Tag Archives: architektur

01Jul/06

053 baywa-halle [als film-clip]

»… also mir hat das spaß gemacht gemacht ich würd´ dirket nochmal so ein ding bauen – würd ich wirklich machen. die räume sind einfach schön – also ich fühl mich wohl, weil raum ist sehr wichtig für mich – ich hab ein freies gefühl hier im haus. …«

[clip, quelle: br, 01’44”]
18Jun/06

062 mensa klenze/dante

ein elternverein im dante-/ klenze-gymnasium versucht die planung ihrer g8-mensa von der determinierenden ausrichtung auf tiefkühl-mischkostverpflegung in richtung der verarbeitbarkeit frischer produkte umzustellen: und wir machen, auch weil paul günther ebendort und derzeit zur schule geht, einen vorschlag wie das räumlich gehen könnte. das projekt zeigt einen überraschend deutlichen zusammenhang zwischen temperatur von essenszutaten und flexibilität von raum ebenso auf, wie er vor augen führt, wie räumliche setzungen den vitamingehalt von lebensmitteln zu determinieren in der lage sind. [obige grundrisse zeigen die tiefkühlvariante zur linken (quelle: lh m), die frischversion zur rechten]

illustrierend, ein kurzer ausschnitt aus der längeren nutzer- und nutzereltern-planungsbeteiligungsgeschichte, aus dem: Protokoll zum Infoabend/Podiumsgespräch zwischen Vertretern des Schulreferats, des Baureferats und des Architektenbüros (…) mit Vertretern der beiden Gymnasien Dante- und Klenze- in München Sendling, Mittwoch, den 31. 05.06, 18:30 Uhr bis 22:30 Uhr; Initiatoren der Veranstaltung: Zukunftswerkstatt Klenze, RistoDante mit Unterstützung der Schulleitung

(…) Es war vom Schulreferat geplant, dem Publikum das Bauvorhaben mit einer Beamerpräsentation vorzustellen. Das kam aber nicht zustande. Die Präsentation fand anhand von Plänen statt, die für das Publikum aus der Entfernung etwas schlecht zu sehen waren. Ein Modell stand zur Erläuterung nicht zur Verfügung.
Herrn B., der Architekt erläutert die Pläne. Zunächst begründet er die Wahl des Standorts aus der Zentralität und der gleichberechtigten Erreichbarkeit für beide Schulen. Die weiteren Alternativen der Bauplätze auf dem gesamten Schulgelände wurden in Abstimmung mit den Schulleitungen als nicht geeignet begutachtet und an diesem Abend nicht weiter erläutert. (…)

Frau Christ (Vorsitzende RistoDante) fordert als Ziel dieser Veranstaltung die sofortige Beteiligung von Schülerinnen, Schülern, Eltern und Lehrern am Planungs- und Bauprozess. Nur so kann eine qualitativ hochwertige Nachmittagsbetreuung und Mittagsverpflegung an den beiden Schulen im Rahmen des G8-Systems gewährleistet und vorprogrammierte, teuere Umbauten vermieden werden.
Der Bau erfüllt in seinem derzeitigen Planungsstand die Anforderungen der zukünftigen Nutzer an den beiden Gymnasien Klenze und Dante nicht. Z.B. ist die Küchenausstattung ausschließlich auf das Konzept einer Tiefkühl-Mischkostverpflegung ausgerichtet. Diese Ernährungsform wird an unseren Schulen für die Kinder als Dauerkost abgelehnt. Fr. Christ erläutert pädagogische Hintergründe und ernährungswissenschaftliche Details.
Der durch die Satzung festgelegte Zweck der Vereins RistoDante e.V. ist die Verwirklichung der Selbstorganisation der Mensa und einer Cafeteria durch Schülerinnen, Schüler und Eltern unter Anleitung von Fachkräften. Mit dem Neubau wird die Infrastruktur für Nachmittagsbetreuung/Mittagsverpflegung für die nächsten Jahrzehnte festgelegt.
Um dem Argument des Bauherrn, „für den Dialog sei es jetzt zu spät und jede Umplanung mit Kosten verbunden“, entgegen zu treten, zitiert Fr. Christ eine E-Mail, die sie bereits vor einem Jahr vom Schulreferat (Herrn Stein) erhalten hat, in der auch zu diesem frühen Zeitpunkt bereits stand, „die Planung ist abgeschlossen“.(…)

Die Lage der Toiletten im Keller stellen für die Schülerinnen und Schüler ein Sicherheitsrisiko dar, deshalb besteht die Forderung einer Umplanung. Die Antwort der Verantwortlichen dazu ist: die Toiletten lassen sich nicht umplanen, Lösungsvorschlag: die Toiletten, sowie das gesamte Kellergeschoss können während des Schulbetriebs abgesperrt werden. Dazu gibt es am Ende der Kellertreppe eine Tür. Toiletten sind für den Mensabetrieb nicht zwingend erforderlich und müssen lediglich für den Veranstaltungsbetrieb nachgewiesen werden.

die für (uns) erste unfassbarkeit war, dass vom architekten/hochbauamt keine, wie ja angekündigt, beamerpräsentation erfolgte. die pläne wurden hinter(!) die damen und herren  verantwortlichen, teils übereinander(!) an stellwänden gehängt. ein modell war nicht vorhanden. die pläne waren somit für das publikum nicht lesbar. die vorstellung war so, daß eigentlich niemand kapieren konnte, was da gebaut wird. weder im großen des baukörpers, noch im kleinen der inneneinrichtung/farben/materialien… leider fragt dann aber auch niemand nach (…) [g&s]

18Mar/06

061 tsunami memorial bygdøy

the untameable nature, its uncalculable, unpredictable, interventions: unpredictable it floats in the flood, uncalculable it submarines during ebbs, it comes and goes, making a void into the ocean, softening, taming the surface:

a inflating/flooding rubber-pneu, elasticly anchored to the ground, controlled by nature, by tidals, by waves, by sun, by temperature, by wind, by sound; ±5 m diameter, ±20 m offshore

tsunami disaster dec 26th 2004 memorial site bygdøy peninsula, oslo, norway

[Open, International Competition for Project Ideas; Memorial site in Norway for the victims of the tsunami disaster Dec 26th 2004; The National Foundation for Art in Public Buildings, Norway, (Utsmykkingsfondet for offentlige bygg) hereby invites artists working within the fields of visual art, arts and craft, architecture, landscaping and other visual expressions designers, to participate in an open, international competition for project ideas. In the wake of the tsunami disaster in South East Asia on 26th December 2004, the Norwegian Government has put The National Foundation for Art in Public Buildings in charge of a memorial site in Norway to honour the victims. The Foundation has appointed a Committee, whose task is to plan the project and put it into effect. The Memorial Site is to be open and inclusive to all people – independent of nationality or religion. The purpose of the site is to be a space for mourning and contemplation for those who have experienced dramatic events in their lives. The memorial site is to be an art/architectural project. It will be located somewhere on the Western shoreline of the Bygdøy peninsular in Oslo, Norway, and it is to be visible from both land and sea. This area, with its beach and its varied topography, is used all year round for outdoor activities. There will be no nameplate at the memorial site. source: Utsmykkingsfondet for offentlige bygg, Oslo, Norway]
18Jan/06

060 ferienhaus pfarrwerfen

ein paar kilometer im salzburger land, im weiler pfarrwerfen, soll ein hanglagiges ferienhaus aus den 60ern räumlich aufgeräumt/angepasst und thermisch aktualisisert werden: das gartengeschoss klären wir mittels zusammenziehen von geschirr- und geräteschränken mit der tür der speis, der fussboden wird wärmegedämmt, sein oberbelag wird durchlaufend. hinauf ins eingangsgeschoss gehts durch einen hangseitigen, ja, nun, kellergang-haften kellergang…

[grundrisse dg/eg/gg mit grosszägigen eingebauten stauräumen in ondolierenden trennwänden]

… und das das man sich hier gerade bergseitig aufhält, das intonieren wir dann auch:

im eingangsgeschoss gibts dann noch, für die vielen töchter, enkel und neffen ein anständig dimensioniertes und illuminiertes bad, mit fast schon japanisch/koreanischer anmutung.

… und interessante Ideen eingebracht. Wir mussten unsere Ideen aus wirtschaftlichen und psychologischen Gründen stark zurückschrauben. Architektonisch ist das Objekt jetzt für Sie vermutlich auch nicht mehr sonderlich interessant. In erster Linie müssen handwerkliche Arbeiten (neue Boiler und stellenweise Installationen, Abdichten des Kamins etc.) ausgeführt und überwacht werden. Wir haben uns deshalb für einen Baumeister aus Salzburg entschieden, der die regionalen Handwerker kennt. Ich hoffe, Sie sind uns deswegen nicht böse und würde mich freuen … [das bauvorhaben wurde nach der vorentwursphase eingestellt]

01Dec/05

059 werkbundsiedlung

Stadtbaustein Werkbundsiedlung
Exemplarisch, vielleicht mit Vorbildfunktion.
Aber nicht stolz auf sich bezogen sondern das urbane Netz weiterspinnend, belebend, entfachend. Ein richtig guter Nachbar eben, Defizite lindernd, behebend. Potenziale aufdeckend.

Auf dem Weg von der Münchener Innenstadt gen olympischem Park, mithelfend das zwischen Schwabing und Neuhausen es nicht nur eine Ansammlung von Häusern hat.

Ort
Ein umzäuntes und abeschlossenes Areal mit präzisen aber autistisch scheinenden Nachbarn und kaum überwindlichen Verkehrsadern von seiner Umgebung isoliert. Öffnen wir dann uns doch zuerst einmal gen Westen, wo Kunst, Handwerk und städtische Einrichtungen sich zu einer höchst urbanen Mischung vereinigt haben. Und dann viceversae, den Westen auch zu uns:

Dieses Kunstquartier ist als kreatives Umfeld zu erhalten. Das ist doch was Stadt ist. Mit replazierenden WohnHochhäusern kann es urban nachverdichtet werden. Obstbäume zu beschneiden lohnt sich, auch zwischen durch nachpflanzen ist gut.

4/4 Viertel
Das Ganze ist manchmal mehr als die Summe seiner Teile.
Ein neues Quartier (lat. quartus) entsteht, ein neues Viertel, vier viertel, vier Viertel, viele Viertel, Stadt ist vielfältig, vielviertlig. Kleinteilig, aneigenbar, situationsgerecht: ein Hof im Hof, ein abgewinkelter Schutzarm, die StadtWaldHäuser und die Kristalle, erschlossen von, verbunden über die grosse Wiese, dem zentralen öffentlichen Raum.

[photo: monika ribbe, münchen]

öffentlicher Raum
Räume, Plätze, die ein Zusammentreffen ermöglichen hat es mehrschichtig, mehrmassstäblich: unter den Quartieren, innerhalb der Nachbarschaften, wie innerhalb der Häuser und innerhalb der Wohnungen: draussen Holzhackplatz, Autowaschplatz, Reperaturschuppen, Freiküchen, Grillplatz, Feuerstellen, Pool, Tiere (Bienen, Hühner), Wasserpumpe… und drinnen Ateliers und Werkstätten für alle! Wir legen einen erweiterten Atelierbegriff zu Grunde, der allen Menschen Räume eröffnet, Räume um tätig zu werden. Ateliers zum Fahrradreparieren, Kochen, Singen, Zusammentreffen. Ateliers zum (re)generieren statt zum Konsumieren, Ateliers, die eigene Potenziale uns finden lassen.

Hof im Hof
In den Hof, in dessen üppigen Baumbestand, schreiben wir einen weiteren Hof ein. Auf einem leicht erhöhten rotem Asphaltfeld fassen die leicht angeflügelten Gebäude einen geschützten Inneninnenhof, einen Ort für Begegnungen, Gespräche, … der diese Gebäude bewohnenden, aus aller Welt zusammengewürfelten Studierenden.

Werkbundhochhaus

[photo: monika ribbe, münchen]

Nachverdichtung und pointierende Ergänzung: unterschiedliche Stockwerkshöhen, geschoßweiser Selbstausbau. Das oberste Stockwerk als auch das Dach sind öffentlich. Eh.

Deckarm
Gewerbe im weitesten Sinn entlang der Schweren Reiter Straße. Auch Lärmschutz.

Doch genauso könnte die weiche, sonnige Innenseite zum Wohnen zur Verfügung stehen. Kombi-Büros, in diesem Falle wäre die Kombi Wohnen und Arbeiten. Gut für Work-o-holics, die zwischendrin gerne die Waschmaschine betreuen und auf dem eigenen Balkon Mittagessen wollen.

GemeinschaftsWohnkristalle
Fluider öffentlicher Raum, durch den man vom Wiesenfeld und von der HessParkStraße aus durchsickern kann. Die einzelnen Wohnkristalle haben ihre Freiräume eher in den Häusern. Diese Häusesr sind gut geeignet für gemeinschaftliches Wohnen, für Baugruppen usw, die »ihr« Haus bauen wollen, das durch den Prozeß der Beteiligung eine eigene Form bekommen kann. Die von uns dargestellten Formen sind Platzhalter für die Prozeßhaftigkeit der Entstehung einer freien und persönlichen Form.  Sauna, Werkstatt, Küche, Tischtennisraum haben Platz in den dicken Bäuchen der Häuser. Sonnendeck auf dem Dach inbegriffen. Hier könnte auch der Kindergarten irgendwo im EG untergebracht sein, falls der überhaupt noch gebracht wird, bei soviel Eigeninitiative…

Wiesenfeld
Das Wiesenfeld ist eine große Wiese, wie der Name schon sagt. Wenn frisch gemäht klappts gut mit Fußball, ansonsten träumen wir im hohen Gras. Die offene Wiesenfläche des Wiesenfeldes verbindet sich über ein T mit der HessPARKstraße und läßt auch Radler und Fußgänger durchs Quartier.

HessParkStraße
Kleine Asphaltpfade die sich durch das Pioniergehölz schlängen und im Norden auf eine freie Fläche  treffen. Eingestreut Skaterampen, Feuerstellen, Kletterfelsen. Auch Flächen die nicht definiert sind.

Die Ungestaltetheit, wonach wir uns sehnen, die auch kostengünstig im Unterhalt ist. Das Band wird zusammen mit dem 8000 qm großen Wiesenfeld gelesen. Die HessParkStraße ist neue Mitte zwischen den sich entwickelnden Quartieren zu seine beiden Seiten und Verbindung für Radler und Fußgänger, die aus der Stadt kommen zum Olympiapark wollen.

StadtWaldHäuser
Der vorhandene Baumbestand ist prägend für diesen Teil. Grüne Zimmer werden respektiert und schaffen intimere Wohn- und Freiräume.

Reihenhäuser E+2  bilden eine flache, dichte Struktur. Die Häuser selbst ermöglichen so ziemlich jede Art von  ZusammenLeben, und wenn die Ex-Freundin des ältesten Juniors dann doch noch (mit, trotz oder wegen des Nachwuchses) einziehen mag, dann ist das ohnen grosses Aufhebens möglich. Und die Schwiegermutter auch noch…

[photo: monika ribbe, münchen]

Aus Dickholzschotten in einer strengen Grundstruktur errichtet, können durch die serielle Anordnung der Treppen waghalsigste Puzzle-Familien-Szenarios beherbergt werden, Erschliessungsszenarios erfolgen.

Prozess

entwurfsprozess

Plan

klaus overmeyer, berlin
werkbundsiedlung-wiesenfeld.de

werkbundsiedlung wiesenfeld, competition
a werkbundsiedlung. something old-fashioned seems to resonate in the word »werkbundsiedlung« (werkbund housing development), which, in contrast to the general practice in current german, has no english components and appears somewhat unwieldy as if its history and significance could be discerned in it directly. or should we
say something ‘timeless’ resonates in it because »werk« (»work«), »bund« (»union«) and »siedlung« (»settlement«) designate fundamental aspects of human cohabitation? timeless perhaps because projects such as weißenhof in stuttgart, which still sets standards today, are associated with it? and big names such as le corbusier or mies van der rohe?

18Aug/05

058 prototypische appartementsanierung

einer einheit eines 70er jahre appartementeschlittens werden die arbeitslos rumstehenden wände entnommen. ein prototypisches plug & play oligofunktionsmöbel wird zum server des units: foyer, garderobe, küche, speis, putuzkammer, spiegelkabinett, overheadstorage und bar.

 

der server ist mit strom-, zu-/abwasser-/luft-/telekommunikationsanschlüssen ausgerüstet.
in grey-blue oder postit-yellow erhältlich.

[photos: © monika ribbe, münchen]

[grundriss, schnitte]
18Jun/05

057 kindercampus garching

für den campus der TUM garching ist eine tagesbetreuung für kinder im alter von 0 bis 6 jahren als auch raum für eine ferienbetreuung für schulkinder als beitrag zur gendergerechten hochschule zu planen.

ort als möglicher ort für diese einrichtung ist die freifläche nördlich des walter-schottky-instituts angedacht. eine prüfung des campus auf alternative standorte ist von unserer seite bislang nicht erfolgt, jedoch dringend angeraten.

räume & flächen ein kinderhaus welches eine tagesbetreuung von kindern im alter zwischen 0 und 6 jahren sicherstellen soll hat zur erreichung von alterspezifischen förderungs- und bildungsmöglichkeiten
differernzierte räumlichkeiten und freiflächen zur verfügung zu stellen.

kindercampus sicher und geborgen · offen und neugierig· flächensparend· kostengünstig· ökologisch · barrierefrei · integrativ · masstäblich

situation am übergang von der landschaft der münchener schotterebene zum campus der tum garching stehen naturnähe und ökologischer bezug sicherlich im vordergrund. dieses herausragende potential wollen wir für das gebäude, für dessen kleine und große nutzer und nutzerinnen ausschöpfen.

gutachten, grundlagenermittlung
kindercampus für die kinder der mitarbeiter und mitarbeiterinnen der TUM garching nördlich des walter-schottky-instituts, campus garching · möglicher träger: landesbund für vogelschutz

30May/05

056 ammerlandbad

ein kleineres bauvorhaben: ein badezimmer von 2,50 x 2,50 meter. die allgegenwärtige g’schamige installationswand kommt hier in zwei abarten vor: zur linken, eine lendenschurzhafte schwebende schale, an der wc und waschbecken andocken, in der spülkasten, badezimmerschrank, illumination und ein eingezogener spiegel platz finden. und die rohre sieht man bisserl raushängen. zur rechten stopfen wir die wanne in die wand.

[holzverbundwerkstofftafeln als schreiner-gerechter ausbau, pigmentierter und hartgeölter zementestrich]
18May/05

055 studierendenwohnheim münchen

an der studentenstadt (a:ernst maria lang und sepp pogadl) weiterbauen: (wie) lässt sich der von den beiden hochhausscheiben, nach süden und westen hin gerahmte parkplatz am nördlichen ende der seinerzeit grössten studentischen wohnanlage deutschlands, ergänzend zu wohnzwecken nutzen?

lageplan [quelle: studentenwerk münchen]

situation

gutachten, vorentwurf [entwurfspläne sind zzt nicht aufzufinden, stay tuned…]

01May/05

tum kindergartenspielgerätelagerhaus

kindergarten toy-storage-house, 1:1 studentwork, 2nd yr., tum

model of winning scheme [studentname unknown]


the winning team of a student competition detailled and built their design: a wooden crosswall-construction, dressed in multiwallsheets is sitting on a foamglass-gravel-supported concrete slab. tum, münchen, germany, 2005 [2nd year]

[photo: thomas hirschmann, münchen]

»invisible touch« – box, inspired by glass-recycling-container design
[photo: thomas hirschmann, münchen]

[photo: thomas hirschmann, münchen]

the inauguration

21Apr/05

054 ernst sachs bad kunsthalle schweinfurt

das ernst sachs bad in schweinfurt (1931-1933) geplant vom (später dann auf der gottbegnadeten-liste geführten) architekten roderich fick, wird zur kunsthalle der stadt transformiert.

bestand, ansicht nord [quelle: stadt schweinfurt]

stadtplan, ausschnitt [quelle: stadt schweinfurt]

lageplan

grundriss eg, grundriss ug, grundriss og

schnitte, ansichten

der bestand wird weitestgehend belassen und mit zwei klar lesbaren eingriffen sowohl historisch präzis verankert, als auch für seine neue aufgabe ertüchtigt:
a
der naturwerkstein-gerahmten eingangssituation wird ein mehrfunktionaler funktionskörper (mit foyer, bühne, rolli-lift, …) vorgestellt

b
das schwimmbecken, von einer unzahl, im raster gesetzter kernbohrungen perforiert und mit blauen glaszylindern verfüllt, wird zum vortragssaal, begleited von einer offenen erschliessung aller geschosse.

einsatzmodell schwimmhalle

unterm schwimmbecken, mit (rolligerechter) zugangsrampe zum vortragssaal

offener realisierungswettbewerb

modell
frieder grüne, wolfratshausen

photographie
monika ribbe photodesign, bad aibling

01Jan/05

17 absätze über architektur

01 maisons de verre/vert

ja, glas kann auch durchsichtig sein. kann aber auch durchlichtig sein, fast opak, spiegelnd, die umgebung verzerrt reflektieren, licht fangen, nach frequenzbereichen selektiv filtern. glas kann sich selber saubermachen, kann strom machen, kann hell und dunkel werden. glas kann merken wann es hell, wann es warm ist. aber in echt ist glas nur eine sehrsehr zähe flüssigkeit, sagen die im glaswerk. eine total tolle, mal wie rohöl, mal wie blut, mal wie milch, mal wie quellwasser. das gewächshaus von der stange wird zum wochenendhaus [prj.006]. schlappe 5 mm esg, die hintere hälfte genörpelt, das licht streuend, die vordere als floatglas. den sonnenschutz übernimmt ein apfelbaum, der die sonne ins haus lässt, wenn erwünscht sie ist, der sie aufsaugt und tolle früchte aus ihr photosynthiert. auf einer holzgitterschale als unterkonstruktion ein weiteres gebilde was als glashaus betrachtet werden kann, das haus zur wildnis [prj.016]. wilder jedoch, lichtundurchlässiger: rundumhüllt mit kissen aus glas welches dann erst noch  zu entwickeln wäre: altglas, grünes, braunes, buntes, aufgeschäumt, mit lichttransmissionswerten von vielleicht 10 bis 50 prozent, das es sich beim durchschlüpfen so anfühlt, wie vom auslober gewünscht, als erdgang im maßstab 20:1, mal dumpfes grünlich-braunes licht, dann wieder heller werdend. die äussere oberfläche müsste dann geschlossenporig sein, könnte dann, da es schön schattig mitten im wald steht, auch gerne ein bisschen moosig, algig, glitschig werden, auf garkeinen fall selbstreinigend. wild halt.  noch eine variante, die erweiterung einer strammen, satteldachigen sichtmauerwerkigen hauptschule aus den 30-ern in münster [prj.022]. das profil nehmen wir auf. aber nicht mehr in backstein sondern in (backsteinfarbig) seriegraphierten gläsern, offenere raster dort wo erforderlich, wo möglich, ins geschlossene verlaufend, wo tageslichteintrag unerwünscht wäre, mit bedrukkungsfreien ausschnitten wo die haut das klassische fenster, den sichtbezug innenaussen, spielt. und das obergeschoss öffnet sich mit sl-flügeltüren.

02 raum
zumeist sind schachterl gemeint, zimmer. zu denen führen flure, gänge, längliche räume. es hat regeln, wie breit die zu sein haben, das aneinander man vorbeikommt, ohne sich im schlimmstenfall berühren zu müssen. raum geht auch mit schachterln: eine grundschule [prj.008] im münchener norden. zwei mal vier klötze. im erdgeschoss sondernutzungen, werken, lehrerzimmer etc. und drüber je klotz, je geschoss, zwei klassenzimmer. die zwei klotzreihen mit innenliegenden balkonen verbunden, mit blick, mit räumlichem bezug zur dazwischenliegenden pausen-, zur dazwischenliegenden sporthalle, von wo du, wenn du pech hast, voll einen ball draufgezogen bekommst. um auch den raum, nicht nur die flächen durchmessen zu können, wissend zudem wo du gerade bist, hat es eine breite sitztreppe zwischen sport und pause.

03 the world is flat
es war seinerzeit wohl nicht ganz einfach den bewohnerinnen und bewohner unseres planeten die idee nahezubringen, das die erde mitnichten eine scheibe sondern vielmehr ein dreidimensionaler körper, genähert eine kugel ist. obgleich oder weil dies mittlerweile doch zum allgemeinwissen gehört, gewinnt die platte scheibe (geschossdecke…) mit weitem abstand vor dem körper, gewinnen ebene ebenen souverän vor (einachsig, zweiachsig…dreiachsig) gekrümmten flächen. als ob uns die idee mit dem körperhaften planeten noch immer missfällt, der scheibengeschichte immer noch verfallen sind. mit der gravität spielende geneigte, mit der zentrifugalkraft spielende gewundene flächen, sich verjüngende ram-pen, herumsausende helixen… im opernhausparking [prj.017] in zürich/ch windet sich eine asphalterne helix hinab, hinab in eine sonnenlichtlose unterirdische box, eine box deren in licht brennenden umschließungsflächen eine ouverture schon später haben wir mal versucht, zwei gespindelte rampen umschlingen sich zu lassen, im august-horch-museum [prj.033] in zwickau, verweisend auf geschwindigkeit und raum und zeit, auf die kleinen und die großen automobile dieses herstellers welche zu unterschiedlichen politischen systemen staffage sein durften.

04 additive
sowohl das august-horch-museum als auch das opernhausparking sind helfende annexe, ergänzungen für einen bestand mit veränderten oder mutierten nutzungen. die sich dann, in lustvoller erfüllung der ihnen zugedachten aufgaben ergehen, eine vernünftige aufgabe also haben, aber dann noch zeit über ihren zweck ebenso auskunft zu geben, wie über ihren master. nein, bloß nicht krücken.

05 lesbarkeit
wie sieht eine schule aus? wie ein wohngebäude? wie ein museum, ein klinikum? warum schauen die so aus? kann ich lesen, was der zweck eines gebäudes ist, wann es entstand, wo? müsst ich das lesen können und ist das dann irgendwie richtig oder nur so bemüht, von vornherein? oder könnte so ein bauwerk mal nicht nur scheinbar evidente und lesbare standarts repetieren sondern lustvollfröhlich mit den gewünschten räumen, den gewünschten nutzungen, den erwartungshaltungen spielen? das interessiert uns dann, die bedingungen aufzusaugen und zu hinterfragen. mit ihnen

06 ateliers trouvés
gefundene, brachgefallene orte neu zu formatieren, zu transformieren, für die stadt zurückzugewinnen, ist unser Ziel, diese »unräume« zu beleben und in ateliers [prj.051] zu verwandeln. wir legen einen erweiterten atelierbegriff zu grunde, der allen menschen räume eröffnet, räume um tätig zu werden. ateliers zum fahrradreparieren, kochen, singen, zusammentreffen. ateliers zum (re)generieren statt zum konsumieren, ateliers die in verlorenen orten eigene potenziale uns finden lassen. unscheinbare orte, unräume werden durch unsere transformationen zu öffentlichen orten im städtischen geflecht. diese verdichtung der öffentlichen anteile perforiert die unzugänglichkeit von stadt. eine auflösung der stadt (wie sie bisher existiert) ist in unserem sinne.

07 wir über uns
architekturusw martina günther und jan schabert; 1999 bis 2005 vielleicht achtzig projekte sind in dieser zeit entstanden wettbewerbe und realisierungen, vorträge und ausstellungen, möbel, kunst, grafik, usw. schön wirds dort, wo das und so weiter beginnt. wo kunst sich mit visueller kommunikation vergnügt, wo der bedrohte lebensraum der menschlichen sorte zu lustvoll bespielbarem thema sich zu entwickeln getraut. wo forensik sich mit serieller fertigung, das millionstel mit dem 1:1 paart. wo mal künstlerinnen, mal bauingenieure, mal grafikerinnen, mal energetiker, mal handwerker, mal pfarrerinnen zum wundervollen ping-pong uns gegenüberstehen, wo gemeinsam weiter gedacht und gemacht werden kann.

08 pro & contra
gegen großstrukturen · für kleinstrukturen | gegen kommerzielle arrchitektur · für ideelle architektur | gegen die perfektion · für die provisorisch | gegen rezepte · für individuelle | für grün, regenwasserfang auch in der stadt | gegen privatisierung · für öffentliche räume | gegen neuland · für nischenfüllung | gegen tot-renovieren · für verfall und verwilderung | gegen konsumieren · für aktivieren | gegen monokultur · für durchmischung | wir wollen nicht, daß sich die stadt so weiterentwickelt wie bisher | wachsen wachsen wachsen häuser häuser häuser – häßliche häuser | städte sind zu groß geworden, zu komplex; großstrukturen sind anfällig (vgl. monokulturen) produzieren viel müll, viel lärm, viel abgase; weite wege (die saurier sind auch ausgestorben)

09 raus in die stadt
beim grundbuchamt [prj.036] geht es wohl darum eigentumsverhältnisse, grunddienstbarkeiten etc. in hochgradig abstrakt abgebildeter aktenform zu lagern und verwalten. der grund wird hier, wie zu einer forensischen grabung, aufgeworfen, die decke ein wenig gehoben, verspreizt in dieser position. schwarzgraue irdene schnittkanten werden sichtbar. und der grund offenbart seine eigenschaften, seine geschichte, die geheimnisse unter seiner oberfläche. geschichten, tausende von seiten geschichten. darüber tiefe mäanderde wege, vom schlosspark in die stadt: eine vielleicht drei meter höhendifferenz überwindende rampe entlässt einen vom dach in die gute stube der winsener kaufleute wo angekommen man über ein dach gelaufen zu sein kaum in erinnerung haben wird. das dach als park im park. dächer. sind ja eigentlich eh schon ein wenig raus aus der stadt. nicht was die fläche angeht, in welcher wir gravitationsgenötigten uns nunmal zumeist bewegen, nicht in x- oder y-richtung, in welcher man nunmal zumeist denkt. raus über die stadt, auf die fünften fassaden. raufraus. in den park, über der seltsam akzeptierten untergrundbahn, über dem seltsam akzeptierten, dem motorisierten individualverkehr übereigneten sog. stadtraum. ateliers trouvés für alle und für alles.

10 schöne füße
unten an unseren beinen haben wir noch so füße dran. vielleicht das man besser stehen kann. vielleicht aber auch das sich die last ein wenig verteilt, keine übermäßigen pressungen in mensch und materie auftreten. da lässt sich dann schon fast alles erklären, was fundamente, was grundbau für studierende der architektur betrifft. das ganze spektrum bespielen, von der flächigen gründung im matsch, beim grundbuchamt bis zum zoomorphen eingespannten stahlgußfuss bei der fußgängerbrücke [prj.018]. eh, dieses lehren von konstruktion, von entwurf mit assoziativen prinzipien, nicht gleich mit den ganzen standartdetailatlanten, ist viel merkfähiger: sowas wie gefahr erkannt – gefahr gebannt. und viel kreativer, innovativer noch dazu.

11 grundrisse
sind wie die ergebnisse des hobbies blumen pressen. oder die des berufs des präparators, oder des pathologen vielleicht. ja gut, du erkennst grob die dimension. aber das wars dann auch bald. zusammengequetscht auf nach möglicheit zwei dimensionen lässt sich die form nur dann imaginieren, wenn sich in der komprimierten dimension nichts mehr in x- oder y-richtung ändert. strangprofile also, nicht wirklich aufregend, zumeist. die abbildungsform eines dreidimensionalen gebildes auf einen grundriss und schnitt, verlangt vom leser bzw gucker einen enormen aufwand an rekonstruktionslust oder forensischer neugier, den raum, das volumen, den körper nachzuempfinden versuchen. zur abbildung eines gebäudes können grundrisse allenfalls herangezogen werden um flächen nachzuweisen, um eine beurteilung der funktion, der wirtschaftlichkeit zu ermöglichen. schaf im wolfspelz spielen, oder halt wolf im schafspelz. manchmal wolf im wolfspelz oder das andere eben. manchmal auch ganz ohne pelz. müssen vereierte grundrisse unter sich bleiben, dann nur und ausschließlich rundeckig und krumm sein, oder macht es nicht eigentlich viel mehr spaß die orthogonale welt dem krummen zu öffnen, kurven mit geraden,

12 maßstab
das haus zur wildnis [prj.016] schaut so aus wies heisst, fühlt sich beim durchschlüpfen so an, wie vom auslober gewünscht, als erdgang im maßstab 20:1. es umschlingt ein paar fichten der dicht bewaldeten anhöhe, drunterdurch kanns du schauen, laufen, dich unterstellen, seine verortung ist lässige momentaufnahme viech im wald, in der bayerischen wildnis. und bigger than life.

13 symbiotische architekturen
sybiose: das nebeneinander von verschiedenen organismen zu gegeseitigem nutzen.

14 objects de plaisir
die figur vor einem grund. kommt bei uns immer wieder vor, innenräumlich, der baukörper, im städtebau auch. aber warum, was soll das, wozu soll das gut sein. an drei beispielen aus unserem oeuvre werde ich erläutern, was figur oder objekt im raum bei uns tun: spremberger straße, cottbus [prj.011], die fußgängerzone der stadt und wie die, landauf, landab bei uns halt so ausschaun: lauter figuren, lauter kleine objekte stehen da rum, manche von diesen dingern machen einen spezifischen eindruck, andere bringen bundesweite wiedererkennung in chosebuzs einkaufskilometer. aber vertragen, harmonieren tun die nicht. unser wettbewerbsbeitrag sieht eine bündelung dieser wildverteilten teile auf ein spezifisches objekt, vor einem spezifischen grund vor. der öffentliche raum ist dann hier nicht mehr (wie sonst eigentlich überall) durchsetzt von diesem ganzen zeug, sondern aufgeräumt ists plötzlich, und den raum kannst du lesen, und diese objekthaften repetitiven ordnungselemente. trash united, in der guten stube. eh, diese zusammenfassung, dieses konzentrieren, sei es in der lesbaren erscheinung der objekte oder in einer überraschenden gestalt welche den zweck teilweise auch ganz absichtlich verhehlt, das klärt. putzkammer, garderobe, 20 laufmeter karteikästen, stauraum, rezeption, trennwand. auch so ein sammelsurium ganz verschiederner dinge, wände, kisten, tische, räume. aber nichts davon siehst du in unserer zahnarztpraxis [prj.040], oder eigentlich siehst dus freilich, aber du weisst nicht, daß das da alles drinsteckt, in den vier kisten die über die praxis verteilt sind, musst du ja auch nicht wissen dient das halt dem betriebsablauf, den du wahrscheilich garnicht so genau stets vor augen haben magst. eh, diese dinger die du nicht gleich zuordnen kannst, die sich der gschwinden kategorisierung entziehen, die du dann selber dir aneignen musst, wenn du sie nutzen willst. objects de plaisir [prj.028] die um ein gymnasium in markt indersdorf herumschleichen. eklig sind die schon, aber zu dritt kannst du drauf sitzen, in der grßen pause. wie, das ist dann deine aufgabe.

15 gemeinschaftswohnen
…und sie lebten glücklich zusammen bis an ihr lebensende… eher unwahrscheinlich! naheliegender, das erst das glücklich flöten geht und dann das zusammen. und dann kommt das lebensende eh schon bald. aber nu vier märchen mit absehbarem sog. happy-end, mit ewig-glücklicher cohabitation, harmonisierenden raumgefügen usf: das märchen vom doppelhaus [prj.021], das eigentlich ja ein halbhaus ist, aber gut. zwei erwachsene geschwister mögen gemeinsam-allein wohnen: statt der trennwand welche solch ein haus bautypgerecht verdoppeln soll gibts hier eine kleine dazwischengeschaltete halle, eine piazza, ein gemeinsames foyer, atelier, akkustischer & klimatischer & sozialer puffer. …hinter den sieben bergen, bei den sieben zwergen ists tausendmal schöner als hier… beschließen n und c und kaufen sich eine baywa-halle aus den 50ern, hart am donaumoos um dort gemeinsam zu leben, zu wohnen und zu arbeiten, zu malen: atelier & wohnen eben [prj.053]. 50 mal 12 meter halle, 600 quadratmeter, sind in 1/3 wohn- und 2/3 atelierräume zu arrangieren: das aneinandersichreiben, das partnerschaftliche ringen und schieben, umarmen, angreifen und verteidigen wird zur eingefrorenen schiebewand, zum privatheit gewährenden mit nebenräumen armierten schutzwall, wird zur dreidimensional ondolierenden membran, zu einem nebenüberunteraneinanander in den 3.000 kubikmeter lebensraum. ein traum von einem märchen dann in meinem sonderdiplom journal d’une ville perdue, wo die ja eigentlich doch recht unerfreulichen städte und die doch recht hübsche natur (was wir halt so natur nennen) allesamt mit so richtig sozialgerechter wohnstruktur egalisiert. gemeinsam war man da mit ca 100 brüdern und schwestern, (art)genossen eben, in so einem wohnkreisel beheimatet, im inneren des cirkels ackerbau, drumherum rot- und schwarzwild. zwei badehäuser gabs je kreisel, mit duschköpfen von 150 cm durchmesser, für ein tatsächliches gemeinschaftserlebnis. vermutet werden kann das das nächste märchen ein wohl eher staatstragendes sei, was jeglicher subversion jedoch die existenz abspräche: gemeinschaftswohnen für junge polizistinnen und polizisten [prj.046] in münchen.

16 ideen bauen
ein satz, eine geste vielleicht noch lieber, oder ein gesichtsausdruck, ein handzeichen, muss reichen als main-plot. ein satz, eine geste, ein gesichtsausdruck, ein handzeichen, muss dann noch lesbar sein, bei der zigarette danach. die antizipierte Landschaftsverwerfung, hoch die grasnarbe und das gymnasium [prj.013] dadrunter geschoben. ein wohnbusch für die junge familie, die vom land in die stadt zieht und eigentlich einen anbau [prj.048] haben wollte (und am ende dann doch bekommen hat). und die vielen kleinen sub-plots, die materialien, die oberflächen, schräubchen, waschbecken und farben, die können dann, ihres main-plots gewahr, herumtollen. versuchen ihn zu untermauern. sich nicht über gebühr aufführen, nicht ablenken aber den maßstab runterbrechen.

17 runde jugend
warum wissen wir auch nicht, aber es trug sich zu, das unsere diplome, obgleich zeitlich versetzt, beide sich für kreise interessieren. ein kulturell dotierter autobahnauffahrtskreisel am münchner mittleren ring und ein gleichmacherischer bundesweiter wohnkreisel. einer deutung harren wir gespannt.

günther&schabert 17 absätze über architekturusw 1999-2005 hier als download:

19Jul/04

051 ateliers trouvés vortrag

münchener architekturwoche, a2, luitpold lounge
Transformationen in Architektur und Design. Verlorene, brachgefallene Orte zu transformieren, neu zu formatieren, zurückzugewinnen, zu finden, war unser vorgetragenes Ziel, Unräume zu beleben, in Ateliers zu verwandeln.
Ein Subthema der zweiten Architekturwoche – günstige Ateliers in München zu schaffen – mit dem Themenschwerpunkt der Luitpold Lounge Transformationen in Architektur und Design zu kreuzen, war unser Auftrag/Anliegen. Verlorene, brachgefallene Orte zu transformieren, neu zu formatieren, zurückzugewinnen, zu finden, war unser vorgetragenes Ziel, Unräume zu beleben, in Ateliers zu verwandeln.
ateliers
Wir legen einen Atelierbegriff zu Grunde, der undeterminierte Räume eröffnet, Räume um tätig zu werden. Ateliers zum Fahrradreparieren, zum Kochen, zum Singen, zum Treffen, Ateliers zum (Re)generieren statt zum Konsumieren, Ateliers die in verlorenen Orten eigene Potenziale uns finden lassen.
a
Ein hermetisch-abweisender Gewerbehof öffnet seinen Erdgeschossbereich mit Ateliers dem öffentlichen Raum entgegen, öffnet sein Kiesflachdach als Subsistenzwirtschafts-Naherholungsgebiet, als Weide für Wildschweine, als Spielplatz für Kleingärtner. Die Interventionen wirken auf das ganze Gebäude, auf das Viertel, auf die ganze Stadt zurück, eine von vielleicht 389 kleinteilig subversiven symbiotischen Transformationen, die eine Auflösung der Stadt im bisherigen Sinne bewirken.

b
Ein sperriges Verkehrsbauwerk, das zugleich Garagenplätze in seinem Inneren beherbergt, als auch Auffahrtsrampe zu einem Park für Fußgänger und Fahrradfahrer ist, wird in ein Atelier umgestaltet: die ehemalige Garage öffnet sich als große Arbeitshalle zu Straße hin. Ein verwaister Bistropavillon wird zum Pauseraum für alle die, die Pause von etwas machen mögen. Schöpferische Pausen. Arbeitspausen. Unterbrechungen, Zwischenspiele, Interventionen in einer vom Wunsch nach Lohnabhängigkeit bestimmten Gesellschaft.
c
et al.

[indexphoto: kathrin schäfer, münchen]

> kunst-buero.de

19Jan/04

046 gemeinschaftswohnen

die zukünftigen bewohnerinnen und bewohner des wohnmodells an der sand,- und linprunstraße sind staatsbedienstete, die für einen zeitraum von 3 monaten bis 3 jahren nach münchen kommen, um eine aus- oder fortbildung zu absolvieren z.b.polizisten, justizangestellte etc. für diesen temporären aufenthalt in münchen soll eine wohnform angeboten werden, die mit dem arbeitstitel »GemeinschaftsWohnen« umschrieben werden kann, das irgendwo zwischen jugendherberge und hotel, studentenwohnheim und wohngemeinschaft angesiedelt ist. wohnen soll als realisierbare utopie wieder zum kollektiven ergeignis werden und der vereinzelung und vereinsamung entgegenwirken.

grundstück / städtebau
die beiden über eck stehenden baulücken sind teil eines städtischen blockes, der von der nymphenburgerstraße, der erzgießereistraße, der linprunstraße und der sandstraße aufgespannt wird.geprägt ist der block von dem großmäßstäblichen justizgebäude und dessen erweiterungen. eine geschlossene blockstruktur war und ist nicht vorhanden. die offenheit und durchgrünung desblockes, das aufeinandertreffen unterschiedlicher maßstäbe sind charakteristika  dieses besonderen stadtbausteines, den wird hier mit drei vorschlägen interpretieren. interpretation des ortes die schließung der baulücken ist eine naheliegende lösung, die, wenn die maßstäblichkeit der nachbarbebauung eingehalten wird eine möglichkeit der reaktion darstellt. (»passivhaus«) eine wirkliche interpretation und überhöhung der städtebaulichen situation ist jedoch eine verbleibende öffnung im blockrand.sei es durch die »himmelhäuser«, denen ihre außentreppe den nötigen abstand zur nachbarbebauung gewährleistet oder dem »backhaus«, dem es gelingt diebaulücke an der sandstraße gänzlich freizuhalten. mehrwert durch gemeinschaftswohnen ein räumlicher, kostenmäßiger und sozialer vorteil entsteht, indem unterschiedlich große personengruppen räume gemeinsam nutzen, die bei »single-wohnen« jedem einzeln zugeordnet werden müssten. z.b. küche, bad, wohnzimmer. d das zimmer als möbel jede person hat ein eigenes zimmer, das mit einer kleinen nasszelle (wc, wb) ausgestattet ist. das zimmer ist durch einbaumöbel zur sofortigen nutzung bereit. das zimmer kann in der fläche stark reduziert sein, da das haus als ereignis zur verfügung steht. e wohnküche gemeinschaftlich genutzte bereiche sind räume, die an schnittstellen der bewegung entstehen.sie sind informell nutzbar und schwellenlos. das haus als platz und weg ein teil des hauses-dach oder erdgeschoß oder beides stehen der ganzen hausgemeinschaft zur verfügung. dachterrasse und/oder garten sind die orte deszusammentreffens. es entsteht eine hierarchie der gemeinschaftlich genutzten räume.

05Aug/03

040 bauwelt / praxis dr.s

die bauwelt berichtet über extrovertierte interieurs, und bei der gelegenheit über unsere zahnarztpraxis in gilching:

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[photos: monika ribbe]
21May/03

044 möbelsystem steelheeled cuisine

wendbare flatpack-küche aus 3 zuschnitten fassadentafel [holz-verbundwerkstoff] und ein paar z-winkeln aus 10 mm gewachstem stahl verbunden mit gesenkten rostfreien innensechskant-schrauben in geschnittenen gewinden. dann noch 2 oder 3 stahl-stangen als hänge-occasionen für kleingerät & trockentuch und fertig.

die küche wurde für eine ausstellung [»zum gebrauch«] schnell mal daheim abgebaut, transloziert und einer breiteren öffentlichkeit vorgestellt und dann wieder heim. irgendwann später konnte sie ihre lässige versabilität mittels wendbarkeit [von waschbecken links auf waschbecken rechts] anlässlich eines umzugs vorführen. und jüngst ist sie dann noch mal umgezogen. und nimmt nun an ihrem neuen einsatzort um eine achse eingekürzt den dienst auf. mal schaun was als nächstes auf sie zukommt…