Tag Archives: atelier trouve

28Mar/17

mehrraumkunst @ kunstpavillon :: bericht

Neue Ateliers braucht die Stadt
Konzepte für bezahlbare Kunstateliers gesucht: Verein »mehrraumkunst« veranstaltet Podiumsdiskussion


Die Münchner Künstler schlagen Alarm. In München, der Stadt mit den höchsten Mietpreisen im Bundesgebiet, ist ihre Situation besonders fatal. Nach wie vor gibt es viel zu wenig erschwingliche Ateliers. Dass die Lage aber nicht aussichtslos ist, zeigte eine Diskussion im Kunstpavillion im Alten Botanischen Garten, zu der der Verein „mehrraumkunst“ eingeladen hat, ein Zusammenschluss von 30 Künstlern und Künstlerinnen, die von 2011 bis 2016 im städtischen Atelierhaus Baumstraße gearbeitet  haben.
Raum für Kunst unter Brücken?
Die Podiumsgäste stellten unterschiedliche Ansätze vor, wie Raum für neue Ateliers in München generiert werden könnte. Von den Otto-Steidle-Ateliers, die unter einer Fußgängerbrücke an der Ganghoferstraße im Westend entstanden sind, berichtete Philipp Hlousek von der Fondara Immobilien AG. Hier schuf die Landeshauptstadt München Baurecht für »minderwertigere« Ateliernutzung, wo zuvor kein Baurecht bestand. Ingenieurbauwerke, denen Baurecht abgerungen werden könnte, so Hlousek, gebe es vielfach in München. Auch leer stehende Gebäude könnten als Zwischennutzungen für Kunstateliers zur Verfügung gestellt werden.
Ateliers mit erschwinglichen Mieten
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag schafft, wie Prokurist Günther Schabenberger berichtet, seit 1928 neben Wohnungen auch Ateliers und Wohnateliers in ihren Bauprojekten. Diese Tradition sollte, wie sich ein Zuhörer wünschte, dem Grundsatz König Ludwigs folgend – »In jedem Neubau muss ein Atelier geschaffen werden« – längst etabliert sein. Konkret fordern die »mehrraumkunst«-Mitglieder, dass im Planungs- und Baurecht der Bau von Ateliers verankert werden sollte.
Ein Hochaus mit Ateliers könnte als Sofortmaßnahme mit Signalwirkung der Auftakt sein, schlägt Martina Günther, Architektin und Mitglied von »mehrraumkunst«, vor. Auf lange Sicht sollten Atelierräume im gesamten städtischen Gefüge verankert werden.  Hier gelte es, Berührungsängste abzubauen.

Die »mehrraumkunst«-Mitglieder auf dem Podium appellierten an Marc Gegenfurtner vom Kulturreferat, dass die Stadt für den Bau von Ateliers die Bau- und Genehmigungsvorschriften flexibler gestalten sollte, ähnlich wie beim Sofortprogramm für Flüchtlingsunterkünfte 2015/16. Denn Unterstützung für die Künstler müsse schnell kommen, fordert Künstlerin Katharina Weishäupl von »mehrraumkunst«, sonst würden noch mehr Kollegen aufgeben oder aus der Stadt wegziehen.
Einig waren sich Podiumsgäste und Publikum, dass, verglichen mit  der Relevanz, die der Kunst in München beigemessen wird, die Künstler zu wenig Unterstützung erfahren.
photos: mehrraumkunst
text: icb

16Mar/17

mehrraumkunst @ kunstpavillon

wie können wir bürokratische hürden abbauen und anreize für mehr atelierraum in münchen schaffen?
unterschiedliche wege und heterogene nutzungskonzepte als teil einer zukunftsweisenden stadtentwicklung werden diskutiert.

eine podiumsdiskussion mit
marc gegenfurtner – kulturreferat der landeshauptstadt münchen
philipp hlousek – fondara immobilien ag
gerhard müller-rischart – unternehmer, kunstförderer
günther schabenberger – gewofag
heike skok – mitbauzentrale münchen
katharina weishäupl – mehrraumkunst e.v., künstlerin
martina günther – mehrraumkunst e.v., architektin/stadtplanerin

ralf homann – moderation

17. märz 2017 um 18:00 uhr im kunstpavillon

mehrraumkunst e.v. wurde 2016 von der ehemaligen belegschaft des städtischen atelier hauses baumstraße gegründet, mit dem ziel ein neues atelierhaus aufzubauen und die synergien der gemeinsamen fünf-jährigen zeit weiter zu nutzen und zu erweitern. der verein versteht sich als diskussionsplattform für münchner künstler/innen und arbeitet an unterschiedlichen konzepten um in der stadt »mehr-raum« für kunst zu generieren. mehr raum für künstler/innen erschwingliche atelierräume als beitrag zur förderung der kunst in münchen.

unterstützt vom kulturreferat der landeshauptstadt münchen

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atelier als rarität
zum bericht von jutta czeguhn in der süddeutschen zeitung vom 23. märz 2017
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15Jan/17

053 baywahalle wiederbesucht @ BR

zehn jahre später, kam der bayerische rundfunk nochmal nach niederarnbach, gucken ob und wie sich unser »traumhaus« in der zeit so entwickelt hat.

nabrevisited

den film von carina bauer strahlt das bayerische fernsehen am sonntag dem 19. februar 2017 um 15:15 uhr aus.
oder hernach in der mediathek

wir sind gespannt!

26Jun/15

HoRo atelier trouve


atelier trouvé

Raum und Kunst – inspirational modular spaces
Was war die Factory für Andy Warhol? Produktionsort für Kunst, Ausstellungsraum und vieles mehr. Wie wirken Räume auf unsere Kreativität zurück? Welche Räume brauchen die kreativen Menschen in Bayern?
Ein Atelierhaus im Glockenbachviertel wird mobil. Da es in München oft schwierig ist Räume für kreatives Schaffen zu finden, wollen die 35 Kunstschaffenden aus dem Münchner Atelierhaus Klenzestraße/Baumstraße ab 2016 in mobilen Modulen arbeiten, die, wie das Oktoberfest, temporär auf und abgebaut werden und an neue Orte wandern können.
In diesem Seminar werden Sie im Gespräch mit den »echten Bauherren« das Innenleben dieser neuen, mobilen Ateliers nutzerspezifisch entwickeln. Licht, Wandhöhen, Material der Oberflächen, Ausstattung, Low Budget, Rohbau=Ausbau, Selbstbau… sind Themen, die uns beschäftigen werden. Die Ergebnisse Ihrer Arbeiten werden im Rahmen der Offenen
Ateliers (OA), die Ende Juni im Atelierhaus Klenzestraße/Baumstraße stattfinden präsentiert.

hochschule rosenheim, fakultät innenarchitektur, wahlpflichtfach

horo_at_a

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[photo: hermann nitsch in seinem atelier: © manfred hovarth, wien/at]

28Feb/12

112 atelier trouvé markuskirche

Zwischen Himmel und Erde und doch im Treppenhaus der Markuskirche in München

Die westliche Treppe zur Orgelempore führt von ihrem obersten Podest über 14 Kragstufen noch ein bisschen weiter zu einem verborgenem Raum der überraschend im Luftraum des Treppenhauses hängt.
Raum im Raum. Eingeschlossener Luftraum, genutzter Restraum, unter die Decke geklebter Spielraum. Seine Dimensionen sind beinahe die eines Kubus mit einer Kantenlänge von vielleicht vier Metern. Die vollständige Öffnung des Raumes nach Westen mit einer schlichten, weißen Stahl-Glasfassade, seine weißen Wände und haptischen Oberflächen, alles deutet daraufhin, daß es sich um ein Atelier handelt, das der Architekt damals in den 50ern, vielleicht im Gespräch mit dem Kantor geboren haben könnte.
Glasfassade hinter Glasfassade. Türe, Wand, Decke, Boden. Ein besonderer Ort: einfach und doch in die komplexe Raumstruktur der Markuskirche eingehängt. Viel Licht, viel Freiheit, viel Ruhe, viel Schweben. Dieses Schweben und abgelöst sein, die Möglichkeit dort allein, aber doch dabei sein zu können, stellen seine für mich beispiellosen Qualitäten dar. Schon länger nutzen gut gefüllte Regale und Musikinstrumente den Raum,
diesen White Cube, diesen mental space, dieses atelier trouvé, diese Skulptur, diesen Raum für Kunst.

[martina günther, publiziert in: 50 neue räume; mit texten von afra dopfer, jutta höcht-stöhr, hans-georg küppers, elisabeth merk, peter pinnau, et al.; redaktion: horst konietzny]

21Dec/11

108 daegu tobacco studios

»Raw space for art!« that is what we suggest to the city council of daegu and the daegu fine arts association, who invited us to an international symposium, about the transformation of the 60.000 qm tabacco-factory »kt&g« into a cultural area. The massive building, near daegu station and near the historical city center, which is  a monumental witness of the korean industrial age and empty for several years, could be a corner-stone for the revitalisation of the whole area. > map


It could be a really symbiotic process, a »long-term interaction between different biological species« to start  using the building as factory for creative & cultural industries >from industrial production to cultural production. The building will survive, the artists will have space for their experimental art production and the neighbours will have vital partner, which effect on the urban space and the quality of the city.

allowing tobacco studios as well as its neighbourhood to develop in a symbiotic process to strengthen not only its identity as a space for art-production, but also the identity of colourful daegu.

coming to daegu 4 months ago, i was totally lost in this city. i had the impression, i will never be able to orientate in this city.  only the green hills seemed to me something  like an orientation mark., maybe one of the most characterizing points, that korean cities don’t seem to have no monumets, no palaces, churches, industrial complexes, …, no landmarks for orientation. we stubled onto this building in september, and for me it was the first building in daegu with real identity. a building like a monument, a massive landmark on the edge of the historical city of impressingly big scale, witness of  korean industrial age, of the enormous economic growing of this country. i can read in this building some part of koreas history, without knowing the language, without studying books.

 

presented at
international forum on transforming old tobacco factory to cultural area
2011.12.21
daegu gyeong-buk design center
daegu, republic of korea

01Jul/07

053 baywa-halle in der db, deutschen bauzeitung

»Ateliers trouvés« lautete der Titel eines Vortrags von Martina Günther und Jan Schabert im Rahmen der Architekturwoche München 2004. Darin führten sie aus: »Gefundene, brachgefallene Orte neu zu formatieren, zu transformieren, für die Stadt zurückzugewinnen ist unser Ziel: diese »Unräume« zu beleben und in Ateliers zu verwandeln. Wir legen einen erweiterten Atelierbegriff zugrunde, der Menschen Räume eröffnet, um tätig zu werden.« Diese Sätze klingen wie die programmatische Aussage für den Entwurf, mit dem die Architekten ein halbes Jahr später beauftragt wurden, die Umnutzung einer ehemaligen Baywa-Halle aus den fünfziger Jahren in ein Wohn- und Atelierhaus… [michaela busenkell, db 07/2007] :: mehr

19Jul/04

051 ateliers trouvés vortrag

münchener architekturwoche, a2, luitpold lounge
Transformationen in Architektur und Design. Verlorene, brachgefallene Orte zu transformieren, neu zu formatieren, zurückzugewinnen, zu finden, war unser vorgetragenes Ziel, Unräume zu beleben, in Ateliers zu verwandeln.
Ein Subthema der zweiten Architekturwoche – günstige Ateliers in München zu schaffen – mit dem Themenschwerpunkt der Luitpold Lounge Transformationen in Architektur und Design zu kreuzen, war unser Auftrag/Anliegen. Verlorene, brachgefallene Orte zu transformieren, neu zu formatieren, zurückzugewinnen, zu finden, war unser vorgetragenes Ziel, Unräume zu beleben, in Ateliers zu verwandeln.
ateliers
Wir legen einen Atelierbegriff zu Grunde, der undeterminierte Räume eröffnet, Räume um tätig zu werden. Ateliers zum Fahrradreparieren, zum Kochen, zum Singen, zum Treffen, Ateliers zum (Re)generieren statt zum Konsumieren, Ateliers die in verlorenen Orten eigene Potenziale uns finden lassen.
a
Ein hermetisch-abweisender Gewerbehof öffnet seinen Erdgeschossbereich mit Ateliers dem öffentlichen Raum entgegen, öffnet sein Kiesflachdach als Subsistenzwirtschafts-Naherholungsgebiet, als Weide für Wildschweine, als Spielplatz für Kleingärtner. Die Interventionen wirken auf das ganze Gebäude, auf das Viertel, auf die ganze Stadt zurück, eine von vielleicht 389 kleinteilig subversiven symbiotischen Transformationen, die eine Auflösung der Stadt im bisherigen Sinne bewirken.

b
Ein sperriges Verkehrsbauwerk, das zugleich Garagenplätze in seinem Inneren beherbergt, als auch Auffahrtsrampe zu einem Park für Fußgänger und Fahrradfahrer ist, wird in ein Atelier umgestaltet: die ehemalige Garage öffnet sich als große Arbeitshalle zu Straße hin. Ein verwaister Bistropavillon wird zum Pauseraum für alle die, die Pause von etwas machen mögen. Schöpferische Pausen. Arbeitspausen. Unterbrechungen, Zwischenspiele, Interventionen in einer vom Wunsch nach Lohnabhängigkeit bestimmten Gesellschaft.
c
et al.

[indexphoto: kathrin schäfer, münchen]

> kunst-buero.de