Tag Archives: günther & schabert

18Jul/99

010 fachhochschule ausburg

und natürlich ist das garnicht vergleichbar mit den löchern im käse, welche im übrigen ohnehin nicht am besten schmecken. hier geht es eher darum, körper und flächen zu perforieren, das den blick auf ihre grund/unter-lage sie noch erlauben, in bauvolumen luftkörper hineinzustülpen, wasserflächen aus einer platzfläche herauszustülpen und so.
hier, sehr geehrte herren bächer, kehrbaum,naumann,schmidt, schwarz, staab, stracke, handelt die erweiterung der fachhochschule augsburg davon, wie die stadt aufs land, und das land in die stadt kam. und davon, das die beiden sich gut miteinander vertragen.

parkieren eine parkiermaschine sucht ihnen den parkplatz. die kfz werden im transparenten lärmschutzriegel gelagert.


mensa
dadrunter. anlieferung via p-strasse. durchgesteckt zwischen laut und leise.
kattunfabrik
büro/verwaltungsnutzung. im eg cafe, durchgesteckt zwischen laut und leise.

gestaltung / informatik / betriebswirtschaft je ein riegel, zweigeschossig, aufgeständert, länge nach platzanspruch, erschlossen & verbunden vom
hörsaalcentrum
unter ebendiesen riegeln. zweiachsige innere erschliessung. licht & luft oft über bewässerte, begrünte, bekieste einstülpungen. das hsz ist übergrünt.
centre court
ein grosser platz, eine grosse terasse. das wasser, was im norden und westen und osten bislang vorbeiplätschert darf sich in den 9 oder 11 gumpen kurz erholen, betrachten lassen, darf schilf & rohrkolben bewässern, bevor es weitermuss, nach werweisswohin…

eg

og

16Feb/99

009 udldinger weiher dachau

ein städtebaulicher wettbewerb, von der stadt dachau ausgelobt, das gelände einer ehemaligen ziegelei, einschliesslich lehmgrube galt es mit wohnbebauung ansehnlich zu beplanen.
wir haben versucht, die stadt nicht weiter in die landschaft fressen sich zu lassen, sie nur ergänzt, mit vier quartieren:

  • dicht’schön

das quartier nördlich der brucker strasse staffelt sich als hochverdichteter reihenhauskorpus den udldinger hang hinauf.
struktur/nutzung
die in o-w-zeilen angelegten baufelder sind parzelliert. ihre bebauung ist zur bildung einer vielzahl privater, öffentlicher und halböffentlicher freibereiche, für fussläufige durchwegung, anstellbar. den wohneinheiten sind private gartenhöfe zugeordnet. (ref.:halen, atelier 5, bern)
erschliessung/parkieren
f&r wohnwege in ow richtung, quartiersdurchwegung von der brucker strasse bis zum nördlichen siedlungsende.
parkiert wird, vorhandene geländemodulation auffüllend, auf niveau brucker strasse, unter diesem quartier.
die kfz-erschliessung für rettung/müll/umzug erfolgt über den udldinger feldweg

  • citylein

das stadttor an der brucker strasse spannt über ebendiese hinüber einen öffentlichen raum auf.
struktur/nutzung
die o.g. zeilenstruktur zieht sich über die brucker strasse hinunter in richtung amper hinweg. der reinen wohnnutzung wird an und im bereich südlich der brucker strasse ein einzelhandelsgeschoss untergeschoben.
unterstützt durch konsum- dienstleistungs- sozial- und gesundheitsfunktionen entschärft der grenzübertritt (über die brucker strasse) der baustruktur die nicht tolerierbare akzeptanz der kfz-bewegungsflächen als barriere für menschenbewegungsflächen.
erschliessung/parkieren
f&r terrasse mit o-w stichen von der, zur amper sich orientierenden primärerschliessung. die parkierflächen befinden sich, von der ludwig dill strasse erreichbar, unter diesem horizontalen fussgängerniveau. die vorhandene topographie macht eine anthropogene geländemodulation hierfür entbehrlich. belieferung ebenfalls von der ludwig dill strasse aus.

  • haus & hof


schornstein und skelettierte ziegelei bleiben als landmarke im stadtrand dachaus in einer neuinterpretation erhalten.
struktur/nutzung
blockheizkraftwerk, kindergarten und volkshochschule er- und befüllen die grossform fabrik. die wände der ziegelei werden um das produkt ihrer selbst auf das nackte betongerippe abgespeckt, als ziegelschotterrasen downcycled.
das dach wird abgedeckt. dem sich verschiebenden nutzeransturm kommen die leichten ein- oder untergestellten sozial- und kultureinrichtungen, wachsend oder sich entfernend nach. informelle frei- zwischen- und hofräume versuchen mit halfpipe, apfelbaum und grossfeldschach ausgerüstet generationsdifferenzierte dorfplatzfunktion zu offerieren. die vacanten lagerflächen zur ostseite der ziegelei sind mit, der nachbarbebauung entlehnten kubaturen, diese ergänzend, aufgefüllt.
erschliessung/parkieren
die privatstrasse zur ziegelei hartmann wird bewegzollt und als erschliessung rangenommen. (alternativ via udldinger feldweg) parkieren westlich der hangkante ohne beeinträchtigung des östlich hiervon befindlichen efh-gebiets. f&r wege zwischen den dhhs.

  • experimental jet set

das be- auf- und erfüllen einer lehmgrube mit mauerschwalbennnestergleichen wohnhüllen.
struktur/nutzung
die siedlungsordnung dieser kolonie ist streng durch die standortansprüche der wohnhüllen bestimmt. da diese vornehmlich an hangkanten existieren können, reihen sie sich, auf geologie und fauna reagierend, stets den höhenlinien entlang auf. über dachluke erreichbare zwei untergeschosse. autarkes energiemanagement.
eigenes bade- und servicehaus.
erschliessung/parkieren
pkws sind, nächst der brucker strasse auf ziegelschotterrasen zu parkieren. von dort fussläufige (85% unter 200 m) erreichbarkeit über boardwalks. ver- und entsorgung über udldinger feldweg.

…irgendwann muss schluss sein
irgendwo auch.
der udldinger weiher soll nicht in dachau sein,
so wie der starnberger see in münchen nicht sein soll.
die ersten, nicht von der schotterebene eingeebneten
topographien mögen nicht zur gänze stadtlandschaft
statt landschaft werden.

die erde wurde aufgerissen dort.
gewühlt und gewütet wurde da.
dahauua.
lehmige aue.
da wo jetzt andernorts ein schloss steht,
mit welchem man weiss wie man umzugehen hat,
da klafft hier eine wunde.
…früher sind die da mit den 80ern rumgefahren…
unsere verwandten aus dem pflanzen- und tierreich
haben sich diesem place maudit dann als erste
angenommen, haben dort und an anderen solchen
unorten überlebt.
alle beackerbaren flächen wurden und werden beackert.
alle bebaubaren flächen wurden und werden bebaut.

wenn das gebaute dann nicht mehr gebraucht wird,
dann findet sich schon wieder ein getier welchem
dieser neue place maudit dann wieder als
notunterkunft zu genüge gereiche.
es wird immer weitergebaut, weitergestrickt,
auf neuland, weil personenkilometer &
wohnflächenbedarf immer weiter steigen (sollen).

würden sie sich ihr linkes bein abnehmen lassen,
weil ihr rechtes verletzt ist?

  • schule

wichtiger stadtrandkonstituierender baukörper, dessen ausformulierung nicht gegenstand diesen wettbewerbs wir zu vermuten uns erlauben. der ortsrand als skulptur und struktur, sich abwechselnd, sich ergänzend, sich bedingend.
badehaus
kommunikatives (nicht nur (nicht nur körper-) kultur-) zentrum des experimental jet set. dampf- und lehmbad, waschmaschinen etc

  • seebad

am freien südufer, grasböschung, sonnen & baden, schwimmbecken (25 m bahn) als drahtkäfig in den udldinger weiher eingehängt. ohne störung der uferbewohner tierischer und pflanzlicher genese via holzdeck, mit babybecken, erreichbar. schwimmen im offenen gewässer ist unzulässig.
espenhain
ein eingang zur stadt und ein abschluss der stadt; kontrast hält wach. pappeln, anthropogen geprägtes industriegehölz, im raster, auf schiefer ebene. geophyten darunter.
bolzplatz
platzhalter für jugendfreizeit, basketball, fussball. der finanzgarten ist unbedingt auf eignung zur zuführung einer soilchartigen demokratischen nutzung hin zu überprüfen.

revisited per google earth am 16.02.2011

viel schöner als unsere bebauung ist natürlich keine bebauung:)

leave the nature alone

landschaft: ingrid liebald

01Aug/98

008 grundschule

grundschule hanselmannstraße
milbertshofen am hart, münchen
wettbewerb [mit christiane abel]

ein kleiner schritt nur war das damals, und nicht so viel anders als der, den täglich in den kindergarten ich bis dahin tat. erheblichen aufhebens wurde ich bedacht, schultüte usw, ungewahr des übertretens dieser unsichtbaren grenze, des eintritts in eine arena die einen nie wieder wirklich entlässt. lernen fuer das leben. instutitionalisiert. 25 jahre lang. vielleicht ist dieser schritt, der erste durch die schultür, ein ebenso kleiner schritt nur, wie der armstrongs. unsere sporthalle war da drüben, da musste man dann den gang entlang, bis zur eingangshalle, dann rechts durch einen trakt der glaub’ ich der angeschlossenen hauptschule zugehörig war. zweibund. dann wieder rechts hinab. allein hätt ich da am anfang niemals hingefunden. aus dem haus, aus der klasse soll man treten können, und stehen duerfen alsgleich auf dem platz, der kommunikation & orientierung gewährleistet, der verfügbarkeit & sicherheit offeriert. am marktplatz hat man auch immer alles mögliche gemacht. heut’ parkt man den zu. gaukler gibt’s nunmehr nur noch im fernsehn & den wochenmarkt dafür taeglich, im supermarkt. die pausenhalle, als zentrum einer schule und natürlich als ort der identitätsbildung hat sich zu öffnen. nicht nur in der grossen pause.

18Jun/98

006 wochenendhaus / weekend cottage riedmoos

auf einem ländlichen grundstück sollte ein kostengünstiges ein-raum-haus mit koch- ess- und schlafmöglichkeit in selbst montier- und demontierbarer bauweise errichtet werden.

»gewächshaus«, ready-made serienprodukt. rahmenkonstruktion aluminium, eloxiert. verglasung: einfachverglasung esg 5mm, ca 50 % genörpelt / 50 % spiegelglas. fussbodenbelag=konstruktion: lkw-bodenplatten, brettschichtholz, phenolharzbeschichtet. fundament: punktfundament als fertigfundament, beton-gehwegplatten bis auf frosttiefe. baugrube: in handarbeit selbst erstellt. stromversorgung: 12 v photovoltaik. kochen: propangas. heizen: holzofen, gusseisen

[photo: monika ribbe, münchen]

lp 1-8
bauherr: privat
bruttogrundfläche: 9 m2
baukosten: ca 2.500,– €

18Mar/96

001 stadthalle/townhall lauf

WARUM IST DAS GEBÄUDE EINGEGRABEN?
Ein Ort mit landschaftlicher Prägung soll entstehen. Die zur Pegnitz hin abfallende Topographie wird mit dieser künstlichen Hangkante markiert. Der Blick zumMoritzberg schlägt eine ideelle Brücke in die Landschaft. Die Künstlichkeit der Dachlandschaft als Ausdruck heutiger Distanz zur Natur. Die ungewünschte Illumination der Stadthalle ermoeglicht es in diesem »Eingraben« einen lichtscheuen Raum mit einer lichtgeflutete Liege- & Spielwiese zu ueberlagern. Das Foyer, als Mittler zwischen Innen und Aussen bedient sich grosszügig seiner Südfassade.

WARUM STEHT DIE BIBLIOTHEK AUF DER WIESE?
Die Bibliothek ist Fernrohr, mitttels dem man in die Weite der mittelfränkischen Mittelgebirgslandschaft schauen kann.
Der Panoramnablick übersteigeigert den ansonsten immer weiter ins Abseits gedrängten Ort der Bücher; hier werden sie in üppiges Licht getaucht, ihrer Bedeutung als Medium des Lernens, als Quelle des Wissens zu entsprechen wird versucht.

WO PARKIEREN DIE AUTOMOBILE?
Die extrem hohen Erstellungskosten fürTiefgaragenplätze (40.000 DM / Platz) als auch die ökologischen Folgen einer Politik der unmittelbaren automobilen Erreichbarkeit eines jeden Ortes lassen uns im ausgehenden 20.Jahrhundert von diesemVerkehrskonzept Abstand nehmen. Die zwei Parkdecks entlang der Bahnlinie können desweiteren als Park & Ride Anlage genutzt werden. Nur noch ein Parkregal mit zehn Paletten ist für Bedürftige unmittelbarer Erreichbarkeit durch PKW im Gebäude installiert. 3 MINUTEN ZU FUß SPAREN 10 MILLIONEN.

WARUM VERBRAUCHT DAS GEBÄUDE KAUM ENERGIE?
Das Einhüllen des Baukörpers in Erdmassen erlaubt in Verbindung mit der voll aufgeglasten Südfassade des Foyers sowohl einen minimalen Heizwaermebedarf im Winter (geringer Transmissionswaermeverlust aufgrund relativ höherer Umgebungs=Erdreichtemperatur & solarer Energieeintrag) wie auch stark reduzierter Kuehllast im Sommer (Traegheit der Massen, Vollverschattung der Glasfassade). Die HL Technik operiert mit adiabatisch/sorptiver Luftmassenkonditionierung, zur Kühlung der Zuluft im Sommerfall kann darueberhinaus der Sonnenenergieeintrag in der Twin Face Fassade des Foyers herangezogen werden. Bei der Erstellung des Baus kommt es durch eine fehlende grossräumige Erdmassenbewegung zu weiteren Einsparungen, da das Gebäude im Anschluss an die Rohbauarbeiten wieder mit dem entstandenen Aushub umfüllt wird.

PASST DER ENTWURF INS STADTBILD VON LAUF?
Zur Kleinteiligkeit des intakten Stadtkerns wird ein zeitgemäßer Kontrast geschaffen.
EIN GESCHENK FÜR LAUF
EIN WOHNZIMMER FÜR LAUF
EINE AUSSICHTSTERASSE FÜR LAUF

LICHT Die Gebäudehülle schützt dort vor Licht, wo dies erwünscht nicht ist. Sie lässt Licht dort ein wo es in kontrollierter und konditionierter Weise brauchbar, erwünscht, oder gar erforderlich ist. LUFT Das Gebäude ist als Veranstaltungsort nicht ohne Luftkonditionierende Anlage zu realisieren. Der Saal ist mit Fussbodenquellbelüftung auszurüsten, die Absaugung der Fortluft erfolgt in Deckenniveau. Dem Foyer ermöglicht die Twin Face Fassade einen natuerlichen Luftwechsel. WÄRME In dem Eingraben des Gebäudes wird die eigentliche Fassadenfläche aus eine südorientierte Glasfassade reduziert, es entstehen (die Bibliothek ausser acht lassend) keine Nord / Ost / West orientierten Glas- / Fassadenflaechen, Waermeenergieverlustflächen.
Der Wärmeeintrag in das Foyer ist mit verstellbaren Lamellen zu kontrollieren. Die Bibliothek ist mit Schiebeelementen vor Blendung zu bewahren, flache Lichtschlitze an Ost- und Westfassade belichten die Leseplätze. KONSTRUKTION Stahlbetonmassivbau, die Foyerfassade ist innenseitig isolierverglast (TVG / ESG), die äussere Hülle bildet ein Einfachglas (ESG); Stahlkonstruktion, Holzlamelle. Die Bibliothek ist mit Brettschichtholzelementen bekleidet. Die Glasfassaden sind ebenfalls als Twin Face ausgebildet.

[mit jorgos rebouskos, architekt, münchen]
18Feb/96

000 architekturmuseum augsburg


für die erweiterung des schwäbischen architekturmuseums/augsburg waren ausstellungs- und lagerräume, zzgl einiger nebenräume gefordert. als weitgehend vorfabrizierrter aufgeständerter leichtbau vermeidet der entwurf weitestmöglich eingriffe für den bald 100 jahre alten obstgarten. die durchwegung vom altbau bis zur externen erschliessung erfolgt über einen steg, die rote lkw-planen-bespannte box enthält auf eingangslevel rezeption, verkauf & wc, die lagerflächen sind darunter befindlich. das ovalige strangprofil beinhaltet den ausstellungsraum.

schalenelemente honeycombsandwich aus nomex (weiss), aussenseitig transparent, innenseitig transluzent laminiert, direkte sonneneinstrahlung wird ausgeblendet winglets schwenkbarer sonnen- und blendschutz aus transluzentem abstandsgewebe, im geschlossenen zustand als zusätzliche wärmedämmung verglasung isolierverglaste schiebeelemente versorgungssteg energie- & wasseranschluss an bestand. verbindungssteg. gitterrrost aluminium quellüftung im ausstellungsbetrieb thermischer, im vortragsbetrieb mechanisch unterstützter betrieb mit zuschaltbarer heizung doppelboden mit unterschiedlicher belegung: a regenwassersack (hls) b stuhllager (zusammengeklappt) faltbare stellwände etc.; bsh tafeln auf bsh trägern hängebauch honeycombsandwich-schale, aufklappbar regenwasserspeicher stabilisierung des raumklimas, z.b. abkühlung der thermisch eingesaugten luft unter ausnutzung der nachtabkühlung. wahlweise mit innen-/aussenraum zusammenschaltbar. spülung wc. schilfbecken pflanzliche reinigung des brauchwassers, rückführung in den wasserkreislauf als sickerwasser.

architecture-museum augsburg, competition the extension of the swabian architecture museum, exhibition- and storage-spaces, are constructed as an low-invasive prefabricated system. translucent pneumatic membrane. water-beds as thermal storage in underbelly. natural ventilation. adjustable to climatic day/night, and summer/winter situations as well as exhibition requirements.

the design was aquired by the museum as part of its permanent collection.
der beitrag wurde in die ständige sammlung des museums als dauerleihgabe aufgenommen.