Tag Archives: öffentlicher raum

17Oct/15

pojangmacha @ MDFF 2015

mdff2015

it is with greatest pleasure, that we can announce, our korean typologies production of a teilzeitraum film:  포장마차 / pojangmacha to be screened as italian premiere at the milano design film festival! the screening is about to take place sunday 18. october 2015 @ 17:30 at anteo spazio cinema, via milazzo, 9, milan/Italia

14Jul/14

130 askren manor

Aus Alt mach Neu – Transformation statt Abbruch

Städtebau & Identität
Die einprägsame städtebauliche Figur der Wohnsiedlung Askren Manor erinnert an weltbekannte Siedlungsentwicklungen der Architektur und des Städtebaus der Moderne in den 20er und 50er Jahren.
Die räumliche Qualitäten, die Askren Manor einbeschrieben sind und an Siedlungen von Ernst May in Frankfurt (z.B. Römerstadt) erinnern, konnten bisher durch die fehlende Anbindung an die Umgebung, die autogerechte innere Erschließung, die gleichartigen Wohntypologien und die sterile Gestaltung der Details nicht zum Tragen kommen.

transformative evolution, progressive transformation, kontinuierliche adaption, …
_erkennen der vorhandenen Werte (90% der Grundlagen für ein modernes, attraktives, gemischtes Wohnquartier sind bereits vorhanden)
_arbeiten mit den Gegebenheiten des Ortes
_gezielte, punktuelle Eingriffe, die sich jedoch maßgeblich positiv auf die gesamte Anlage auswirken

Maßnahmen
Die Grundstruktur der Siedlung, die linear ausgerichteten, Ost-West orientierten Wohnhäuser bleiben als identitätsbildender Körper in ihrem städtebaulichem Grundriss für das neue Quartier erhalten, ca 30% der Wohnzeilen werden durch neue gebaute Typologien, Reihenhäuser und freistehende Einfamilienhäuser (Wohneigentum) ersetzt.


Der Bestand (ca. 70%) wird in verschiedenen Transformationsstadien umgebaut: vom einfachen Anbau einer Schallschutzmaßnahme, verglaste Loggia, Aufzug etc. bis zum herausschneiden von Gebäudeteilen aus dem Bestand (à la Gordon Matta Clark), um eine Einfamilienhaus mit umgebenden Garten zu erreichen. Die Bestandshäuser die eine Umwandlung von der Wohnzeile zum Einfamilienhaus/ Stadthaus erfahren, haben eine großzügige Wohnfläche (bis zu 300 m²) und doppelgeschoßige Räume. Die räumliche Großzügigkeit und das individuelle Erscheinungsbild der so umgebauten Häuser gibt Freiheit und Großzügigkeit.

Umbau Geschosswohnung 12 x 18 WE 256 WE

Umbau Reihenhaus : 6 x 6 WE 42 WE

 

Umbau Einfamilienhaus : 3 x 4 WE 12 WE

Neubau Einfamilienhaus : 5 x 6 WE 30 WE

Neubau Reihenhaus : 5 x 12 WE 60 WE

Durch punktuellen Abbruch entsteht eine zusammenhängende Freiraum/Platz/Park Spange in Nord-Süd Richtung. Die Schülerinnen und Schüler können autofrei, im Grünen zu dem südlich anschließenden Schulgürtel gelangen. Im Süden und Westen erweitern großzügige Parks das Quartier. Sie schaffen eine Anbindung an die Landschaft und an die Grünzugverbindung mit Schulen zur Innenstadt. Die Erschließung für Fahrzeuge erfolgt nun in Ost-West-Ausrichtung. Die neuen Straßen binden das Quartier nach Osten hin in den Stadtkörper ein und schaffen Adressen und Verbindungen des ehemals geschlossenen Areals. Ein neuer Boulevard am John-F.-Kennedy Ring bildet eine Verknüpfungszone aus. Die Freiräume zwischen den Zeilen sind frei von Durchgangsverkehr und erhalten in einer Ausprägung unterschiedlicher Freiraumtypen als Gärten, Anger, Höfe nun eine hohe Aufenthaltsqualität. Jeder Bauabschnitt erhält eine Kindertagesstätte, das Quartier erhält einen Bürgertreff. Großzügige doppelgeschossige »Ladenwohnungen« in den umgebauten Bestandhäusern ermöglichen eine vielfache freiberufliche Nutzung: Büros, Ateliers, Yogagruppen, ruhiges Gewerbe. In der aktuellen Ausstellung »»Schweinfurter Wohngeschichten« beweist die Stadt, daß sie vielfältige Erfahrungen mit Bauen im Bestand hat, und unser Ansatz, »Aus alt mach neu« ganz in der mutigen Bautradition der Stadt Schweinfurt liegt. Der Baumbestand kann weitestgehend erhalten werden und wird partiell ergänzt.

Ein neues Schwimmbad für Schweinfurt
Punktuelle, idetitätsbildende Maßnahmen / Neubau
Wir schlagen vor als »Kopf« und »Flagship« der neuen Siedlung, ein Schwimmbad mit architektonisch skulpturalem Charakter zu errichten. Die Öffnung der Kasernen und der Wohnsiedlungen amerikanischer Familien ist für Schweinfurt ein Meilenstein im beginnenden Jahrtausend. Die neue »Schwimm-Arena-Schweinfurt« mit 10m-Sprungturm und Erlebnis-Wasserrutsche, sollte nicht nur ein Signal und Geschenk für die Schweinfurter Bürgerinnen und Bürger, sondern auch überregionales Symbol und Zeichen für Öffnung und Veränderung sein. In der Hülle/Fassade des Schwimmbades befinden sich kleine Läden (z.B. Nagelstudio, Bistro, Cafe, Kiosk…). Auf dem Dach ist Wohnen möglich. Die Entwicklung und Umwandlung des Areals könnte von Norden nach Süden in drei Bauabschnitten erfolgen.

Energie
Durch den Erhalt von über 70% der Bausubstanz ergibt sich eine überaus positive Energiebilanz, berücksichtigt man die »Graue Energie« und die damit verbundene Einsparung von Ressourcen. Wir wenden das »Cradle to Cradle« – Prinzip an, das nicht erst seit der Architekturbiennale »Reuse / Reduce / Recycle« in Venedig 2012 Eingang in Wirtschaftlichkeitsberechnungen gefunden hat. Allein die Entsorung der ca. 2.000 to Baustoffe allein einer Wohnzeile (ca 1.000 m³) wären 75 Lkw Ladungen. Weiterhin kann die Energiebilanz durch konservative Maßnahmen, Photovoltaik, passiv-solare Energieeinträge etc. verbessert werden.

konversion askren manor
städtebaulicher ideenwettbewerb

auszug aus der wettbewerbsausschreibung:

Die Stadt Schweinfurt am Main ist die drittgrößte Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken und Oberzentrum der Region Main-Rhön. Als traditioneller und heute internationaler Industriestandort stehen den ca. 53.000 Einwohnern etwa genauso viele Arbeitsplätze gegenüber.
Entstehung des Militärstandorts Schweinfurt
Ab dem Jahr 1934 wurde in Schweinfurt mit der Errichtung militärischer Anlagen begonnen. Aus dieser Zeit sind ein Fliegerhorst (heute Conn Barracks) und eine Panzerkaserne (heute Ledward Barracks) erhalten.
Amerikanische Militärpräsenz
Mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und der Besatzung durch die amerikanischen Streitkräfte entwickelten sich neue Strukturen. Im Jahr 1953 wurde für militärische Familien die Wohnsiedlung Askren Manor errichtet.
1954 wurden mit der Heeresstraße die außerhalb gelegenen Übungsplätze angebunden. Ab 1987 wurden die Wohnsiedlung Yorktown Village inklusive dem angrenzenden Kessler Field errichtet.
Konversion
Die jahrzehntelange Tradition als Militärstandort geht nun mit dem Abzug der US-Streitkräfte im Herbst 2014 zu Ende. Zur Garnison gehörten zuletzt ca. 11.000 Personen (Soldaten, Angestellte, Familienangehörige und Veteranen). Die militärischen Liegenschaften werden jetzt vom Bund (BImA) übernommen und anschließend einer Vermarktung zugeführt.
Wohnen in der Stadt Schweinfurt
Aufgrund der engen Gebietsgrenze der kreisfreien Stadt konzentriert sich der Wohnungsmarkt im Wesentlichen auf die Innenentwicklung bereits bebauter Gebiete. Entsprechend eingeschränkt ist das Angebot für Wohnraum.
Die frei werdende Fläche der Askren Manor ist somit aufgrund ihrer Lage und Größe eine Herausforderung und Entwicklungschance zur Deckung der bestehenden Wohnungsnachfrage, insbesondere für junge Familien und Berufspendler. Eine direkte Marktintegrierung der vorhandenen ca. 700 Wohneinheiten im jetzigen Bestand führt nicht zur gewünschten Durchmischung. Daher ist beabsichtigt, das Quartier von der BImA zu erwerben und hier ein neues lebendiges Wohnquartier zu entwickeln.
Lage im Stadtgebiet
Das ca. 28 Hektar große Quartier befindet sich am westlichen Siedlungsrand der Stadt Schweinfurt, ca. 3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Das Gelände ist ohne nennenswerte topografische Erhebungen.
Struktur, Typologie und Nutzung
Das trapezförmige Quartier wird von dreigeschossigen Wohnzeilen in linearer Nord-Süd-Anordnung geprägt. Die Wohnzeilen haben jeweils 2 bzw. 3 Treppenhäuser, die 4 bzw. 6 Geschosswohnungen / Ebene erschließen. Im Süden befindet sich eine kleinere, zweigeschossige Doppel-hausbebauung für privilegiertes Wohnen.
Leitbild
Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadt-quartiers, das der Nachfrage unterschiedlicher Zielgruppen gerecht wird. Dies sind bevorzugt junge Familien und Berufspendler, ergänzt durch eine altersstrukturell und sozial gemischte Bewohnerschaft (z.B. betreutes Wohnen, Boardinghäuser, studentisches Wohnen etc.)

mit:
bauchplan
florian otto
nicol vitali, thomas meyer, jun li

03Jul/14

132 central square plovdiv

The competition site is Central Square – the largest open public space in the city of Plovdiv.
Plovdiv is the second-largest city in Bulgaria. It is situated 146 km southeast of the capital city of Sofia. It blends the relaxed atmosphere of a provincial town with the busy daily grind of a contemporary major center. Plovdiv is an old city of thousands of years of history. Its significant cultural-historical heritage encompasses the Antiquity, the Ottoman period and the Bulgarian Revival, the after-Liberation period of the Third Bulgarian State, the Socialist period. Ample and valuable material evidence has been preserved from each of these periods. The landmarks however are far from coexisting in an organic body, even more so given the current rhythm of city life.
What Plovdiv needs is a contemporary public space which should neither turn its back on history, nor lose its touch with the present. The international architectural design competition for Central Square in Plovdiv has been announced in an effort to find a solution to the problem in open architectural competition.
AIM
Central Square is a tough place ridden with issues. Most of the historical and architectural layers the city is famous for intersect right here – archaeological excavations, a socialist Party House, a Modernist and later renovated post office, а park from the late 19th century and a number of transport conflicts.
The aim of the competition goes beyond renovation. The challenge is to provide a strategy for harmonizing all these layers into an actively functioning, attractive and distinctly contemporary space.
The international competition for Central Square is also part of the strategy of the Municipality of Plovdiv towards a successful bid for European Capital of Culture in 2019.
[excerpted from the brief]

 

plovdiv’s 4-dimensional urban living-room
the multiple layers of history of this piazza are uncovered and strengthened, connected with the presence and combed with social and functional requirements.
an overlayed brassen floorpattern brings the history to the surface. furthermore it is supporting urban shopping in glavnata and it’s neighbourhood against e-commerce & suburban hypermarkets.

a continuous process
depicting the beauty of aging and the chances of repair, of care. praising the city as a living organism. broken floorelements will be replaced in a ongoing process, missing ones will be filled in. locally sourced basalt on the inside of the forum, artificial elements around it.

the elements

purpose-cast Brass/Tombak floor slabs make the footprint of the Forum become readable

»open lounges« combining robinia pseudoacacia as shade-giving tree on polyfunctional decks of the same wood

parking-pallette; floating asphalt, underlit; mutating into a stage on occasions…

Stripped to their construction and equipped with precise stairs/ramps, the underpasses become quiet background to archaelogy

 

> the competition @ plovdivsquare.com
> our submission @ plovdivsquare.com
> our submission as pdf

in collaboration with Maria Popova, Victoria Georgieva and Georgi Popov

03Dec/12

118 KoreanTypologies @ MaximiliansForum

Die einzigartigen südkoreanischen Wohnhaustypologien, Han-ok, Yang-ok und Apat, sind in Deutschland und der westlichen Welt weitgehend unbekannt. Anhand von Modellen, Plänen und Photographien werden die Häuser aus dem fernen Osten nach München transportiert. An ihnen lässt sich versuchen die gesellschaftliche, soziale, politische und kulturelle entwicklung südkoreas abzubilden und lesbar zu machen. The unique south-korean housing-typologies or Han-ok, Yang-ok and Apat are almost completely unknown in Germany and the western world. They are brought from the far east to München in the format of models, drawings and photographies, to be discussed, attempted to comprehend, to learn from them … 대한민국의 독특한 주거형태인 한옥,양옥 그리고 아파트는 독일을 비롯한 서양에 전혀 알려지지 않았다. 우리는 그것들의 사진과 모델들 그리고 도면을 동쪽 저 먼곳에서 뮌헨으로 일정한 포맷에 담아왔다. 그 문화를 이해하는것을 시도하면서 논의되고, 그것으로부터 배울수 있었으면 한다. for more information go to >> koreantypologies.net


[photo: günther&schabert]

Ausstellung/Symposium vom 14.01.2013 bis 27.01.2013 von günther & schabert im MaximiliansForum, dem städtischen Kunstraum für angewandte Kunst in der Unterführung Maximilianstraße/ Altstadtring; Eintritt frei. An exhibition/symposium from  14.01.2013 until 27.01.2013 by günther & schabert at MaximiliansForum, the  municipal space for applied art in the underground crossing of Maximilianstraße/ Altstadtring. U/S Marienplatz · U4/U6 Lehel · T19 Kammerspiele; free admission

Die Münchner Architekten und Förderpreisträger der Landeshauptstadt München Martina Günther und Jan Schabert lehren, forschen und leben seit 2010 in Südkorea, ohne ihren Lebensmittelpunkt in München jemals aufgegeben zu haben. Es war somit nur eine Frage der Zeit, bis das Pendeln zwischen hier und dort, zwischen München und der fernöstlichen Welt, zu einem Austausch zwischen den Kulturen, zu einem Architekturvergleich, ja letztendlich zu einem Knowledge-Transfer führen würde. Zeitgleich zur Bau 2013 zeigen sie das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm „kroean typologies“, das durchaus als reflektive Erweiterung dieser Systemschlacht zu betrachten ist.

한옥 Han-Ok – traditionelles koreanisches Holzhaus

Das Han-Ok findet sich in Stadt und Land in ganz Korea. Das modulare Prinzip bestehend aus Raum, Freiraum, Dach und Mauer lässt vielfältige Kombinationen zu, die auf die Umgebung reagieren. Dach, Mauer, Tor. Sehr rätselhaft das Ensemble. Je dichter, je urbaner der Kontext, desto höher scheint die Mauer zu sein, Privatheit gewährend. Diese Umschließung, hat man sie erst einmal durchquert, betritt man das Haus oder den Hof und dann liegt alles offen da. Ein Holzhaus, etwas in die Luft gehoben und ein kleiner Innenhof der eigentlich ein Raum im Freien ist. Das Dach, wie großer Regen- und Sonnenschirm, Dämmung, Kühlung, Regenschutz und vieles mehr. Ist es nur ein Dach auf Stützen umstanden von einer Mauer? Die leichten Schiebeflächen, Türen, Fenster im Inneren, bringen einen sich dauernd veränderbaren Zustand hervor. Offen, ganz offen, nur wenig offen. Der Luftzug- im Sommer unerlässlich. Die Schönheit, aus der Funktion und Konstruktion und vielleicht aus noch mehr heraus entstanden, prägt die kleinen Holzhäuser. Die Geometrie und Proportion der Dächer, die Dachziegel, die Farben, das finden wir dann in ganz Korea. Das Prinzip ist gleich, die Typologie ablesbar. Ähnlich, aber nie gleich.
On-Dol und Ma-Ru sind prägende Elemente des Hauses.
Han-Ok – traditional Korean wooden house
The „Han-Ok“ can be found everywhere in Korea, in the cities and the countryside. It is built using a modular principle and consists of room, free zone, roof and wall and allows diverse combinations according to the surrounding area. Roof, wall, gate – a mysterious ensemble. The greater the urban density, the higher the wall seems to be, thus allowing privacy. Once passed the surrounding wall you enter the inner courtyard and everything lies open in front of you. A wooden house, slightly raised up and a little inner courtyard which is like an outside room. The roof like a big umbrella or a sunshade – it is insulation, cooling, rain protection and many other things at the same time. Or is it just a roof on supporting pillars surrounded by a wall? The light sliding surfaces, doors, windows in the inside of the house create a continously changing interior, open, completely open, slightly open. The draught – essential in summer. The beauty – created by the function, construction and probably by even more things, characterizes the little wooden houses. The geometry and the proportion of the roofs , the tiles, the colours, these are things which are found throughout Korea. The principle is always the same, the typology always readable. Similar but never the same.
On-Dol and Ma-Roo are defining elements of the house.

온돌 On-Dol – der Fußboden als Kachelofen

Die Beheizung der traditionellen koreanischen Holzhäuser erfolgt über die Fußbodenfläche. Das Sitzen und Schlafen auf dem geheizten Fußboden ist eine wunderbare und effektive Art, sich in den kalten Wintermonaten warm zu halten. 
Das Prinzip „On-Dol“ ist ähnlich einem horizontalen Kachelofen oder einer Hypokaustenheizung, die die ganze Fußbodenfläche von unten erwärmt. Rauchgaskanäle im Boden transportieren die warme Luft mäandermäßig spazieren und nehmen ihr die Wärme ab. Das Prinzip der Fußbodenheizung ist in Korea auch aktuell die bevorzugte Art der Raumheizung. Heizkörper (Radiatoren etc.) sucht man hier vergeblich.
On-Dol – the floor like a tiled stove
The traditional Korean wooden house uses underfloor heating. Sitting and sleeping on a heated floor is a wonderful and effective way of being warm during the cold winter months. On-Dol works similar like a horizontal tiled stove or like a „hypokausten“ heating which heats the complete surface of the floor from beneath. The warm air is transported through flue gas channels under the floor. The underfloor heating is the principle method of heating houses in Korea. Radiators are looked for in vain.

마루 Ma-Ru – natürliche Kühle, in Holz

Zwischenraum zwischen zwei Räumen, Innen und Außen zugleich und doch das große Dach über dem Kopf. Auf dem Holzboden zu sitzen ist wunderbar, fast wie in einem großen Möbel fühlt man sich, das dunkle Holz um einen rum. Im heiß-feuchten Sommer ein leichter Luftzug – und da das Haus leicht aufgeständert ist, kann die Luft auch unter dem Ma-Ru durchziehen. Der Blick in den kleinen Innenhof. Nach Süden geöffnet wird hier in den kalten Wintern der kleinste Strahl Sonne eingefangen.
Ma-Roo – the natural coolness of wood
Space between two rooms, inside and outside at the same time and still under the big roof over your head. It is marvelous to sit on the wooden floor. It feels like sitting in a big piece of furniture, surrounded by dark wood. A light draught in hot and humid summer days – and as the house is slightly raised off the ground the air can travel through under the Ma-Roo. Looking into the little inner courtyard which is South-facing. In cold winter days even the smallest ray of sunshine gets caught.

양옥 Yang-Ok oder Villa – »western-style«
Dem Han-Ok folgt das Yang-Ok. Flachdach und Außentreppe prägen diese koreanische Wohnhaustypologie.
Nach dem Koreakrieg löste die bis zu dreigeschossige Stahlbetonkonstruktion mit Klinkerfassade die Holz-/Lehmkonstruktion des Han-Ok ab. Eine höhere Dichte erlaubend, prägt diese Wohnform Stadt und Land. 
Mehrere einzelne addierte oder integrierte Treppenläufe ermöglichen einen ausschließlich externen Zugang zu allen Etagen.
Das Dach, mal grün, mal blau versiegelt, wird weitgehend zum Wäsche-Trocknen, Lagern, urban-farming usw. verwendet, glasierte Ziegel-Riemchen verzieren die Fassaden dieses an divergierenden Kontext gut anpassungsfähigen Typus, vom eingeschossigen stand-alone in einsam-ländlichen Szenen bis hin zu dicht gepackten Zwei- bis Dreigeschossern in Ballungszentren; eine hohe horizontale Dichte als Garantie für kommunale und soziale Kontakte, Identifikation und Interaktion unter seinen Bewohnern.
Yang-Ok or Villa – »western-style«
The Han-Ok is followed by the Yang-Ok which stands out by its flat roof and its outdoor staircase.
After the Korean War the Yang-Ok replaced the Han-Ok. The Yang-Ok-style building consists of up to three storeys, it uses steel reinforced concrete whereas the former Han-Ok was a wooden and clay constructed building with a clinker facade. The Yang-Ok allows higher urban density and characterizes city and countryside living. All floors permit exclusively external access by several individually added or integrated flights of stairs. The roof, which can be blue or green sealed, is mainly used: for drying clothes, storage space, urban farming etc. The facade is decorated by glazed tile-straps. The „Yang-Ok“ type building can easily adopt to diverging contexts, from a single-storeyed stand-alone in a remote countryside scene to a densely packed two- to three-storeyed building in conurbation areas. A high horizontal density as warranty for municipal and social contacts, allowing identification and interaction between its inhabitants.

아파트 Apat

Der erste Prototyp des property-developments Apat landete 1962 in Mapo, Seoul: Mitnichten mit offenen Armen begrüßt, mussten gesundheitliche Verträglichkeit und Sicherheit des gestapelten Wohnens zunächst im Tierversuch probiert und demonstriert werden, bevor nahezu allein mit ubiquitären Abgüssen dieses Stahlbetontypus der enorme Wohnraumbedarf für eine dramatische wirtschaftliche und demographische Entwicklung befriedigt werden konnte. Apat wurde binnen eines halben Jahrhunderts zum favorisierten Wohnmodell von drei Vierteln der koreanischen Bevölkerung.
Der Großteil der 19-geschossigen Apartment-Blocks basiert auf zwei Wohnungstypen, einer 79m²- und einer 109m²-Einheit. „Von 1993 an vollzog sich der Wandel der Wohnkultur rasend schnell. Die neuen Apartmentkomplexe setzten die Räume dicht an dicht, stapelten sie ebenso dicht übereinander und bewirkten gleichzeitig eine Trennung zwischen Wohnraum und urbanem Raum.“ (aus Bauwelt 36/2008: „Seoul – City of the Bang“, Kwangsoo Kim)
Apat
The first prototype of the property-development Apat was constructed in Mapo, Seoul in 1962: By no means welcomed with open arms, this kind of stacked living had to be tested and proven on animals for health compatibility and security. After that the enormous housing needs for a dramatically growing economic and demographic devolpment could be satisfied almost solely with ubiquitous casts of the steel reinforced concrete building style of the Apat. Within half a century the „Apat“ became the preferred living model for three quarters of the Korean population. The majority of the 19-storey apartment blocks consists of two types of flats, a 79 m2-unit and a 109 m2-unit. „From 1993 onwards the change of the living style went on rapidly. The new apartment complexes put together the rooms as tightly as they were stacked on top of each other and at the same time caused a separation of living space and urban space.“ (Bauwelt 36/2008: „Seoul – City of the Bang“, Kwangsoo Kim).

konzept · concept · 생각


[photos: kulturreferat]

44 mal 14 meter ausstellungsraum, unter der maximiliansstraße, da wo sie den altstadtring kreuzt: eine zugige fußgängerunterführung im nicht gerade für kommode temperaturen bekannten januar, zu bespielen mit ausstellung und einer ein-wöchigen vortragsreihe.


[früher planstand, noch ohne modell-begleitende projektionen]


[realisierter planstand, die überlagerung der 1:1 grundrisse ist gut zu erkennen]

die ausstellung besteht aus insgesamt 5 elementen:
a modelle 1:100
b grundrisse 1:1
c drei dia-projektionen
d ein paar film-monitore
e ein zelt

a modelle 1:100
die drei wohntypologien werden im maßstab 1:100 auf einer fläche von 3,16 x 3,16 m, also jeweils 10 ha als schwarzplan sowie partiell als modell dargestellt, modelle welche aus maßstabsgerechten, auf das veranstaltungsprogramm gedruckten schnittmustern zu bauen sind.

b grundrisse 1:1
die outlines der konstruktionen sind, einander überlagernd und so ihre kongruenz wie divergenz auslesbar machend, dem boden in form von klebemarkierung aufgetragen.

c dia-projektionen
ergänzend zu den abstrakten darstellungen zeigen, einer jeden typologie zugeordnet, folgen photographischer aufnahmen zustand, nutzen und anmutung.

d film-monitore
ein 1qm grosser hund ist die sich, zu öffnungszeiten in die ecke und after hours zum schaufenster, bewegende basis für ein paar röhrenmonitoren: der grosse für filme von kim juree die auflösung der typologie yang-ok behandelnd, der kleine für eine dokumentation über sewoon-sanga, seouls bedrohte metabolisitische megastructure.

e zelt
und ein zelt musste her, für die vorträge, so etwas wie ein koreanisches pojang-macha/포장마차.

[photo: günther&schabert]

umsetzung · implementation · 이행

a modelle 1:100

[photos: günther&schabert]

[film: günther&schabert]


[film: günther&schabert]


[photo: alescha birkenholz]

b grundrisse 1:1

[film: günther&schabert]


[photo: günther&schabert]

c dia-projektionen

[photos: alescha birkenholz]

d film-monitore

[photos: alescha birkenholz]

e zelt


[photos: alescha birkenholz]

 

programm · program · 과정표

Montag, 14. Januar 2013 · 월요일 2013년01월14일
korean typologies
Grußwort
Dr. Elisabeth Hartung [Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Leitung MaximiliansForum]
Prof. Uwe Kiessler [Kiessler & Partner Architekten GmbH, München]

»Das MaximiliansForum ist der städtische Kunstraum für die angewandten Künste wie Schmuck, Design, Mode, Architektur und für interdisziplinäre Kunst- und Kulturprojekte. Unter Federführung des Kulturreferats der Landeshauptstadt werden hier Ausstellungen und Veranstaltungen gezeigt, die in innovativen kulturellen Formaten wie Präsentationen, Diskussionsrunden, Konferenzen, Performances gesellschafts- und kulturrelevante Fragen an der Schnittstelle zwischen den angewandten und freien Künsten stellen.
Auch in diesem Jahr profiliert sich der Raum wieder als Forum für die angewandten Künste und als bedeutender Ort innerhalb der interdisziplinär geprägten Kunstlandschaft Münchens. Wir freuen uns sehr, dass Martina Günther und Jan Schabert das Jahresprogramm, das einen Schwerpunkt auf die kulturelle Relevanz von Architektur, Schmuck, Mode und Design legt, mit „korean typologies“ eröffnen. Die beiden Architekten und Stadtplaner haben seit der Gründung ihres Büros günther & schabert vor 14 Jahren mehr als 100 Projekte bearbeitet und erhielten 2005 für ihre Arbeit den Förderpreis Architektur der Landeshauptstadt München. Obwohl ihr Lebensmittelpunkt hier in München liegt, reisen sie regelmäßig in andere Städte und Länder für Lehre und Forschung. So war es auch ein sechsmonatiger Forschungsaufenthalt Jan Schaberts in Korea in 2010, der zu einem neuen Lebensabschnitt für günther & schabert wurde und zu Professuren der beiden für Entwurf und Konstruktion, Lehre und Forschung an der Keimyung Unversität in Daegu führte.
Das aus dem kulturellen Austausch zwischen München und Südkorea entstandene Projekt „korean typologies“ ist eine persönliche Sammlung südkoreanischer Wohnhausarchitektur und der Versuch einer Kategorisierung dieser Sammlung. In der Ausstellung sind als Kategorien vor allem die drei Wohnhaustypologien Han-Ok, Yang-Ok und Apat wiederzufinden, die sich zunächst durch ihre Grüße unterscheiden. Auf ihrer Suche nach Typologien suchten günther & schabert vor allem nach übertragbaren Prinzipien, die eine kulturelle, soziale, ökonomische und ökologische Architekturperspektive ermöglichen. Die daraus hervorgehende Sammlung versteht sich nicht als vollständiger Katalog, sondern als Prozess. Es geht dabei um Alltagsarchitektur, Wohnarchitektur und vielleicht um die Abwesenheit von „Icon-Architektur“. Sie stellen konkrete, existierende Stadtausschnitte Daegus, der mit 2,5 Mio. Einwohnern drittgrößten Metropolregion Südkoreas, vor, in denen sie gelebt und gearbeitet haben, die sie von innen und außen kennenlernen durften. Die Vorstellung in Modellen, Plänen folgt den architektonischen Mitteln der Maßstäblichkeit. Die Maßstäbe der Modelle wurden so gewählt, dass man gleichzeitig einen Eindruck von der Stadtstruktur, vom Haus und von den Proportionen des öffentlichen Raumes/Zwischenraumes bekommt.
Die Ausstellung, die zeitgleich zur BAU 2013 stattfindet, wird von vielseitigen Veranstaltungen begleitet. Von heute bis Sonntag – mit nur einem Ruhetag am Donnerstag – treffen sich jeden Abend um 19 Uhr deutsche und koreanische Experten aus den Bereichen Architektur und Kultur in „korean typologies“ und diskutieren über relevante kulturelle Themen. …«
[Grußwort Kulturreferat]


[photos: wolf schabert]

Dienstag, 15. Januar 2013· 화요일 2013년01월15일
korean climates
»Yeosu EXPO Pavillon«
Stefan Holst [Transsolar Energietechnik GmbH, München]
»Klima als Herausforderung für Bauplaner – Bauen und Planen in Korea«
Christoph Mitterer [Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, München]
Sumee Park [Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, München]
Moderation: Frank Kaltenbach, Architekt, Redakteur



[photos: alescha birkenholz]

Mittwoch, 16. Januar 2013· 수요일 2013년01월16일
korean realities
»Green Spreading for Existing Building«
Dr.-Ing. Keonho Lee [Korea Institute of Construction Technology (KICT)]
»not rhetoric but dialectic«

Youngjoon Choi, Jihyun Woo, Sukjin Hong [OFFICE ARCHITEKTON, Daegu/Republik Korea]
In a flood of design, many buildings were made by formal compositions with rhetoric. Besides, reality is behind the facades were based on sound commercial logic. On the basis of the ideas learning from anonymous buildings in Bukseong-ro, we try to expose the material, reality and typology by simply stripping desires away on the facade. In this project we try to make certain qualities in the ordinary, and compositions without rhetoric through the context.
»Koexistenz von Tradition und Modernität in Korea«

Sewoong Lee [Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, München]


[photo: wolf schabert]

Freitag, 18. Januar 2013· 금요일 2013년01월18일
korean sounds

»korean/urban soundscapes«
BassBoost & Kleingeldorchester
Lange Nacht der Architektur



[photos: alescha birkenholz]

Samstag, 19. Januar 2013· 토요일 2013년01월19일
korean observations

Prof. Linn Song [Hochschule Rosenheim]
Prof. Martina Günther [günther & schabert architekten, München]
Jan Schabert [günther & schabert architekten, München]


[photo: wolf schabert]

Sonntag, 20. Januar 2013· 일요일 2013년01월20일
korean positions
Pecha-Kucha; Studierende und Absolventen TUM, HM, HRos, AdbK et al.



[photos: günther&schabert]

durchgehend einsehbar:
»Yang-Ok« von 김주리
»Sewoon-Sanga« von 김상렬, 김재영, 도문문, 성형규, 얀샤버트, 허성훈

Konzept / Organisation / Programmierung / Realisierung Prof. Martina Günther / Jan Schabert Dank / Thanks Tina Dörge, Antonia Fenn, Daniela Grosch, Claudia Guter, Birgit Günther, Paul Günther, Stefan Günther, Nausikaa Hacker, Lisa Hörstmann, Youjin Ji, Frank Kaltenbach, Juree Kim, Hyun-Jeong Kim, Sangu Kwon, Younghee Lim, Benjamin Mathias, John Pattrick, Stefan Reich, Aïda Andrés Rodrigálvarez, Frank Schabert, Ursula Schabert, Wolfrid Schabert, Friederike Schulz, Elisabeth Segerer, Kanghee Seok, Stephanie Uebel, Chö Chö Wai, Bettina Zagel

unterstützt von funding by

Kulturreferat der Landeshauptstadt München


BISA Research Fund

Die Lange Nacht der Architektur 2013

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Presse / Press Coverage

detail
[14.01.2013]

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Wohn(t)räume
Koreanische Bautypologie im Maximilians-Forum

»… Ein Traum für die Besucher des Eröffnungsabends wurde am Ende das aufgestellte Zelt. Nicht nur,weil es dort koreanische Spezialitäten gab, sondern vor allem, weil es beheizt war. In Korea werden derartige Zelte oft für spontane, oft auch illegale Veranstaltungen im öffentlichenRaum genutzt. Im städtischen Maximilians-Forum war alles legal. Und am Ende nicht nur gedanklich erwärmend.«
[Evelyn Vogel, Mittwoch, 16. Januar 2013, Süddeutsche Zeitung]


[post-its an der fassade, anonym]


[kommentar an einer programmtafel, anonym]

01Dec/12

117 7 schafe + 7 wölfe

7 schafe + 7 wölfe
die schafe [paarhufer] machens uns hier vor, wie man ein knappes insuläres stück freiraum, dies rasenstück, diesen grünstreifen kurz mal nutzt bevor du weiterziehst deines weges. die wölfe, ihrerseits auch herdentriebig, folgen ihren paarhufigen anverwandten; oder umgekehrt; so genau weiss man das nicht. aber die schafe und wölfe folgen sich in straßen und an sog. plätze in/an denen wo du noch nie wen draussen rumlungern gesehen hast: sie rasten an genau den zwischenräumen wo sonst allenfalls zerzüchtetes dackel- & pudelzeugs desabends noch mal kurz hingeführt werden. und laden dich dort, destags und desnachts ein. dich als teil einer eben gerade nicht kategorisierbaren sorte von nutzern/innen des öffentlichen raums: nicht der coole gärtnerplatzler, nicht der endfertige hauptbahnhofler.

oder sie laden ebendie gerade doch ein. und wenn, dann am liebsten gleich beide. du setzt dich da rein und kannst den paarhufern zugucken und zuhören. zudenken auch. warum es immer nur diese lärmenden und fossile brennstoffe zu schadgasen wandelnden rasenbearbeitungsmaschinen gibt und wo der eingeschweisste lammbraten von neulich denn so hergekommen haben möge. die zeitung blättern, noch ne halbe aufmachen, das teil zur sonne drehn oder zum verschärften knutschen von einer allzu direkten einsehbarkeit wegdrehn. dann, die voll durchgelattete ausgediente lkw-plane als persenning runterlassen und eine nuit sauvage dort erleben. oder einfach nur weils ach so schifft die leber den rausch im trockenen rausfiltern lassen. um irgendwann von den fast vergessenen stimmen der paarhufer geweckt zu werden…

7 schafe aus fleisch, wolle & blut [richtige tiere halt] zzgl. ein [richtiger] schäfer
und zaun

7 wölfe aus brettschichtholz
mit persenning aus lkw-plane
auf lenkrollen
mit [elektronischem] herdentrieb
und positionsortbarkeit
gemeinsam entwickelt und gefertigt mit
pfennigparade o.ä.
mit dabei sind auch futtertröge für schaf
[ergänzungsfuttermittel] und wolf [sz/az/tz/merkur/..]

ort
irgendwo an den orten mit den steilsten gefällen bzgl. der wirtschaftskraft der benutzer des öffentlichen raums. da, wo es gar nich klar ist ob du, mit deiner halben und ‘ner kippe, als cooler publicspacecowboy oder als trinkender looser gesehen wirst. diese in deiner wahrnehmung irgendwie allenfalls funktionalen unorte, transiträume und restplätze. dieser orte sieben, zwischen denen weitergezogen wird [vgl. 2] weidend und düngend.

Der Stadtrat hat im Dezember 2009 das Startsignal für das aktuelle Konzept „Freie Kunst im öffentlichen Raum“ gegeben. Nach den erfolgreich durchgeführten Projektreihen der vergangenen drei Jahre wird nun für das Jahr 2013 wieder ein öffentlicher Kunstwettbewerb ausgelobt. Projektanträge bis zu maximal € 10.000 (brutto) pro Einzelantrag können eingereicht werden. Für das Jahr 2013 stehen insgesamt € 50.000 zur Verfügung. Ziel ist es, durch temporäre Kunstinterventionen gewohnte Sichtweisen auf den öffentlichen Stadtraum kritisch zu hinterfragen und räumliche Kapazitäten und Qualitäten auszuloten. Künstlerische Erkundungen können dabei das Bewusstsein für öffentliches Leben in urbanen Räumen schärfen. Hinter der Themenstellung verbirgt sich der Anspruch, neue Zugänge im Umgang mit bekannten Münchner Orten – Plätzen – Räumen zu eröffnen. Dies können gesellschaftliche Räume an der Schnittstelle zum virtuellen Raum, sowie reale Plätze und Orte im Stadtgefüge sein. So stellt z.B. das Kunstareal München (Museums- und Galerienareal zwischen Königsplatz – Brienner Str. – Barer Str. – Theresienstr. – Luisenstr.) aktuell eine spannende Herausforderung auch für temporäre Kunstinstallationen dar.
wettbewerb kunst im öffentlichen raum: erkundungen: orte – plätze – räume

01Jun/11

103 camp walker 대구시

allgemeine überraschende erkenntnisse zu daegu. daegu, als vertreterin einer koreanischen stadt hat keine monumente. die grünen hügel sind die einzigen »objekt/skulpturhaften« monumente von öffentlicher relevanz. unverzichtbar für die orientierung in der stadt.

vermutungen zu den hügeln. wir vermuten, daß die hügel deshalb unantastbar sind, weil sich die, wiederum auch hügelartigen grabstätten auf diesen befinden. nur die paläste und universitätscampii dürfen die hügel »betreten« und somut einen »weichen« übergang zwischen sstadt und lanschaft herstellen.

camp walker und apsan. das militärgelände »camp-walker« , ort unserer untersuchung ist geprägt vom »hausberg« daegus, dem apsan. meiner meinung nach sollte diese besondere situation genutzt werden, um eine neue, »moderne« antwort auf das verhältnis von stadt und hügel zu geben. der berg sollte in die stadt fließen, um einen großen park zu schaffen und möglichst vielen einwohnerinnen und einwohnern, die nähe und den zugang zum apsan zu ermöglichen. der park soll das größte kirschbaum feld in korea werden.


01Oct/09

GHP_01 lrz-garching [günther hacker panick]

Adas Kisten


I. Gedankengang
Ein schmaler Gang bildet den Zugang zur CAVE: ein »Geheimgang«, nicht sichtbar von Außen, nur erfahrbar im Durchschreiten, der objektivierende, distanzierende Blick von Außen ist  nicht möglich. Ein »Geburtskanal«, der sich weitet zur Visualisierung der Welt. Was auch immer in der CAVE visualisiert werden wird – es sind Modelle.
Das ist unser Ausgangspunkt.

Unser Ziel ist nicht, diesen Gang  zu schmücken oder ihn  in Frage zu stellen. Dieser Gang wird weder auf- noch abgewertet. Er ist ein Faktum, von dem wir ausgehen und mit dem wir umgehen. Wir gehen damit um als Bildhauer (oder zumindest auf eine bildhauerische Art und Weise), nicht als Informatiker oder Architekten. Das heißt wir gehen um mit Volumen, Masse und dem Material in seiner  Stofflichkeit, aus der sich eine bestimmte Oberfläche ergibt.
Der Innenraum des Ganges wird losgelöst von seiner Funktion, objektiviert, sein Volumen wird verfestigt und ans Tageslicht gebracht. Der Raum, der für den Betrachter nur im Hindurchgehen existiert, erscheint im  1:1 Modell als Körper im Außenraum und  ist  nun von Außen  zu betrachten.
Allerdings wird dieses Modell gedreht, wie im Computer einfach in eine andere Position gebracht, auf den Kopf gestellt und in Einzelteile zerteilt. Die ursprüngliche Anordnung dieser Einzelteile ist aufgehoben und gehorcht neuen Gesetzen. Aus dem funktionalen Volumen wird eine autonome Skulptur.
Die Skulptur ist die Materialisierung des Zuganges zu dem Ort, an dem Erwartung in Erfüllung gehen soll, in Erfüllung gegangen ist / nicht gegangen ist.

Sie ist Ada Lovelace gewidmet (1815-1852), die als Mitarbeiterin von Charles Babbage aufgrund ihrer schriftlichen Kommentare zur mechanischen Rechenmaschine »Analytical Engine«, in der sie einen Plan vorlegte zur Berechnung der Bernoulli-Zahlen, als die erste Programmiererin gilt.

II. Alles in immer kleinere Einheiten zerlegen – alles aus kleinen Einheiten aufbauen.
Und ganz wichtig: Der Perspektivwechsel!
Die meisten Dinge lassen sich von vielen Seiten aus betrachten und sehen jeweils  ganz anders aus: Winkel verschieben sich, aus Innenraum wird Außenraum, negativ wird positiv.
Abgesehen davon wollen wir einen Innenhof, der gegliedert wird, der einen Schwerpunkt erhält und ein Gesicht nach Außen hat. Die Skulptur schafft eine Verbindung von unten nach oben, vom Innenraum zum Außenraum, vom Institutsgelände zum Campus. Vom Straßenraum nordöstlich  des Gebäudes führt die Skulptur in den Innenhof.

Das nicht vorher gesehene
•    Der zeitliche Abstand
•    Der Perspektivwechsel
•    Der Status Quo
•    Der emotionale Abstand

Das virtuell so »leicht« Revidierbare
Wenn es da ist – da ist, wie es ist, wie es gemacht ist.

Der Wissenschaftler, was denkt er im Gang, auf dem Weg zur Arbeit ?

III. »Beziehungskiste«
Der Blick vom öffentlich zugänglichen Eingangsbereich des Instituts in den Innenhof und hinüber zur CAVE visualisiert auf subtile Art den möglichen Zugangsweg, fernab aller Leitsysteme im Altbau. Diese Ansicht lenkt die Aufmerksamkeit Richtung CAVE, auch wenn dem auswärtigen Besucher der konzeptuelle Zusammenhang nicht sofort klar sein wird. Bei den Nutzern des Gebäudes wird dieser Zusammenhang jedoch in einer Art mündlichen Historie fest verankert  und immer wieder kommuniziert werden.
Im Innenhof vermittelt die Skulptur in ihren Dimensionen zwischen der  Körpergröße des Betrachters und der  Architektur.  Das Spiel mit der subtilen Abweichung von der Senkrechten und der Waagrechten,  mit unterschiedlichen Höhen,  Drehungen, Winkeln wird  eine  eigene Wirkung  im Innenhof entfalten. »Deckel« (am kleinen Lichthof) und »Kiste« beziehen sich durch gleiche Grundflächen aufeinander.
Der Farbkontrast zur orange-roten Wand des Hörsaaltraktes und der Oberflächenkontrast zur filigran gestalteten Sichtbetonoberfläche der CAVE, baut auch in den Oberflächen eine spannende Beziehung auf.
Ganz anders, als aus dem Innenhof ist der Blick aus den oberen Etagen: Hier wird  deutlich, dass der von unten so hermetisch erscheinende Block doch auch wieder nur ein Hohlraum ist. Ein Innenraum  umgrenzt von einer Mauer. Wer baut das Modell dieses Raumes?

IV.  Material und Herstellungsprozess
Die Skulptur besteht aus 4 Einzelteilen. Sie werden vor Ort verklebt aus Blöcken von Basaltlava. Das Material »Basaltlava« nimmt in Erscheinung und Entstehung Bezug auf den zur Isolierung der CAVE und des Zuganges verwendeten Glasschaum. Basaltlava ist  ein (in der optischen Erscheinung der Oberfläche) natürliches Äquivalent des durch Aufschäumen von Glas mit CO2 hergestellten Werkstoffes Glasschaum. Sowohl die Farbe, als auch  die durch unzählige Gasbläschen gebildeten Poren stellen eine  Korrespondenz der beiden Materialien her. Das Fugenbild nimmt in jedem Einzelteil der Skulptur Bezug auf ihre geometrische Herleitung, verstärkt das Spiel mit den  schiefen Winkeln und bringt die Strenge der Geometrie ins Wanken.

Kunstwettbewerb
Bayerische Akademie der Wissenschaften
Erweiterung des Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) zum Zentrum für Supercomputing (ZfS)

[lageplan]

[schnitt-ansicht süd]

[schnitt-ansicht west]

Verfasser
Günther Hacker Panick (ex open system(s))

Martina Günther, Architekin Stadtplanerin
Nausikaa Hacker, Bildhauerin
Ulrich Panick, Bildhauer

Seit 1997 arbeiten wir als interdisziplinäre Gruppe von (zunächst drei, seit 2010 zwei) bildenden Künstlern und einer Architektin an Projekten für den öffentlichen Raum.

18Oct/08

087 grüne achse schwabing

the city is the sculpture: green-axis schwabing, munich, together with green axis team »urbanes wohnen«: space and place for art along the green axis there; it is linking an enfilage of parks. neighbourhood engagement should co-generate this green ribbon, with a wide spectrum of small-scale urban spaces and places, intensified by art and art-projects

green axis, münchen/d

with
manfred drum, urbanes wohnen eg

21Feb/07

072 kunstarkaden münchen

den im strassenbild kaum wahrzunemenden kunstarkaden der stadt münchen eine adresse, einen zugang, eine darstellung in den öffentlichen raum hinaus zu geben, war gegenstand des gutachtens.

mit einem einzigen (aber satten) fensterladen bedeuten wir diesen eingang, gewähren ihm eine situation, ein schützendes vordach, signalisieren ob’s geöffnet oder geschlossen ist, annoncieren current oder coming attractions

[in geschlossenem zustand]

[und während der öffnungszeiten]
19Dec/01

035 aufsessplatz nürnberg

Kiefern und Sand und Stein. Ein Stück heimische Natur in die Stadt holen: Kiefern, Sandbuck, Butzemoggerle, Sandstein. Ein Ausschnitt Steckerleswald, natürlich-künstlich, als Gegenbild zum hochdichten Stadtviertel lässt einen hochprägnenten einmaligen Platz in der Südstadt entstehen.

Im Nürnberger Raum ist die Kiefer heimisch. Vom westlichen Schottland bis zum östlichen China ist die Kiefer heimisch, von der Ostsee bis zum Bosporus. Nicht jedoch in Nürnberg. Vielleicht gelingt es ihr, Kulturen unter ihrem lichten Schirm zu vereinen.

Der Aufsessplatz wird wieder zu einem in seinen Raumkanten erlebbaren Platz. Durchgängig undbarrierefrei. Ziel ist es, einen klar strukturierten Öffentlichen Raum zu schaffen, der Platz für die Aktivitäten der Südstädter bietet. Warme Sand- und Sandstein-Farben beige, gelb-braun bis rötlich bestimmen seine Grundfläche, wie es früher die Fassaden der ihn umstehenden Häuser getan haben. Die variierende Materialität seiner Beläge lässt ein fein nuanciertes Farbenspiel entstehen: Die zentrale Platzfläche besteht aus wassergebundener Decke. In diese grosse Fläche eingelegt sind die Felder des Spielplatzes und des Marktes. Der Markt, mit grossformatigen Sandsteintafeln belegt, bietet eine vielfältigst bespielbare, keineswegs monofunktional dotierte Fläche. Die Bühne ist eine mobile Konstruktion. Die linearen Bewegungsstreifen, die früheren Strassen, sind als mit Sand abgestreuter Mastixrahmen ausgeführt. Der Boden unter der U-Bahnüberdachung ist mit beigem Betonstein befestigt.

Kiefern geben dem Aufseßplatz in Zukunft sein unverwechselbares Gepräge. geben ihm ein hohes, leichtes Dach auf schlanken Stämmen. Die bestehenden Bäume werden, bis auf die nur befristet erhaltungsfähigen Bäume integriert, die vorhandenen Baulichkeiten werden, nunmehr von einem gemeinsamem Kiefern- Schirm überstanden, miteinander versöhnt.

Der Spielplatz mit seinem Affenfelsen ist mehr Sandgrube als Großstadtspielplatz oder eben gerade Großstadtspielplatz. Krabbelfelsen und Kletterbuck. Matschloch und Rasenteppich. Auf jeden Fall unbedingt zu erobern.

Der Platzraum ist von innen heraus erleuchtet, die Differenzierung der Leuchten erweitert das Nutzungsspektrum mehr als das es die verschiedenen Bereiche eindeutig determiniert: auf der inneren Platzfläche stehen in weitem Raster 3 m hohe Stableuchten, die Überdachung des U-Bahnaufgangs wird durch eine Lichtdecke zum Leuchtkörper, über der Marktfläche, Marktbühne hängt ein Sternenhimmel auf abgespannten Pendelleuchten, Markt- oder Sportplatz?, die Skulpturen Brunnen und Wetterhäuschen sind nachts angeleuchtet.

Die Wände des bestehenden U-Bahneinhausung werden entfernt. Die unübersichtliche Toilettenanlage wird durch rollstuhlgerechte Einzeltoiletten ersetzt. Telefon, Kiosk, Fahrkartenautomaten stehen frei unter dem unbedingt zu erhaltendem Dach. Das Dach des Pavillons erhält eine neue Deckung, hell, sandfarben, die die Assoziation eines Zeltes auch in der Farbe bestätigt. Die Fassade des Kaufhauses Horten ist Orientierungspunkt, Stadtmarke, Zeichen ihrer Zeit und unbedingt zu erhalten. Die Aktivierung der grossen Dachfläche als Terrassenrestaurant mit Grünflächen könnte ein weiterer Anziehungspunkt im Rahmen der Neugestaltung des Aufseßplatzes  werden.

Platzränder: Stadtteilladen, Kindertagesstätte und Café /Restaurant  sind anzustrebende Ladennutzungen am Platz. Der Aufseßplatz mit seiner starken Frequentierung könnte das Zentrum der Aktivitäten zur „Sozialen Stadt“ werden.

mit lex-kerfers landschaftsarchitektur, bockhorn, modell: frieder grüne modellbau, wolfratshausen, modellphoto: monika ribbe photodesign, münchen, mitarbeit: sigrid gottwald, münchen

01Sep/00

021 neumarkt schleiz

a
ganz früher sei er einmal ein teich gewesen, würde der neumarkt von sich erzählen, und auch ein viehmarkt, später. und man würde ihm das niemals glauben, nicht dieser fläche, welche kraftfahrzeuge bald zur gänze untertan sich gemacht haben, unserertage.
b
wiederherstellen, den platz der einmal teich war, könnte man rufen, der vergangenheit entgegen, ein paar jahre geschichte streichen, im baulichen gedächtnis der stadt schleiz. die geschichten, welche der neumarkt erzählt liessen sich aber mitnichten in vermeintliche realität umsetzen, sie müssen als geschichten ablesbar, deutbar, erlebbar sein, als verweise, als hilfestellungen dienen.
c
der neumarkt war zu keiner zeit ein platz der repräsentation der neumarkt war wasserentnahmestelle der neumarkt war ein der altstadt angelagerter, asymetrischer platz, stadt zur einen, land zur anderen seite. die altstadt ist als ausstrahlender kern in seinem rücken des neumarktes wichtigster kraftquell seiner geschichte.
d
der hainbach wird zu einem weiteren leben erweckt, wasser & bäume werden eng der verdichtung stadt angelagert, die pflasterung verdichtet sich zum stadtkern hin, und brücken weisen den weg ins land und sind vielleicht doch nur willkommene einladung schuhe und strümpfe auszuziehen, sich niederzulassen auf den hölzernen stegen, und die füsse das erfrischende nass des hainbachs geniessen zu lassen.


e
der neumarkt war niemals salon von schleiz, er war markt, wohnzimmer, eins, welches man auch benutzen kann und mag. stadtraum, wohnraum, was auch immer, warm, rotorange und ocker. der neumarkt erhält mit einem feuergebundenen belag, einen boden, welcher der nutzung, der wertigkeit und funktion, der geschichte gleichermassen tribut zollt:

duoformatiger, seriell gefertigter klinkerstein,
20/30 cm messend,     als regelstein sowie
20/20 cm messend,     als mit elementen des schleizer stadtwappens
reliefierter schmuckstein.
stellplatzgroße, mit rorange durchgefärbten und geschliffenen beton
verfüllte stahlrahmen bilden pkw-parkplatz oder bühne.

hainbach und zu ergänzenender baumreihe als ordnungslinie heranziehend, ist die platzmöbilierung in gruppen (brücke+bank+papier+fahrrad) verdichtet angeordnet :

·brücken und bänke aus robinie & red cedar.
·papierkörbe/wertsoffsammler etc. aus
schwarzgrau-eisenglimmer beschichtetem stahl
·veloständer als das vorderrad aufnehmende aluminiummulden
·in einem bett aus stehenden schieferplatten wird der hainbach sowie das vom neumarkt direkt eingeleitete regenwasser geführt; 50 cm tief
·gusseiserne baumgitter


·als illumination ein sternenhimmel aus pendelleuchten an, den platz pfostenfrei überspannenden drahtseilen. welche zugleich als matrix für dekorative etc schmückung und inscenierung des neumarktes zu verfügung stehen.

das stadtcafe, zwischen alter münze, bäckerei und halbrundneubau eingefügt, artikuliert sich wie dereinst die dort untergebrachten stallungen als zurückhaltender dienender baukörper, die verknüpfung mit der alten münze erlaubt ein breitestes nutzungsspektrum und flexibilität.

teichstrasse die strassenführung der teichstrasse ist leicht verändert, so daß ein grösserer fussgängerbereich im freischankbereich des cafe riedl entsteht. der als rampe/zugbrücke ausgebildete anschluss teichstrasse-neumarkt unterstützt die mit der leichten richtungsänderung teichstrassse und der mit hochstämmigen bäumen zu bepflanzenden alten poststrasse eine geschwindigkeitsreduktion sowie aufmerksamkeitsanhebung.

öpnv der bus fährt zwischen bäumen und bach auf durchgängigem platzbelag die fahrspur ist mit nachts leuchtenden metallknöpfen markiert.

parkieren pkw 25 von einem parkscheinautomaten bediente kurzparkplätze sind seitens der teichstrasse erreichbar. die parkflächen sind mit hilfe von scherenhubvorrichtungen alternativ als ebene oder abgestufte bühne nutzbar. ver- und entsorgungsfahrzeuge zeitlich beschränkt auf der platzfläche. 15 baumüberstandene anwohnerparkplätze in der brunnengasse.

großgrün die südlichen platzkanten werden mit grün gefaßt. der charakter der anschließenden, landschaftlich geprägten städtebaulichen situationen,burgberg & neuer weg, wird am platz repräsentiert. stbstützmauern und parkierende kfz werden übegrünt.

28Aug/00

020 orientierungs- & infosystem dresden

_kann ein ein informationssystem optimal orientierung einem verschaffen?
_kann ein orientierungssystem bestmöglich informieren?
_um sich in einer fremden stadt, oder der eigenen, deren fremdheit einem zumeist erst bewusst gemacht werden muss, zurecht zu finden, bedient man sich üblicherweise eines stadtplanes, welcher einen, korrekt ausgerichtet, sicher und zuverlässig durch unbekanntes terrain gelangen lässt, mitnichten jedoch kulturhistorie erfahren lässt.
_versuchen sie doch mal alle in einer broschüre historisches dresden abgebilden und besprochenen gebäude und orte zu finden.

_von einer empfangenden stele, gleich am bahnhof, mit einer grob-orientierung versehen, sichern distributeure am elbufer, an zentralen verteilenden plätzen eine informativ dotierte mesoskopische orientierung zu.

spezifisch detaillierter information bedürfende werden vor ort, am object de plaisir, mit information zu dessen geschichte, zu dessen extraordinii versorgt, die mikro-orientierung innerhalb des komplexes stellen kleinräumliche lagepläne innerhalb der anlagen sicher.

_what you see is what you get.

konstruktion stahlblech auf stahlprofilrahmen geschweisst, fugenlos verschliffen, zn fundament stb streifen- bzw ringfundament, stelen und distributeure demontierbar oberfläche pulverbeschichtet: schwarzgrau  /ochsenblut information siebdruck: reinweiss / ochsenblut / schwarzgrau font univers 55/walbaum roman aktualitäten durchlicht tft in distributeuren, events in umlaufendem led-band, daten via wap, energie via photovoltaik

[offener wettbewerb mit christiane schneider, graphik, münchen]
18Nov/99

014 marktplatz bayreuth

alt/stadt und um/land
die stadtmauer, einst zuständig für begrenzung und sicherung bayreuths, hat diese aufgaben der ringstrasse abgetreten. waren die tore der stadtmauer nur desnachts oder während kriegerischer auseinandersetzungen unpassierbar, ist der automobile belagerungszustand ein bald ununterbrochener. ein fahrlässig breites vernachlässigt/verwüstetes emissionseintragsgebiet begleitet den ring zu beiden seiten, unterentwickelte oder überinstrumentierte verbindungen suchen uninteressiert-angestrengt das innere mit dem äusseren zu verbinden, sind jedoch meist nicht in der lage, die aufgegebenen ringrandwüsten einander zugehörig erscheinen zu lassen. wo es nur irgend geht müssen diese beiden seiten einander zugeführt werden, funktional stimmig scheinende tunnellierte fussgaengerverbindungen genügen ebensowenig wie rachitische brückenbauwerke. das die alt/stadt und das um/land zusammengehörig sind, das muss erlebbar sein.

der öffentliche raum ist nicht messbar; parkierflächen stehen, so hört man, in ausreichender anzahl zur verfügung. da diese jedoch zumeist in der aussenseitigen ringrandwüste befindlich sind, ist eine attraktivität der fussläufigen erschliessung mangelhaft bis nicht vorhanden, es ist nicht die messbare entfernung kfz-max, sondern allein die qualität des zu durchmessenden stadtraumes welche als defizit zu erleben ist.

flipside bei schallplatten knisterts auf beiden seiten. vorne sind meist die hits, auf der rückseite die zu entdeckenden inconnus, die träume und gärten und parks, in welchen schweben und flanieren man kann, bei wirklich guten platten zumindest. die kanalstrasse scheint niemand je gehört haben zu wollen.

passagen 1 die zentrumsnahe einzelhandelslandschaft bayreuths ist mit installation des rotmaincenters um erhebliche kapazitäten bereichert worden. die anzudenkende installation von, dem handel zugedachten, passagen im bereich markt/kanalstrasse würde zu einer weiteren verkaufskapazitätssteigerung führen. das dies zu einer partiellen verschiebung des kaufpublikums von den bestehenden händlern zu den in den passagen sich anzusiedelnden führt, ist mit marktwirtschaftlichen mitteln nicht zu unterbinden. wie diese kaufkraftausdünnung, welche im übrigen die gesamte innenstadt zu verkraften haben wird, planungsziel
sein kann, verblüfft und besorgt uns.

passagen 2 betrachte man die idealvorstellung der trennung von habitation, fabrikation und konsumption als nicht übermässig glücksbringend, so ist einer verringerung des wohnanteils in city- und innenstadtlagen die verantwortung für die abendliche und nächtliche verödung ebendieser stadtteile zu übertragen. die stärkung einer differenzierten kleinteiligen gemischten einzelhandels- und wohnnutzung, die durchmischung von hochqualitativem und preiswertem konsum- und wohnangebot gewährleistet eine stabile wirtschaftliche entwicklung, sichert eine hohe aufenthaltsqualität, und erhält und schafft den sog. öffentlichen raum.

fuss- »unterster teil der beine der wirbeltiere, beim menschen und bei den affen nur der beiden hinteren (unteren) gliedmassen. der f. des menschen ist durch das sprunggelenk mit dem unterschenkelknochen verbunden…« usw usf. (meyers grosses taschenlexikon, bd.7) es scheint uns biomechanisch nicht begründbar für den einsatz des fusses einen mineralischen belag (z.b. granit) zu fordern oder zu präferieren.
-gänger-
auch gängerin; bewegung mittels der unteren extremitäten; teilfunktion des zu beplanenden areals, darüberhinaus: plaudern, kaufen, treffen, sehen, eis, maroni, rumsitzen..
-zone 1989 anektierte sog. ddr; parallellitäten allenfalls im einschluss vom sog. todesstreifen (hier als kraftfahrzeugsring)

sog. fussgängerzone über die jeweils vorgefundene qualität ihrer baulichen fassung hinaus versuchen sog. fussgängerzonen (fgz) kaum, sich dem vorwurf, vorläufer oder entwicklungsschritt der/zur mall zu sein, zu entziehen, eher wird den malls, beispielsweise hinsichtlich deren geringen wohnflächenanteil, noch nachgeeifert. die strassenraum- bzw fgzraumqualität ist, eine geringe verweildauer zwischen den verkaufsstellen gewünscht,
minimiert, aufenthaltsflächen werden, so nicht zu nahrungsverkauf genutzt, tunlichst vermieden.

fussgängerzone

der markt, eine dem fussgänger, seiner bewegung wie seinem aufenthalt, gewidmete fläche, ist, entgegen der wertschätzung dieser fortbewegungsart, als filetstück des öffentlichen raumes bayreuths, als wohnzimmer, gute stube zu würdigen, nochmal: der markt, die maximilianstrasse hat mehr zu sein als die verkehrsfläche zwischen den ansässigen händlern. wohnzimmer. so richtig zum sitzen. wir sind dazu übergegangen, die historisch durchaus fragwürdige pflasterung als, mitnichten negativ konnotiert, granitwüste, unsere buntspur als wahre fussgängerzone zu bezeichnen. es ist die erste der bundesrepublik.

verknüpfung z.b. am mühltürlein-hindenburgstrasse
das die hindenburgstrasse eigentlich der auftakt ist, um durch eine leergefegte schlucht, am mühltürlein, zur maximilianstrasse, zum herzen bayreuths zu gelangen bleibt unvermittelt. unter stadtauswärtser betrachtung erscheint es wenig wahrscheinlich, das jenseits des rings weiter geht, mit stadt. baumreihen taugen doch schon immer als wegweiser.

verknüpfung z.b. sport platz
desillusioniert geben eingeschossige 50er-jahre-hütten die rückendeckung für das ehem. reichshofkino, die kaufhäusliche ver- & entsorgung ist hauptdarsteller, die komparserie dementsprechend. deckel drauf, auf den ladehof! richtige aufgänge dort hinauf, nicht nur ein 2x2m loch in der fassade, und auch wenn mj nun ja nicht mehr spielt, basketball dadrauf, und ein cafe, von wo die stadtmauer beim zugewachsen werden beobachtet werden kann. drunter ist dann sogar noch platz für fitness.

bauliche lösung im bereich zentrale omnibus haltestelle eine erweiterung des gastronomischen angebots in form eines »hauses im markt« kann weder aus städtebaulichen, noch aus wettbewerbssicht befürwortet werden:
a) ein hochbau und sei er auch noch so gläsern, zerteilt den markt in einen oberen und unteren, seine funktion, der verkauf und verzehr von nahrungs- und genussmitteln, kann diesen angriff auf einen der wichtigsten plätze bayreuths keineswegs legitimieren. b) eine erweiterung der verkaufs- und gastronomieflächen, vor allem in form des eroberns und umnutzens öffentlichen- oder wohnraumes (passagen, neubauten…), ist im sinne einer nachhaltigen (innen-) stadtentwicklungspolitik unbedingt abzulehnen.

belag der vorhandene belag im bereich maximilianstrasse ist referenzbelag für die umgestaltung des unteren markt es.

oasis das durchsetzen der konsumbestimmten innenstadtbereiche mit nichtkommerziellen ruhe- und verweilräumen, das verweben eben dieser, über die city hinaus, schafft eine attraktive durchwegung.

antagonisten die dem konsum zugedachten einrichtungen erfahren im bereich des alten schlosses ein diskontinuum. die einen durch diese durststrecke hinweg begleitende, der kontemplation und recreation verschriebene buntspur ergänzt die verkehrsfläche zwischen den verkaufsstellen.

pflege deine freundin zu einer guten freundin geht man gern. sich ausquatschen, kaffee trinken, bei ihr gibts den allerbesten. ein gemeinsames sonnenbad, ein buch… immer wieder interessant, man sieht sich gerne, sie hat soviel, was man an ihr mag. geht man zu einer nutte, sind die beweggründe meist weniger differenziert.

beleuchtung
eine flächig gleichmässige leuchtdichtenverteilung führt unweigerlich zu einer reizminimierung, wie sie allenfalls für sehaufgaben [kfz-verkehr…] als sinnvoll erachtet werden kann. das spiel unterschiedlichster leuchtdichten, vom sonnenlichtlicht zum schatten, ist, mit technisch und energetisch bedingten einschränkungen, auch der beleuchtung der maximilianstrasse mit kunstlicht zugrunde zu legen: bereiche von hohen leuchtdichten wechseln sich mit dunkleren zonen, reflektierende mit lumineszierenden flächen ab, machen helligkeit, licht erlebbar, markieren, inszenieren und gliedern die maximilianstrasse:
-angeleuchtete objekte und raumkanten [schloss, kirche, rathaus…] -unterleuchtete bäume -schaufenster als leuchtkörper -durchgänge/passagen als leuchtkörper

nächste haltestelle sternplatz die wartebereiche der öpnv-busse beider richtungen sind aufgrund des erheblich günstigeren platzangebotes wie der früheren sichtbarkeit der fahrzeuge nördlich des platzes anzusiedeln. sie sind in ihrem habitus der mobilität des sie andienenden geräts, als leichte, transportable konstruktion verpflichtet. die planungen für den sechseck-zoh sind weder aus städtebaulicher als aus architektonischer sicht zu tolerieren.

19Oct/99

011 spremberger strasse

neugestaltung der spremberger straße, cottbus; wettbewerb, ankauf

cottbus s altstadt ist eingeschnürt
die mittelalterlichen graben- und wallanlagen, halten als vegetationsgürtel noch heut die altstadt gefangen. erst in der jüngeren vergangenheit gelang mit einer fussgängerbrücke, die passage der vermeintlichen grünen hölle gefahrlos zu ermöglichen. für die nahe zukunft versprechen zerbauvorhaben das aufsprengen der unerträglich scheinenden grünen halskrause, deren fraktale dann endlich, beabsichtigt oder beiläufig, in grund und boden bebaut werden können. rege bautätigkeiten werden verwischen bald die historischen grenzen und endlich, wenn irgendwo nach verlassen der stadtgrenzen erst grün es wird, kurz vor berlin, dann ist cottbus doch eine grosse stadt gewesen.

cd s knistern nicht
baue man die sprem zur überdachten mall um, dann fehlt ihr genau das, woran irgendwann die stadtumlandeinkaufscenter ihre besucherrückgänge festmachen werden, dann fehlt ihr das knistern. cd s haben nur auf einer seite musik, knisterfrei. ein buntes bild auf der anderen seite. bei schallplatten knisterts auf beiden seiten. vorne sind meist die hits, auf der rückseite die zu entdeckenden inconnus, die träume und gärten und parks,
in welchen schweben und flanieren man kann, bei wirklich guten platten zumindest.

im auge des taifun
die sprem hat ihre publikumsmagneten. gleich übern stadtpark hinüber, ein kaufhaus, ein bekleidungshaus, eine einkaufspassage. die sprem hat ihre publikumsmagneten. sie hat nicht selbst einem dimensionensprengendes
kaufhaus ihre adresse zu gewähren. believe in what you are.

imperiale sturmtruppen
in einer zeit, in der es kein gesetz und keinen willen gegeben zu haben scheint, denn das gesetz der macht des geldes, in einem land welches lang zu lang vor sonderangebote versprechenden imperialen sturmtruppen behütet wurde, (…).

pflasterung
auf der sprem fliesst alles zusammen, von hier geht alles aus. die sehr unterschiedlichen beläge der angrenzenden und einmündenden strassenund platzräume lassen sich nur mit einem masstabsverwandten belag, homogener färbung aufnehmen und miteinander verbinden. mit einer diskreten unschärfe betrachtet erscheint die pflasterung zunächst als homogener schwarzgrauer, basaltfarbiger kleinsteinbelag, als noble, doch zu vielfältigen nutzungen neutral sich verhaltende bühne.

betrachte man das bodengelege näher, so wird die ausrichtung des, mitnichten homogenen, steinmaterials erkennbar, mit der sprem mitfliessend, den weg seiner nutzer begleitend. in der materialgerechten differrenzierung ihrer oberflächen sind natur- und kunststein, basalt [rauh/matt und glitzernd] mit kunststein [speckig/ glatt und glänzend] miteinander verwoben, das homogene gelege entpuppt sich als edel gewirktes gewebe, dessen messinglinien [baumgitter/ kellerfenstergitter/ entwässerungsrinnen] es als güldene fäden durchziehen.

ein veredelungsprodukt des bedeutendsten bodenschatzes brandenburgs als paten entspricht der schwarzgraue kunststein in abmessung farb- und formgebung denen eines lausitzer braunkohlestaubpresslings. die serielle fertigung erlaubt die ortsbezogene prägung der steine, sichtbetonqualität, unter einhaltung eines vertetbaren kostenrahmens.

inseln
als antagonisten zur nutzungsneutralität des belags künden grüne oasen von der verweil- und aufenthaltsfunktion des städtischen wohnzimmers, konzentrieren desweiteren sämtliche versorgungseinrichtungen, die gesamte stadtwohnzimmereinrichtung [sitzmöbel, beleuchtung, wertstoffsammlung, erfrischung, fernsprecher], gliedern, in diesem aufräumen & konzentrieren, die sprem.

von einem auswechseln der bepflanzung soll zugunsten der ablesbarkeit der vegetationsperiodik abgesehen werden, eine festdekoration [ostern, weihnachten] ist jedoch ausdrücklich gewünscht.
die interne bewässerung der hügelbeete sichert dem bewuchs optimale wachstumsbedingungen zu, sichert ihn vor betreten und besitzen.

beleuchtung
eine flächig gleichmässige leuchtdichtenverteilung führt unweigerlich zu einer  reizminimierung, wie sie allenfalls für sehaufgaben [kfz-verkehr…] als sinnvoll erachtet werden kann. das spiel unterschiedlichster leuchtdichten, vom sonnenlichtlicht zum schatten, ist, mit technisch und energetisch bedingten einschränkungen, auch der beleuchtung der sprem mit kunstlicht zugrunde zu legen:

bereiche von hohen leuchtdichten wechseln sich mit dunkleren zonen, reflektierende mit lumineszierenden flächen ab, machen helligkeit, licht erlebbar, markieren, inszenieren und gliedern sprem und schlosskirchplatz:
-angeleuchtete objekte und raumkanten [schlosskirche, turm, stadtregal] -unterleuchtete bäume [schlosskirchplatz] -inseln als beleuchtete leuchtörper
-schaufenster als leuchtkörper
-durchgänge als leuchtkörper

die verbindung sprem – stadtpromenade wird desnachts von den illuminierten durchgängen eröffnet, und durch den grünen gürtel hindurch bis zum neuen zentrum mit der ikone stern mit lichtpunkten begleitet.
verbunden mit konventionellen strassenleuchten wird somit ein lichtteppich gewoben welcher die sprem auch nachts in ihrer umgebung verankert.

bäume
die bestehenden bäume auf dem schlosskirchplatz werden ergänzt und durch ein, die schlosskirche rückwärtig fassendes baumgitter miteinander verbunden. die entwässerung des schlosskirchplatzes geschieht über diese rinne zunächst als versickerung, erst grössere niederschlagsmengen überfliessen in die kanalisation

stadtregal
das stadtregal könnte ein »besitzbare« treppe sein. bühne und aussichtsturm. beweglich, verschiebbar. aus holz.
wie ein schwimmendes theater mit blick in die sprem. von turm zu turm. wehrturm in der stadt. angriff, abwehr.
mittelalter und dann doch harmloses möbel.

verkaufs- und schankflächen
die vorhandenen einfriedungen der freischankflächen mit pflanztrögen etc. werden von allabendlich einfachst rückbau- einklapp-/ einrollbaren  freibereichen unter einsatz von baldachinhaften membrankonstruktionen ersetzt. geschäfte ohne freibereichsambitionen sind sofern erwünscht mit sprachverwandten markisen ausrüstbar. die gastronomiemöbilierung ist auf klapp- und verräumbares mobiliar zu beschränken.

terrasse
das sorat hotel erhält als ersatzbaumassnahme für das inakzeptable freisitzbauwerk eine flächengleiche leichte stahl-/ holzkonstruktion einschliesslich rollirampe. eine bar unter dieser konstruktion erweitert das nächtliche angebot der gehobenen innenstadtnachtgastronomie.

preisgerichtstext
die arbeit entwickelt eine äusserst plakative, einprägsame grundidee.
es ist eine stadtlandschaft mit unbehindertem raumerlebnis entworfen, in welcher der boden der spremberger strasse, in anlehnung an einen veredelten braunkohlestaubpressling, dem schwarzen gold der lausitz, in schwarz-grauer färbung entstehen soll, um die spremberger strasse in das netz der angrenzender srassen homogenisiert einzubinden.
sparsam eingestreute grüne oasen als antagonisten zur farbigkeit und nutzungsneutralität des belags künden laut von der verweil- und aufenthaltsfunktion eines »städtischen wohnzimmers«. mit den inseln gelingt eine verortungsstrategie von elementen einer fussgängerlandschaft, die sich in aller regel der gestaltung aentziehen, wie mülleimer, blumenkübel, schilder etc.
gleichwohl ist bei den inseln auf die ablesbarkeit der vegetationsperioden geachtet und der damit verbundene wandel der erscheinung lebendig im sinne eines naturlehrpfades inszeniert.
in diesem sinne ist auch die vorgetragene intervention vor dem sorat-hotel als provozierende anregung zu verstehen.
die spremberger strasse wird in ihrer nutzung adäquat, einem »stadtwohnzimmer« der jugendkultur nahestehend interpretiert. die vorgeschlagenen non-vomercial services treffen sicher den benutzeranspruch an den öffentlichen raum. von besonderem reiz ist, dass inhalt und darstellung der arbeit eine gemeinsame sprache sprechen. es ist die leichte subversion des comic, der mit witz aber auch souverän mit bestehnden stadtauffassungen spielt.
die arbeit besticht in der schlüssigen formulierung einer lebendigen, frischen stadtkultur. sie erhält ihren wert nur in der extremen konzeptionellen polarisierung. hierin liegt aber gleichzeitig auch ihre schwäche, die herstellung  einer breiten akzeptanz und identifikation mit dem projekt ist fragwürdig. gleichwohl ist die arbeit in der lage der spremberger strasse eine eindeutigkeit und unverwechselbarkeit zu verleihen..