasten, badezimmerschrank, illumination und ein eingezogener spiegel platz finden. und die rohre sieht man bisserl raushängen. zur rechten stopfen wir die wanne in die wand.

[holzverbundwerkstofftafeln als schreiner-gerechter ausbau, pigmentierter und hartgeölter zementestrich]
18Mai/05

055 studierendenwohnheim münchen

an der studentenstadt (a:ernst maria lang und sepp pogadl) weiterbauen: (wie) lässt sich der von den beiden hochhausscheiben, nach süden und westen hin gerahmte parkplatz am nördlichen ende der seinerzeit grössten studentischen wohnanlage deutschlands, ergänzend zu wohnzwecken nutzen?

lageplan [quelle: studentenwerk münchen]

situation

gutachten, vorentwurf [entwurfspläne sind zzt nicht aufzufinden, stay tuned…]

21Apr/05

054 ernst sachs bad kunsthalle schweinfurt

das ernst sachs bad in schweinfurt (1931-1933) geplant vom (später dann auf der gottbegnadeten-liste geführten) architekten roderich fick, wird zur kunsthalle der stadt transformiert.

bestand, ansicht nord [quelle: stadt schweinfurt]

stadtplan, ausschnitt [quelle: stadt schweinfurt]

lageplan

grundriss eg, grundriss ug, grundriss og

schnitte, ansichten

der bestand wird weitestgehend belassen und mit zwei klar lesbaren eingriffen sowohl historisch präzis verankert, als auch für seine neue aufgabe ertüchtigt:
a
der naturwerkstein-gerahmten eingangssituation wird ein mehrfunktionaler funktionskörper (mit foyer, bühne, rolli-lift, …) vorgestellt

b
das schwimmbecken, von einer unzahl, im raster gesetzter kernbohrungen perforiert und mit blauen glaszylindern verfüllt, wird zum vortragssaal, begleited von einer offenen erschliessung aller geschosse.

einsatzmodell schwimmhalle

unterm schwimmbecken, mit (rolligerechter) zugangsrampe zum vortragssaal

offener realisierungswettbewerb

modell
frieder grüne, wolfratshausen

photographie
monika ribbe photodesign, bad aibling

19Jan/04

046 gemeinschaftswohnen

die zukünftigen bewohnerinnen und bewohner des wohnmodells an der sand,- und linprunstraße sind staatsbedienstete, die für einen zeitraum von 3 monaten bis 3 jahren nach münchen kommen, um eine aus- oder fortbildung zu absolvieren z.b.polizisten, justizangestellte etc. für diesen temporären aufenthalt in münchen soll eine wohnform angeboten werden, die mit dem arbeitstitel »GemeinschaftsWohnen« umschrieben werden kann, das irgendwo zwischen jugendherberge und hotel, studentenwohnheim und wohngemeinschaft angesiedelt ist. wohnen soll als realisierbare utopie wieder zum kollektiven ergeignis werden und der vereinzelung und vereinsamung entgegenwirken.

grundstück / städtebau
die beiden über eck stehenden baulücken sind teil eines städtischen blockes, der von der nymphenburgerstraße, der erzgießereistraße, der linprunstraße und der sandstraße aufgespannt wird.geprägt ist der block von dem großmäßstäblichen justizgebäude und dessen erweiterungen. eine geschlossene blockstruktur war und ist nicht vorhanden. die offenheit und durchgrünung desblockes, das aufeinandertreffen unterschiedlicher maßstäbe sind charakteristika  dieses besonderen stadtbausteines, den wird hier mit drei vorschlägen interpretieren. interpretation des ortes die schließung der baulücken ist eine naheliegende lösung, die, wenn die maßstäblichkeit der nachbarbebauung eingehalten wird eine möglichkeit der reaktion darstellt. (»passivhaus«) eine wirkliche interpretation und überhöhung der städtebaulichen situation ist jedoch eine verbleibende öffnung im blockrand.sei es durch die »himmelhäuser«, denen ihre außentreppe den nötigen abstand zur nachbarbebauung gewährleistet oder dem »backhaus«, dem es gelingt diebaulücke an der sandstraße gänzlich freizuhalten. mehrwert durch gemeinschaftswohnen ein räumlicher, kostenmäßiger und sozialer vorteil entsteht, indem unterschiedlich große personengruppen räume gemeinsam nutzen, die bei »single-wohnen« jedem einzeln zugeordnet werden müssten. z.b. küche, bad, wohnzimmer. d das zimmer als möbel jede person hat ein eigenes zimmer, das mit einer kleinen nasszelle (wc, wb) ausgestattet ist. das zimmer ist durch einbaumöbel zur sofortigen nutzung bereit. das zimmer kann in der fläche stark reduziert sein, da das haus als ereignis zur verfügung steht. e wohnküche gemeinschaftlich genutzte bereiche sind räume, die an schnittstellen der bewegung entstehen.sie sind informell nutzbar und schwellenlos. das haus als platz und weg ein teil des hauses-dach oder erdgeschoß oder beides stehen der ganzen hausgemeinschaft zur verfügung. dachterrasse und/oder garten sind die orte deszusammentreffens. es entsteht eine hierarchie der gemeinschaftlich genutzten räume.