18Jan/00

015 wasserbahnhof /water terminal bonn

destination und attraktion, vom wasser wie vom lande, als pegel mit doppelter amplitude über dem rhein schwebend, wo sonst soll man den rhein anfassen gehn?

a_die stufe wird freigelegt, der pavillon erhält seine füsse zurück
b_eine ebensolche stufe, zum sitzen, zum hinabgehen, zum skaten…
c_ein städtischer markt kündet von dem was in seinem rücken sich befindet.
d_überdacht oder gefasst von einem textilem dach, wie die schirme am markt.

[offener wettbewerb, mit wolf auch, realgrün, landschaftsarchitektur]

18Nov/99

014 marktplatz bayreuth

alt/stadt und um/land
die stadtmauer, einst zuständig für begrenzung und sicherung bayreuths, hat diese aufgaben der ringstrasse abgetreten. waren die tore der stadtmauer nur desnachts oder während kriegerischer auseinandersetzungen unpassierbar, ist der automobile belagerungszustand ein bald ununterbrochener. ein fahrlässig breites vernachlässigt/verwüstetes emissionseintragsgebiet begleitet den ring zu beiden seiten, unterentwickelte oder überinstrumentierte verbindungen suchen uninteressiert-angestrengt das innere mit dem äusseren zu verbinden, sind jedoch meist nicht in der lage, die aufgegebenen ringrandwüsten einander zugehörig erscheinen zu lassen. wo es nur irgend geht müssen diese beiden seiten einander zugeführt werden, funktional stimmig scheinende tunnellierte fussgaengerverbindungen genügen ebensowenig wie rachitische brückenbauwerke. das die alt/stadt und das um/land zusammengehörig sind, das muss erlebbar sein.

der öffentliche raum ist nicht messbar; parkierflächen stehen, so hört man, in ausreichender anzahl zur verfügung. da diese jedoch zumeist in der aussenseitigen ringrandwüste befindlich sind, ist eine attraktivität der fussläufigen erschliessung mangelhaft bis nicht vorhanden, es ist nicht die messbare entfernung kfz-max, sondern allein die qualität des zu durchmessenden stadtraumes welche als defizit zu erleben ist.

flipside bei schallplatten knisterts auf beiden seiten. vorne sind meist die hits, auf der rückseite die zu entdeckenden inconnus, die träume und gärten und parks, in welchen schweben und flanieren man kann, bei wirklich guten platten zumindest. die kanalstrasse scheint niemand je gehört haben zu wollen.

passagen 1 die zentrumsnahe einzelhandelslandschaft bayreuths ist mit installation des rotmaincenters um erhebliche kapazitäten bereichert worden. die anzudenkende installation von, dem handel zugedachten, passagen im bereich markt/kanalstrasse würde zu einer weiteren verkaufskapazitätssteigerung führen. das dies zu einer partiellen verschiebung des kaufpublikums von den bestehenden händlern zu den in den passagen sich anzusiedelnden führt, ist mit marktwirtschaftlichen mitteln nicht zu unterbinden. wie diese kaufkraftausdünnung, welche im übrigen die gesamte innenstadt zu verkraften haben wird, planungsziel
sein kann, verblüfft und besorgt uns.

passagen 2 betrachte man die idealvorstellung der trennung von habitation, fabrikation und konsumption als nicht übermässig glücksbringend, so ist einer verringerung des wohnanteils in city- und innenstadtlagen die verantwortung für die abendliche und nächtliche verödung ebendieser stadtteile zu übertragen. die stärkung einer differenzierten kleinteiligen gemischten einzelhandels- und wohnnutzung, die durchmischung von hochqualitativem und preiswertem konsum- und wohnangebot gewährleistet eine stabile wirtschaftliche entwicklung, sichert eine hohe aufenthaltsqualität, und erhält und schafft den sog. öffentlichen raum.

fuss- »unterster teil der beine der wirbeltiere, beim menschen und bei den affen nur der beiden hinteren (unteren) gliedmassen. der f. des menschen ist durch das sprunggelenk mit dem unterschenkelknochen verbunden…« usw usf. (meyers grosses taschenlexikon, bd.7) es scheint uns biomechanisch nicht begründbar für den einsatz des fusses einen mineralischen belag (z.b. granit) zu fordern oder zu präferieren.
-gänger-
auch gängerin; bewegung mittels der unteren extremitäten; teilfunktion des zu beplanenden areals, darüberhinaus: plaudern, kaufen, treffen, sehen, eis, maroni, rumsitzen..
-zone 1989 anektierte sog. ddr; parallellitäten allenfalls im einschluss vom sog. todesstreifen (hier als kraftfahrzeugsring)

sog. fussgängerzone über die jeweils vorgefundene qualität ihrer baulichen fassung hinaus versuchen sog. fussgängerzonen (fgz) kaum, sich dem vorwurf, vorläufer oder entwicklungsschritt der/zur mall zu sein, zu entziehen, eher wird den malls, beispielsweise hinsichtlich deren geringen wohnflächenanteil, noch nachgeeifert. die strassenraum- bzw fgzraumqualität ist, eine geringe verweildauer zwischen den verkaufsstellen gewünscht,
minimiert, aufenthaltsflächen werden, so nicht zu nahrungsverkauf genutzt, tunlichst vermieden.

fussgängerzone

der markt, eine dem fussgänger, seiner bewegung wie seinem aufenthalt, gewidmete fläche, ist, entgegen der wertschätzung dieser fortbewegungsart, als filetstück des öffentlichen raumes bayreuths, als wohnzimmer, gute stube zu würdigen, nochmal: der markt, die maximilianstrasse hat mehr zu sein als die verkehrsfläche zwischen den ansässigen händlern. wohnzimmer. so richtig zum sitzen. wir sind dazu übergegangen, die historisch durchaus fragwürdige pflasterung als, mitnichten negativ konnotiert, granitwüste, unsere buntspur als wahre fussgängerzone zu bezeichnen. es ist die erste der bundesrepublik.

verknüpfung z.b. am mühltürlein-hindenburgstrasse
das die hindenburgstrasse eigentlich der auftakt ist, um durch eine leergefegte schlucht, am mühltürlein, zur maximilianstrasse, zum herzen bayreuths zu gelangen bleibt unvermittelt. unter stadtauswärtser betrachtung erscheint es wenig wahrscheinlich, das jenseits des rings weiter geht, mit stadt. baumreihen taugen doch schon immer als wegweiser.

verknüpfung z.b. sport platz
desillusioniert geben eingeschossige 50er-jahre-hütten die rückendeckung für das ehem. reichshofkino, die kaufhäusliche ver- & entsorgung ist hauptdarsteller, die komparserie dementsprechend. deckel drauf, auf den ladehof! richtige aufgänge dort hinauf, nicht nur ein 2x2m loch in der fassade, und auch wenn mj nun ja nicht mehr spielt, basketball dadrauf, und ein cafe, von wo die stadtmauer beim zugewachsen werden beobachtet werden kann. drunter ist dann sogar noch platz für fitness.

bauliche lösung im bereich zentrale omnibus haltestelle eine erweiterung des gastronomischen angebots in form eines »hauses im markt« kann weder aus städtebaulichen, noch aus wettbewerbssicht befürwortet werden:
a) ein hochbau und sei er auch noch so gläsern, zerteilt den markt in einen oberen und unteren, seine funktion, der verkauf und verzehr von nahrungs- und genussmitteln, kann diesen angriff auf einen der wichtigsten plätze bayreuths keineswegs legitimieren. b) eine erweiterung der verkaufs- und gastronomieflächen, vor allem in form des eroberns und umnutzens öffentlichen- oder wohnraumes (passagen, neubauten…), ist im sinne einer nachhaltigen (innen-) stadtentwicklungspolitik unbedingt abzulehnen.

belag der vorhandene belag im bereich maximilianstrasse ist referenzbelag für die umgestaltung des unteren markt es.

oasis das durchsetzen der konsumbestimmten innenstadtbereiche mit nichtkommerziellen ruhe- und verweilräumen, das verweben eben dieser, über die city hinaus, schafft eine attraktive durchwegung.

antagonisten die dem konsum zugedachten einrichtungen erfahren im bereich des alten schlosses ein diskontinuum. die einen durch diese durststrecke hinweg begleitende, der kontemplation und recreation verschriebene buntspur ergänzt die verkehrsfläche zwischen den verkaufsstellen.

pflege deine freundin zu einer guten freundin geht man gern. sich ausquatschen, kaffee trinken, bei ihr gibts den allerbesten. ein gemeinsames sonnenbad, ein buch… immer wieder interessant, man sieht sich gerne, sie hat soviel, was man an ihr mag. geht man zu einer nutte, sind die beweggründe meist weniger differenziert.

beleuchtung
eine flächig gleichmässige leuchtdichtenverteilung führt unweigerlich zu einer reizminimierung, wie sie allenfalls für sehaufgaben [kfz-verkehr…] als sinnvoll erachtet werden kann. das spiel unterschiedlichster leuchtdichten, vom sonnenlichtlicht zum schatten, ist, mit technisch und energetisch bedingten einschränkungen, auch der beleuchtung der maximilianstrasse mit kunstlicht zugrunde zu legen: bereiche von hohen leuchtdichten wechseln sich mit dunkleren zonen, reflektierende mit lumineszierenden flächen ab, machen helligkeit, licht erlebbar, markieren, inszenieren und gliedern die maximilianstrasse:
-angeleuchtete objekte und raumkanten [schloss, kirche, rathaus…] -unterleuchtete bäume -schaufenster als leuchtkörper -durchgänge/passagen als leuchtkörper

nächste haltestelle sternplatz die wartebereiche der öpnv-busse beider richtungen sind aufgrund des erheblich günstigeren platzangebotes wie der früheren sichtbarkeit der fahrzeuge nördlich des platzes anzusiedeln. sie sind in ihrem habitus der mobilität des sie andienenden geräts, als leichte, transportable konstruktion verpflichtet. die planungen für den sechseck-zoh sind weder aus städtebaulicher als aus architektonischer sicht zu tolerieren.

01Nov/99

013 gymnasium bruckmühl

chaos am rande
muss ja vielleicht nicht unbedingt sein. könnte ja auch klar und aufgeräumt sein.

on the edge
grad hier, grad 100 m weiter östlich, beginnt der schotter es nicht geschafft zu haben zu einer ebene alles gemacht haben zu können. freun wir uns und zeigen das dann bitte auch.

its just the beauty of the ride
die spezifischen räume fanden wir, erinnern wir uns an unsere schulzeit, immer am allerstärksten. physik, chemie, mit diesen saulangen experimentiertischen. die klassen im süden. schön wars.

eine scheibe landschaft, bitte.
gerne, gnädige frau.
und noch eine fürs parkieren.
und noch eine für die schulbusse am morgen, am mittag, und zwischendrin zum skateboardfahrn und ausscheiderspieln in der pause.
der parkplatz hängt aweng durch gnädige frau.
sehr gut, sehr gut.

körper und geist und hohlraum und körper
das gebäude ist mit den üblichen spezialisten extensiv begrünt
es hat eine arena für die sonne, und eine für den regen
die berge nicht immer nur von aussen anschaun
minimale unterkellerung, radikal kompakte, zudem erdgedeckte bauform, decken und schotten stb, gitterschale stahl, kein pv-spielzeug
wände, wo konstruktiv möglich in holzleichtlehm, ramiearmiert ausgeführt, als thermo & hygrostat
die schulbusse fahren mitten auf den schulhof drauf, sie haben kein ihnen allein vorbehaltenes reservat
pflück- und duft- und riechschulgartenfelder, auch eine obstwiese, wie auch unser nachbar sie hat
werkhof
der hallenraum als thermischer puffer, wie üblich…

wettbewerb, zweite stufe
11/1999
tragwerk sailer stepan

modell: frieder grüne, wolfratshausen
photo: monika ribbe photodesign, bad aibling

19Oct/99

011 spremberger strasse

neugestaltung der spremberger straße, cottbus; wettbewerb, ankauf

cottbus s altstadt ist eingeschnürt
die mittelalterlichen graben- und wallanlagen, halten als vegetationsgürtel noch heut die altstadt gefangen. erst in der jüngeren vergangenheit gelang mit einer fussgängerbrücke, die passage der vermeintlichen grünen hölle gefahrlos zu ermöglichen. für die nahe zukunft versprechen zerbauvorhaben das aufsprengen der unerträglich scheinenden grünen halskrause, deren fraktale dann endlich, beabsichtigt oder beiläufig, in grund und boden bebaut werden können. rege bautätigkeiten werden verwischen bald die historischen grenzen und endlich, wenn irgendwo nach verlassen der stadtgrenzen erst grün es wird, kurz vor berlin, dann ist cottbus doch eine grosse stadt gewesen.

cd s knistern nicht
baue man die sprem zur überdachten mall um, dann fehlt ihr genau das, woran irgendwann die stadtumlandeinkaufscenter ihre besucherrückgänge festmachen werden, dann fehlt ihr das knistern. cd s haben nur auf einer seite musik, knisterfrei. ein buntes bild auf der anderen seite. bei schallplatten knisterts auf beiden seiten. vorne sind meist die hits, auf der rückseite die zu entdeckenden inconnus, die träume und gärten und parks,
in welchen schweben und flanieren man kann, bei wirklich guten platten zumindest.

im auge des taifun
die sprem hat ihre publikumsmagneten. gleich übern stadtpark hinüber, ein kaufhaus, ein bekleidungshaus, eine einkaufspassage. die sprem hat ihre publikumsmagneten. sie hat nicht selbst einem dimensionensprengendes
kaufhaus ihre adresse zu gewähren. believe in what you are.

imperiale sturmtruppen
in einer zeit, in der es kein gesetz und keinen willen gegeben zu haben scheint, denn das gesetz der macht des geldes, in einem land welches lang zu lang vor sonderangebote versprechenden imperialen sturmtruppen behütet wurde, (…).

pflasterung
auf der sprem fliesst alles zusammen, von hier geht alles aus. die sehr unterschiedlichen beläge der angrenzenden und einmündenden strassenund platzräume lassen sich nur mit einem masstabsverwandten belag, homogener färbung aufnehmen und miteinander verbinden. mit einer diskreten unschärfe betrachtet erscheint die pflasterung zunächst als homogener schwarzgrauer, basaltfarbiger kleinsteinbelag, als noble, doch zu vielfältigen nutzungen neutral sich verhaltende bühne.

betrachte man das bodengelege näher, so wird die ausrichtung des, mitnichten homogenen, steinmaterials erkennbar, mit der sprem mitfliessend, den weg seiner nutzer begleitend. in der materialgerechten differrenzierung ihrer oberflächen sind natur- und kunststein, basalt [rauh/matt und glitzernd] mit kunststein [speckig/ glatt und glänzend] miteinander verwoben, das homogene gelege entpuppt sich als edel gewirktes gewebe, dessen messinglinien [baumgitter/ kellerfenstergitter/ entwässerungsrinnen] es als güldene fäden durchziehen.

ein veredelungsprodukt des bedeutendsten bodenschatzes brandenburgs als paten entspricht der schwarzgraue kunststein in abmessung farb- und formgebung denen eines lausitzer braunkohlestaubpresslings. die serielle fertigung erlaubt die ortsbezogene prägung der steine, sichtbetonqualität, unter einhaltung eines vertetbaren kostenrahmens.

inseln
als antagonisten zur nutzungsneutralität des belags künden grüne oasen von der verweil- und aufenthaltsfunktion des städtischen wohnzimmers, konzentrieren desweiteren sämtliche versorgungseinrichtungen, die gesamte stadtwohnzimmereinrichtung [sitzmöbel, beleuchtung, wertstoffsammlung, erfrischung, fernsprecher], gliedern, in diesem aufräumen & konzentrieren, die sprem.

von einem auswechseln der bepflanzung soll zugunsten der ablesbarkeit der vegetationsperiodik abgesehen werden, eine festdekoration [ostern, weihnachten] ist jedoch ausdrücklich gewünscht.
die interne bewässerung der hügelbeete sichert dem bewuchs optimale wachstumsbedingungen zu, sichert ihn vor betreten und besitzen.

beleuchtung
eine flächig gleichmässige leuchtdichtenverteilung führt unweigerlich zu einer  reizminimierung, wie sie allenfalls für sehaufgaben [kfz-verkehr…] als sinnvoll erachtet werden kann. das spiel unterschiedlichster leuchtdichten, vom sonnenlichtlicht zum schatten, ist, mit technisch und energetisch bedingten einschränkungen, auch der beleuchtung der sprem mit kunstlicht zugrunde zu legen:

bereiche von hohen leuchtdichten wechseln sich mit dunkleren zonen, reflektierende mit lumineszierenden flächen ab, machen helligkeit, licht erlebbar, markieren, inszenieren und gliedern sprem und schlosskirchplatz:
-angeleuchtete objekte und raumkanten [schlosskirche, turm, stadtregal]
-unterleuchtete bäume [schlosskirchplatz]
-inseln als beleuchtete leuchtörper
-schaufenster als leuchtkörper
-durchgänge als leuchtkörper

die verbindung sprem – stadtpromenade wird desnachts von den illuminierten durchgängen eröffnet, und durch den grünen gürtel hindurch bis zum neuen zentrum mit der ikone stern mit lichtpunkten begleitet.
verbunden mit konventionellen strassenleuchten wird somit ein lichtteppich gewoben welcher die sprem auch nachts in ihrer umgebung verankert.

bäume
die bestehenden bäume auf dem schlosskirchplatz werden ergänzt und durch ein, die schlosskirche rückwärtig fassendes baumgitter miteinander verbunden. die entwässerung des schlosskirchplatzes geschieht über diese rinne zunächst als versickerung, erst grössere niederschlagsmengen überfliessen in die kanalisation

stadtregal
das stadtregal könnte ein »besitzbare« treppe sein. bühne und aussichtsturm. beweglich, verschiebbar. aus holz.
wie ein schwimmendes theater mit blick in die sprem. von turm zu turm. wehrturm in der stadt. angriff, abwehr.
mittelalter und dann doch harmloses möbel.

verkaufs- und schankflächen
die vorhandenen einfriedungen der freischankflächen mit pflanztrögen etc. werden von allabendlich einfachst rückbau- einklapp-/ einrollbaren  freibereichen unter einsatz von baldachinhaften membrankonstruktionen ersetzt. geschäfte ohne freibereichsambitionen sind sofern erwünscht mit sprachverwandten markisen ausrüstbar. die gastronomiemöbilierung ist auf klapp- und verräumbares mobiliar zu beschränken.

terrasse
das sorat hotel erhält als ersatzbaumassnahme für das inakzeptable freisitzbauwerk eine flächengleiche leichte stahl-/ holzkonstruktion einschliesslich rollirampe. eine bar unter dieser konstruktion erweitert das nächtliche angebot der gehobenen innenstadtnachtgastronomie.

preisgerichtstext
die arbeit entwickelt eine äusserst plakative, einprägsame grundidee.
es ist eine stadtlandschaft mit unbehindertem raumerlebnis entworfen, in welcher der boden der spremberger strasse, in anlehnung an einen veredelten braunkohlestaubpressling, dem schwarzen gold der lausitz, in schwarz-grauer färbung entstehen soll, um die spremberger strasse in das netz der angrenzender srassen homogenisiert einzubinden.
sparsam eingestreute grüne oasen als antagonisten zur farbigkeit und nutzungsneutralität des belags künden laut von der verweil- und aufenthaltsfunktion eines »städtischen wohnzimmers«. mit den inseln gelingt eine verortungsstrategie von elementen einer fussgängerlandschaft, die sich in aller regel der gestaltung aentziehen, wie mülleimer, blumenkübel, schilder etc.
gleichwohl ist bei den inseln auf die ablesbarkeit der vegetationsperioden geachtet und der damit verbundene wandel der erscheinung lebendig im sinne eines naturlehrpfades inszeniert.
in diesem sinne ist auch die vorgetragene intervention vor dem sorat-hotel als provozierende anregung zu verstehen.
die spremberger strasse wird in ihrer nutzung adäquat, einem »stadtwohnzimmer« der jugendkultur nahestehend interpretiert. die vorgeschlagenen non-vomercial services treffen sicher den benutzeranspruch an den öffentlichen raum. von besonderem reiz ist, dass inhalt und darstellung der arbeit eine gemeinsame sprache sprechen. es ist die leichte subversion des comic, der mit witz aber auch souverän mit bestehnden stadtauffassungen spielt.
die arbeit besticht in der schlüssigen formulierung einer lebendigen, frischen stadtkultur. sie erhält ihren wert nur in der extremen konzeptionellen polarisierung. hierin liegt aber gleichzeitig auch ihre schwäche, die herstellung  einer breiten akzeptanz und identifikation mit dem projekt ist fragwürdig. gleichwohl ist die arbeit in der lage der spremberger strasse eine eindeutigkeit und unverwechselbarkeit zu verleihen..

18Jul/99

010 fachhochschule ausburg

und natürlich ist das garnicht vergleichbar mit den löchern im käse, welche im übrigen ohnehin nicht am besten schmecken. hier geht es eher darum, körper und flächen zu perforieren, das den blick auf ihre grund/unter-lage sie noch erlauben, in bauvolumen luftkörper hineinzustülpen, wasserflächen aus einer platzfläche herauszustülpen und so.
hier, sehr geehrte herren bächer, kehrbaum,naumann,schmidt, schwarz, staab, stracke, handelt die erweiterung der fachhochschule augsburg davon, wie die stadt aufs land, und das land in die stadt kam. und davon, das die beiden sich gut miteinander vertragen.

parkieren eine parkiermaschine sucht ihnen den parkplatz. die kfz werden im transparenten lärmschutzriegel gelagert.


mensa
dadrunter. anlieferung via p-strasse. durchgesteckt zwischen laut und leise.
kattunfabrik
büro/verwaltungsnutzung. im eg cafe, durchgesteckt zwischen laut und leise.

gestaltung / informatik / betriebswirtschaft je ein riegel, zweigeschossig, aufgeständert, länge nach platzanspruch, erschlossen & verbunden vom
hörsaalcentrum
unter ebendiesen riegeln. zweiachsige innere erschliessung. licht & luft oft über bewässerte, begrünte, bekieste einstülpungen. das hsz ist übergrünt.
centre court
ein grosser platz, eine grosse terasse. das wasser, was im norden und westen und osten bislang vorbeiplätschert darf sich in den 9 oder 11 gumpen kurz erholen, betrachten lassen, darf schilf & rohrkolben bewässern, bevor es weitermuss, nach werweisswohin…

eg

og

16Feb/99

009 udldinger weiher dachau

ein städtebaulicher wettbewerb, von der stadt dachau ausgelobt, das gelände einer ehemaligen ziegelei, einschliesslich lehmgrube galt es mit wohnbebauung ansehnlich zu beplanen.
wir haben versucht, die stadt nicht weiter in die landschaft fressen sich zu lassen, sie nur ergänzt, mit vier quartieren:

  • dicht’schön

das quartier nördlich der brucker strasse staffelt sich als hochverdichteter reihenhauskorpus den udldinger hang hinauf.
struktur/nutzung
die in o-w-zeilen angelegten baufelder sind parzelliert. ihre bebauung ist zur bildung einer vielzahl privater, öffentlicher und halböffentlicher freibereiche, für fussläufige durchwegung, anstellbar. den wohneinheiten sind private gartenhöfe zugeordnet. (ref.:halen, atelier 5, bern)
erschliessung/parkieren
f&r wohnwege in ow richtung, quartiersdurchwegung von der brucker strasse bis zum nördlichen siedlungsende.
parkiert wird, vorhandene geländemodulation auffüllend, auf niveau brucker strasse, unter diesem quartier.
die kfz-erschliessung für rettung/müll/umzug erfolgt über den udldinger feldweg

  • citylein

das stadttor an der brucker strasse spannt über ebendiese hinüber einen öffentlichen raum auf.
struktur/nutzung
die o.g. zeilenstruktur zieht sich über die brucker strasse hinunter in richtung amper hinweg. der reinen wohnnutzung wird an und im bereich südlich der brucker strasse ein einzelhandelsgeschoss untergeschoben.
unterstützt durch konsum- dienstleistungs- sozial- und gesundheitsfunktionen entschärft der grenzübertritt (über die brucker strasse) der baustruktur die nicht tolerierbare akzeptanz der kfz-bewegungsflächen als barriere für menschenbewegungsflächen.
erschliessung/parkieren
f&r terrasse mit o-w stichen von der, zur amper sich orientierenden primärerschliessung. die parkierflächen befinden sich, von der ludwig dill strasse erreichbar, unter diesem horizontalen fussgängerniveau. die vorhandene topographie macht eine anthropogene geländemodulation hierfür entbehrlich. belieferung ebenfalls von der ludwig dill strasse aus.

  • haus & hof


schornstein und skelettierte ziegelei bleiben als landmarke im stadtrand dachaus in einer neuinterpretation erhalten.
struktur/nutzung
blockheizkraftwerk, kindergarten und volkshochschule er- und befüllen die grossform fabrik. die wände der ziegelei werden um das produkt ihrer selbst auf das nackte betongerippe abgespeckt, als ziegelschotterrasen downcycled.
das dach wird abgedeckt. dem sich verschiebenden nutzeransturm kommen die leichten ein- oder untergestellten sozial- und kultureinrichtungen, wachsend oder sich entfernend nach. informelle frei- zwischen- und hofräume versuchen mit halfpipe, apfelbaum und grossfeldschach ausgerüstet generationsdifferenzierte dorfplatzfunktion zu offerieren. die vacanten lagerflächen zur ostseite der ziegelei sind mit, der nachbarbebauung entlehnten kubaturen, diese ergänzend, aufgefüllt.
erschliessung/parkieren
die privatstrasse zur ziegelei hartmann wird bewegzollt und als erschliessung rangenommen. (alternativ via udldinger feldweg) parkieren westlich der hangkante ohne beeinträchtigung des östlich hiervon befindlichen efh-gebiets. f&r wege zwischen den dhhs.

  • experimental jet set

das be- auf- und erfüllen einer lehmgrube mit mauerschwalbennnestergleichen wohnhüllen.
struktur/nutzung
die siedlungsordnung dieser kolonie ist streng durch die standortansprüche der wohnhüllen bestimmt. da diese vornehmlich an hangkanten existieren können, reihen sie sich, auf geologie und fauna reagierend, stets den höhenlinien entlang auf. über dachluke erreichbare zwei untergeschosse. autarkes energiemanagement.
eigenes bade- und servicehaus.
erschliessung/parkieren
pkws sind, nächst der brucker strasse auf ziegelschotterrasen zu parkieren. von dort fussläufige (85% unter 200 m) erreichbarkeit über boardwalks. ver- und entsorgung über udldinger feldweg.

…irgendwann muss schluss sein
irgendwo auch.
der udldinger weiher soll nicht in dachau sein,
so wie der starnberger see in münchen nicht sein soll.
die ersten, nicht von der schotterebene eingeebneten
topographien mögen nicht zur gänze stadtlandschaft
statt landschaft werden.

die erde wurde aufgerissen dort.
gewühlt und gewütet wurde da.
dahauua.
lehmige aue.
da wo jetzt andernorts ein schloss steht,
mit welchem man weiss wie man umzugehen hat,
da klafft hier eine wunde.
…früher sind die da mit den 80ern rumgefahren…
unsere verwandten aus dem pflanzen- und tierreich
haben sich diesem place maudit dann als erste
angenommen, haben dort und an anderen solchen
unorten überlebt.
alle beackerbaren flächen wurden und werden beackert.
alle bebaubaren flächen wurden und werden bebaut.

wenn das gebaute dann nicht mehr gebraucht wird,
dann findet sich schon wieder ein getier welchem
dieser neue place maudit dann wieder als
notunterkunft zu genüge gereiche.
es wird immer weitergebaut, weitergestrickt,
auf neuland, weil personenkilometer &
wohnflächenbedarf immer weiter steigen (sollen).

würden sie sich ihr linkes bein abnehmen lassen,
weil ihr rechtes verletzt ist?

  • schule

wichtiger stadtrandkonstituierender baukörper, dessen ausformulierung nicht gegenstand diesen wettbewerbs wir zu vermuten uns erlauben. der ortsrand als skulptur und struktur, sich abwechselnd, sich ergänzend, sich bedingend.
badehaus
kommunikatives (nicht nur (nicht nur körper-) kultur-) zentrum des experimental jet set. dampf- und lehmbad, waschmaschinen etc

  • seebad

am freien südufer, grasböschung, sonnen & baden, schwimmbecken (25 m bahn) als drahtkäfig in den udldinger weiher eingehängt. ohne störung der uferbewohner tierischer und pflanzlicher genese via holzdeck, mit babybecken, erreichbar. schwimmen im offenen gewässer ist unzulässig.
espenhain
ein eingang zur stadt und ein abschluss der stadt; kontrast hält wach. pappeln, anthropogen geprägtes industriegehölz, im raster, auf schiefer ebene. geophyten darunter.
bolzplatz
platzhalter für jugendfreizeit, basketball, fussball. der finanzgarten ist unbedingt auf eignung zur zuführung einer soilchartigen demokratischen nutzung hin zu überprüfen.

revisited per google earth am 16.02.2011

viel schöner als unsere bebauung ist natürlich keine bebauung:)

leave the nature alone

landschaft: ingrid liebald

01Aug/98

008 grundschule

grundschule hanselmannstraße
milbertshofen am hart, münchen
wettbewerb [mit christiane abel]

ein kleiner schritt nur war das damals, und nicht so viel anders als der, den täglich in den kindergarten ich bis dahin tat. erheblichen aufhebens wurde ich bedacht, schultüte usw, ungewahr des übertretens dieser unsichtbaren grenze, des eintritts in eine arena die einen nie wieder wirklich entlässt. lernen fuer das leben. instutitionalisiert. 25 jahre lang. vielleicht ist dieser schritt, der erste durch die schultür, ein ebenso kleiner schritt nur, wie der armstrongs. unsere sporthalle war da drüben, da musste man dann den gang entlang, bis zur eingangshalle, dann rechts durch einen trakt der glaub’ ich der angeschlossenen hauptschule zugehörig war. zweibund. dann wieder rechts hinab. allein hätt ich da am anfang niemals hingefunden. aus dem haus, aus der klasse soll man treten können, und stehen duerfen alsgleich auf dem platz, der kommunikation & orientierung gewährleistet, der verfügbarkeit & sicherheit offeriert. am marktplatz hat man auch immer alles mögliche gemacht. heut’ parkt man den zu. gaukler gibt’s nunmehr nur noch im fernsehn & den wochenmarkt dafür taeglich, im supermarkt. die pausenhalle, als zentrum einer schule und natürlich als ort der identitätsbildung hat sich zu öffnen. nicht nur in der grossen pause.

18Jul/98

007 wohnhäuser / housing panzerwiese münchen

…natürlich gibt es keinen übergang zur panzerwiese, natürlich wird nicht aus verdichtetem wohnungsbau irgendwann, irgendwie heide. drum gibts eine mauer, die wo gut von boes trennt, oder so.

…und auch wenn dann der ganze bebauungsplan fuer die katze ist: so ein kamm, wo die tuerme droben drauf stehn, nicht wissend wo sie fussen, da gibt es dann keine differenzierten adressen, keine separierbatren segregationsfaehigen einzelbaukoerper. nur die kammstangerl.

…in siebzehn jahren, wenn das ganze grad nicht mal 8 jahre fertig ist, da will hier eh vielleicht schon garniemand oder ganz weranders, ganz wieanders wohnen. und dann sind die laeden aus den eg/1og maisonetten lang schon raus und wenn die fitnessgeschichte abebbt, dann sind da auch keine studios mehr drin. vielleicht irgendwelche werkstaetten. oder filmstudios, ohne film, ohne studio. going digital.

..und billig soll es sein, holz. in & vor. dem haus. das man nie weiss, wo schluss ist, mit dem innen, mit dem oeffentlichen, dem halboeffentlichgprivatgeschlossenem. interaction. &kontrolle. sorum & andersrum genauso.

konzeptioneller ideenwettbewerb :: panzerwiese münchen :: 449 wohneinheiten; gfz 1,3

18Jun/98

006 wochenendhaus / weekend cottage riedmoos

auf einem ländlichen grundstück sollte ein kostengünstiges ein-raum-haus mit koch- ess- und schlafmöglichkeit in selbst montier- und demontierbarer bauweise errichtet werden.

»gewächshaus«, ready-made serienprodukt. rahmenkonstruktion aluminium, eloxiert. verglasung: einfachverglasung esg 5mm, ca 50 % genörpelt / 50 % spiegelglas. fussbodenbelag=konstruktion: lkw-bodenplatten, brettschichtholz, phenolharzbeschichtet. fundament: punktfundament als fertigfundament, beton-gehwegplatten bis auf frosttiefe. baugrube: in handarbeit selbst erstellt. stromversorgung: 12 v photovoltaik. kochen: propangas. heizen: holzofen, gusseisen

[photo: monika ribbe, münchen]

lp 1-8
bauherr: privat
bruttogrundfläche: 9 m2
baukosten: ca 2.500,– €

19Dec/97

005 geschäfts-und bürogebäude am peterstor

Optimierungverfahren für die Errichtung eines Geschäfts- und Bürogebäudes mit Einbeziehung des ehemaligen Stadttorturms »Am Peterstor 3« Regensburg

Rahmenbedingungen eigeladenes Verfahren (Auer + Weber; Baumschlager Eberle; Behnisch & Partner; Kiessler + Partner; Peter Kulka)

das Grundstück ist Teil des ehemaligen Stadtgrabens, mit römischen Fundamenten der porta decumana,
ein, auf den römischen Fundamenten errichtetes Turmhaus (Biedermeier) ist als Baudenkmal eingetragen.

der Auslober und Grundstückseigner, Martin Scheuerer, Architekt, möchte auf dem Grundstück das Geschäfts- und Bürohaus für seine Bauplanungsgesellschaft »Tecton« errichten. Der Graben soll der Öffentlichkeit zugänglich sein und eine kulturelle Nutzung erfahren.

in der Auslobung werden 2 Möglichkeiten zur Disposition gestellt:

  1. Erhaltung + Sanierung des Biedermeierturmes (der auf dem römischen Fundament steht), Neubau im Graben (Nachteil: ein Teil des Grabens muss bebaut werden)
  2. Abriss des Biedermeierturmes und errichtung eines neuen Turmhauses über den römischen Fundamenten (Vorteil: Freihaltung des Grabens)

der Auslober weisst darauf hin, daß die Präferenz des Ausschusses für Stadtplanungeindeutig bei der »Turmlösung« liegt; ein Schreiben des Bayer. Landesamt für Denkmalpflege stellt keine grundsätlichen Zweifel an.

Entwurf Die Projektpartnerschaft Kiessler, Günther, Rieger entscheidet sich für den Erhalt des Biedermeierturmes und Errichtung eines 28 m hohen Turmes.

Das »kleine Hochhaus« besteht aus einem Schaft, der den Fußabdruck des Gebäudes im Graben minimiert und einem auskragenden Körper, der über 7 Geschosse Büro- und Geschäftsräume verteilt. Im renovierten Biedermeierturm befinden sich Läden, der Stadtgraben ist als Skulpturengarten öffentlich zugänglich.

Der monolithisch Schaft, der Aufzug, Treppe und Sanitärräume enthält, trägt einen offenen Glaskörper. Der Glaskörper ist über Betonhängesäulen vom tragenden Schaft abgehängt. Die raumhohe Verglasung der Büros, mit ensprechenden natürlichen Lüftungsmöglichkeiten transprotiert eine zeitgenössische Architektursprache, die sich deutlich von der Lochfassade des Biedermeierturmes absetzt. Nachts erleuchtet der Glasturm, einem Lampion gleich, die angrenzende Parkanlage, durch die man den Bahnhof erreicht. Die Dimension des neuen Hauses bezieht sich eher auf die ehemaligen Maße des Peterstores, denn auf die Dimension des Bestandes und setzt sich auch dadurch deutlich als neuer Orientierungspunkt im Stadtgefüge der Altstadt vom bestand ab. Eine Markierung, dieses historisch bedeutsamen städtebaulichen Ensembles, des ehemaligen Südtor des römischen Kastells »Castra Regina« (Porta decumana) wird mit zeitgenössischer Architektur erreicht.

Nachlese 14 Jahre nach der Auslobung des Gutachtens ist das Grundstück noch immer unbebaut. Die Baugenehmigung für den Büroturm verfiel 2001. Im Januar 2009 wurde das Grundstück am Peterstor versteigert: »Für 460.000 Euro ging das 627 qm große Grundstück an die Kreta Immobilien GmbH aus Hof. Der »Verkehrswert« des mit rund zwei Millionen Euro Schulden belasteten Grundstücks, das sich bislang in Besitz des Architekten M. Scheuerer befunden hatte, lag bei 296.886 Euro.« [quelle] Am 13. Juli 2006 hat die UNESCO das Ensemble »Altstadt Regensburg mit Stadtamhof» in die Welterbeliste aufgenommen. [quelle]

the commercial and residential building volumes project from a narrow communications and supply tower whose foundation is in an extension of the town moat, next to an existing biedermeier tower, wich leaves the moat free to be used as a sculpture garden. [from: kiessler + partner architekten, 2007, birkhäuser,basel, isbn 978-3764376277]

projektpartner: kiessler + partner, münchen; heike rieger, münchen
modellphoto: heike schollmeyer, münchen

18Apr/97

004 stadthalle / townhall peissenberg

bergbau: zum erliegen ist er gekommen.
obgleich noch 40 millionen tonnen kohle ruhen sollen, im hohen peissenberg.
weil anderswo mit geringerem aufwand gefoerdert werden kann.
und weil der hoehere transportaufwand irgendwie keine rolle mehr spielt.
abbau: 3.800 kg kohle je mann & schicht.
eine menge der unsere vorstellungskraft sich verweigert.
von der keinerlei spuren mehr zeugen als ein paar der zu ihrer verarbeitung und lagerung errichteten bauwerke.
umbau: zum luftschutzraum & salzlager.
jeweils wohl umnutzungen mit zwar zum teil erheblichem baulichem aufwand, jedoch ohne lesbarer baulicher markierung, definierung.
anbau: die der maschinenhalle angefuegten lagerhallen, ihrer funktion in format und situierung praezis rechnung tragend, benoetigen zu fragen ihre intendierte nutzung betreffend keinerlei erklaerung.
neubau: auf den laengst schon dem erdboden eingetrampelten spuren des kohleflusses dem buergerhaus sich naehernd, erklaeren transparenter windfang, opake kueche & geschlossene buehne alsgleich alle der baulichen huelle uebertragenen nutzungen.

[mit christiane abel, architektin, münchen]

20Jan/97

002a jugendherberge possenhofen

Grundgedanke
Ein horizontaler Raumkörper wird durchdrungen von vier vertikalen Elementen.
Die horizontale Basis beinhaltet sämtliche Gemeinschaftseinrichtungen. Offenheit und Durchlässigkeit nach außen und eine flexible Raumaufteilung im Inneren charakterisieren die einzelnen Funktionsbereiche.
Die vier Türme sind jeweils einem Schlafbereich zugeordnet. Sie sind nach Innen orientiert,, in sich gekehrt. Nach außen werden sie durch eine warme Haut aus Holzschindeln abgegrenzt. Der private Raum – in einer Jugendherberge der einzelne Schlafplatz – wird als kleinste Einheit an den einzeln zugeordneten Fensterklappen von außen ablesbar.

Lage
Das Gebäude schiebt sich als horizontale Stange in das abfallende Gelände hinein und betont die Richtung zum See. Durch die Längsorientierung wird die Einheit Seeufer – Bach – Hangkante nicht zerstückelt.
Der Grundcharakter des Ortes, das “Fließen zum See hin” bleibt erhalten.
Nördlich des Gebäudes befindet sich die Spiel- und Campingwiese. Sie bildet optisch eine Einheit mit dem Erholungsgelände, d.h. der ehemalige Schloßpark wird so wenig wie möglich weiter zerteilt. Die Sanitärräume für die Camper befinden sich an der schmalen Westseite des Gebäudes.
An der Südseite liegt der gepflasterte Hofraum mit Zugang von den Speisesälen und Tagesräumen. Er wird von dem in einem Aquädukt fließenden Bach nach Süden hin abgegrenzt und durch den Geländeeinschnitt exakt definiert.
Eine “Ausuferung” in Richtung des Wohnhauses der Herbergseltern und der Nachbarn wird verhindert.

Funktionen
Man betritt das Gebäude von der Nordseite her.
Die Erdgeschoßebene beinhaltet sämtliche gemeinschaftlich genutzte Aufenthalts- und Wirtschaftsräume: Eingangshalle, Tagesräume und – Speisesäle, Küchenbereich.
Das Erdgeschoß der Schlaftürme besteht jeweils zum Teil aus offenen Gemeinschaftsräumen, und einem geschlossenen Kernbereich.
Die Gemeinschaftsräume erhalten direktesTageslicht durch ein Fensterband an der Turm- nordseite und werden indirekt von den angrenzenden Bereichen belichtet. Die Treppenhäuser der Türme erhalten von oben Tageslicht.
Vom Treppenabsatz im Zwischengeschoß, bzw im ersten OG, gelangt man auf die begrünte Dachterrasse über dem Erdgeschoß. Hier wird die Holzschindelverkleidung der Türme haptisch erfahrbar.
Schlafräume, WC/Duschräume und Lehrerzimmer sind für jeweils eine Gruppe in einem Turm untergebracht. Die Schlafräume werden mit kombinierten Stockbett/Schrankelementen ausgestattet. Jeder Schlafplatz hat sein eigenes Fenster mit Schindelklappe.
[martina günther,]

 

 

 

typ                  jugendherberge
ort                  possenhofen am starnbergersee, gemeinde pöcking, landkreis starnberg
art                  wettbewerb, offen­
entwurf         martina günther
mit                 nausikaa hacker, bildhauerin, nicolas hein, architekt, münchen
kolloq            101096
abgabe           080197
modell           150197
preisgericht  11/120497
erfolg             ankauf

pläne              din a0, 2 blätter, grundrisse, schwarzplan 1:5000, lageplan 1:500, grundrisse,                    schnitte 1:200, fassadenschnitt 1:50
modell           1:500

modellbau     marcel hasberg

 

 

Begründung des Preisgerichtes:
Die Idee der Schlaftürme stellt einen originellen, zeichenhaften und damit erinnerungsstarken Beitrag zum Thema Jugendherberge dar.
Die Höhenvorgabe der Ausschreibung wird dabei bewußt verlassen.

Die Verschindelung der Schlaftürme trägt zu deren Integration in die Landschaft bei, ebenso wie das begrünte Flachdach.
ln Bezug auf das Schloß ist die Konzeption jedoch maßstäblich und bedeutungsmäßig überzogen.

Positiv ist die große zusammenhängende Freifläche im Norden., auf der der Zeltplatz untergebracht ist. Eine Beeinträchtigung durch Lärm ist für die Nachbarbebauung nicht zu erwarten.

Der Umgang mit Wasser und Topographie ist artifizell in die Architektur eingebunden. Die Erschließung über die Parkplätze und die Rampe kann nicht ganz überzeugen. Das Sockelgeschoß gewährleistet eine gute Beziehung zwischen Landschaft und Aufenthaltsbereichen. Durch die starre Konzeption ergibt sich eine Reihe von Unzulänglichkeiten. z.B. zu dunkle lnnenbereiche, Lärmbeeiträchtigung durch Mehrzweckraum usw.

Die Schlaftürme sind eine innovative und gute Grundlage für die Kommunikation von Klassen mit spannungsvollem Wechsel von Individualität (Koje ~ Lüftungsklappe) und Gruppen. Die Schlafplätze sind durch die enge Stellung der Türme allerdings von unterschiedlicher Qualität. Die begehbare Dachterrasse und die Wintergärten durchbrechen das introvertierte Konzept und
lassen dadurch Lärmbelästigungen befürchten.

Die Haupteingangssituation ist innen gut gelöst und erleichtert die Orientierung. Auch die Anlieferung und Anbindung der Küche ist in Ordnung. Die Erschließung der Tagesräume und des Behindertenbereichs ist teilweise umständlich. Der abgesonderte Wohnbereich der Herbergseltern ist gut gelöst. Baurechtlich bringen die Türme durch die offenen Treppenräume erhebliche Probleme (Brandschutz, Fluchtwege, Ausgang ins Freie). Das Verhältnis HNF/BRI liegt im oberen Berich. Die Konstruktion ist teilweise unklar. Das Raumprogramm ist erfüllt und teilweise überschritten (bis zu 20 %) .

19Jan/97

002b jugendherberge possenhofen

bäume wenige meter entfernt nur vom starnberger see, wenige meter entfernt nur von einem kleinen aber wohlbekannten schloss sind doch ebendiese beiden elemente entgegen den beim kartenstudium gewonnen geglaubten erkentnissen mitnichten vom grundstück auszumachen. jeder versuch, jede geste des inhaltes »ich sehe den see / das schloss aus / mit meinem gebäude!« könnte nur als zynische stellungnahmem zur stetig sinkenden lebenserwartung unserer laubbäume verstanden werden, würde allenfalls als leeres versprechen sich entlarven, als attitude dies gebäude der lächerlichkeit preisgeben.

jugend & herberge unsere haben wir gar häufig ebendort verbracht. allein oder zu zweit, unterwegs mit dem fahrrad, erst nach plattling und passau, später nach paris, oslo… teils mit der schulklasse.
aber die grossen schlafsäle, da stimmen wir unbedingt überein, waren irgendwie am spannendsten. waren das, woran wir uns erinnern am intensivsten. anall die stimmen & sprachen, und später am abend, wenn es dann doch irgendwann ruhiger wurde, an all die oleofaktorischen reize, socken & pupen, an all die vielen kleinen geräusche…
über unserem hof lässt sich ein transparentes dach aufblasen, wenn es schon wieder kälter wird abends.
die paravents vor unseren höhlen schieben wir zur seite. und versuchen abzuschätzen, wie lange das wasser was gurgelt in unserem hof wohl brauchen wird, bis es sich mit dem des starnberger sees vereinigt. und hoeren irgendwo auch noch einen schnarchen, wahrscheinlich wieder den frank.

lärm schräge schiebeelementenwände vermeiden nachhallzeiten sowohl im hof als auch in den schlafräumen. die hoforientierung vermeidet bald jegliche lärmemission in horizontaler richtung.

energie & komfort das nicht unerhebliche raumvolumen unseres entwurfes ist nicht in der lage über erstellungs- und unterhaltskosten ein urteil abgeben zu können. einen jahreszeitunabhängigen aufenthalt thermischen wohlbefindens herzustellen haben allein die hauptnutzflächen in der lagezu sein. die grosse erschliessungs- spiel- und verteilhalle dient den in ihr sich befindlichen räumen/boxen als wärmepuffer wie witterungsschutz.
in erübrigung von dichtung und dämmung sind diese einfachst konstruier- nutz- und demontierbar. die glashalle orientiert sich nach süden.

body & soul die entschieden divergierende aufenthaltsdauer, art und intensitaet der nutzung wie auch das zu erwartende nutzeralter bedingen die ebenso weite spreizung der artikulierung der wohnhüllen.

gliederung drei paralele stahlbetonscheiben öffnen ein baufeld, weisen einen tag- und einen nacht-und funktionsbereich aus. personalwohnbereiche sind nördlich ausgelagert.

matrial tag
halle: industrieller holzbau, verglast
boxen: holz, kunststoff, transluzent
räume: glastrennwände, vorhänge

material nacht
schalen: bootsbau, holz
dach: ptfe pneu
hof: lärchenrost über wasser & kies
paravents: glas / doppelstegplatten

jugendherberge possenhofen, gemeinde pöcking, landkreis starnberg
offener wettbewerb, engere wahl
[jan schabert mit christiane abel, architektin, münchen]

 

begründung des preisgerichtes:
Das mit sehr romantischen Vorstellungen vorgetragene erfreulich frische und unkonventionelle Konzept löste im Preisgericht lebhafte und kontroverse Diskussionen aus.

Es bleiben trotz des unbestritten starken emotionalen Gehalts im Räumlichen und damit Erlebnishaften viele grundsätzliche Fragen offen, wie:
– Ist die Behausung in Höhlen die richtige und auch von den. künftigen Bewohnern zu akzeptierende Antwort auf die Offenheit dieser Landschaft und der Eigenart ihres Klimas?
– Ist die Differenzierung zwischen Höhlenwohnen (auch für Gäste): Appartementwohnen in aufgeständerten Raumzellen, Elternwohnen im »normalen« Einfamilienhaus. Zeltwohnen auf dem Dach sozial akzeptabel?
– Führt die »Exklusivität« der Idee nicht auch zu einer Isolierung gegenüber der Öffentlichkeit?

Daneben treten solch »profane« Einwendungen eher zurück, wie:
– Flächenintensive Überbauung
– Tiefe Zufahrt ins Gelände mit umwegigem. rückläufigem Zugang von Osten
– Zelten über den Wohnhöhlen
– Witterungsschutz der Vorhöfe der Höhlen (die ja zugleich deren einziger Zugangsbereich sind)
– Sommerlicher Wärmeschutz der vollverglasten Gemeinschaftshalle
– Bewässerung der Wohnhöfe vor den Höhlen (Sommer, Winter, Geruch)
– Orientierung der Gemeinschaftsräume gegen die Umfasssungsmauer
– Baurecht und Sicherheitsaspekte

Bei aller Würdigung der Poesie und des Ideenreichtums- etwas mehr Realitätssinn hätte der Arbeit
gut angestanden!

 

 

18Mar/96

001 stadthalle/townhall lauf

WARUM IST DAS GEBÄUDE EINGEGRABEN?
Ein Ort mit landschaftlicher Prägung soll entstehen. Die zur Pegnitz hin abfallende Topographie wird mit dieser künstlichen Hangkante markiert. Der Blick zumMoritzberg schlägt eine ideelle Brücke in die Landschaft. Die Künstlichkeit der Dachlandschaft als Ausdruck heutiger Distanz zur Natur. Die ungewünschte Illumination der Stadthalle ermoeglicht es in diesem »Eingraben« einen lichtscheuen Raum mit einer lichtgeflutete Liege- & Spielwiese zu ueberlagern. Das Foyer, als Mittler zwischen Innen und Aussen bedient sich grosszügig seiner Südfassade.

WARUM STEHT DIE BIBLIOTHEK AUF DER WIESE?
Die Bibliothek ist Fernrohr, mitttels dem man in die Weite der mittelfränkischen Mittelgebirgslandschaft schauen kann.
Der Panoramnablick übersteigeigert den ansonsten immer weiter ins Abseits gedrängten Ort der Bücher; hier werden sie in üppiges Licht getaucht, ihrer Bedeutung als Medium des Lernens, als Quelle des Wissens zu entsprechen wird versucht.

WO PARKIEREN DIE AUTOMOBILE?
Die extrem hohen Erstellungskosten fürTiefgaragenplätze (40.000 DM / Platz) als auch die ökologischen Folgen einer Politik der unmittelbaren automobilen Erreichbarkeit eines jeden Ortes lassen uns im ausgehenden 20.Jahrhundert von diesemVerkehrskonzept Abstand nehmen. Die zwei Parkdecks entlang der Bahnlinie können desweiteren als Park & Ride Anlage genutzt werden. Nur noch ein Parkregal mit zehn Paletten ist für Bedürftige unmittelbarer Erreichbarkeit durch PKW im Gebäude installiert. 3 MINUTEN ZU FUß SPAREN 10 MILLIONEN.

WARUM VERBRAUCHT DAS GEBÄUDE KAUM ENERGIE?
Das Einhüllen des Baukörpers in Erdmassen erlaubt in Verbindung mit der voll aufgeglasten Südfassade des Foyers sowohl einen minimalen Heizwaermebedarf im Winter (geringer Transmissionswaermeverlust aufgrund relativ höherer Umgebungs=Erdreichtemperatur & solarer Energieeintrag) wie auch stark reduzierter Kuehllast im Sommer (Traegheit der Massen, Vollverschattung der Glasfassade). Die HL Technik operiert mit adiabatisch/sorptiver Luftmassenkonditionierung, zur Kühlung der Zuluft im Sommerfall kann darueberhinaus der Sonnenenergieeintrag in der Twin Face Fassade des Foyers herangezogen werden. Bei der Erstellung des Baus kommt es durch eine fehlende grossräumige Erdmassenbewegung zu weiteren Einsparungen, da das Gebäude im Anschluss an die Rohbauarbeiten wieder mit dem entstandenen Aushub umfüllt wird.

PASST DER ENTWURF INS STADTBILD VON LAUF?
Zur Kleinteiligkeit des intakten Stadtkerns wird ein zeitgemäßer Kontrast geschaffen.
EIN GESCHENK FÜR LAUF
EIN WOHNZIMMER FÜR LAUF
EINE AUSSICHTSTERASSE FÜR LAUF

LICHT Die Gebäudehülle schützt dort vor Licht, wo dies erwünscht nicht ist. Sie lässt Licht dort ein wo es in kontrollierter und konditionierter Weise brauchbar, erwünscht, oder gar erforderlich ist. LUFT Das Gebäude ist als Veranstaltungsort nicht ohne Luftkonditionierende Anlage zu realisieren. Der Saal ist mit Fussbodenquellbelüftung auszurüsten, die Absaugung der Fortluft erfolgt in Deckenniveau. Dem Foyer ermöglicht die Twin Face Fassade einen natuerlichen Luftwechsel. WÄRME In dem Eingraben des Gebäudes wird die eigentliche Fassadenfläche aus eine südorientierte Glasfassade reduziert, es entstehen (die Bibliothek ausser acht lassend) keine Nord / Ost / West orientierten Glas- / Fassadenflaechen, Waermeenergieverlustflächen.
Der Wärmeeintrag in das Foyer ist mit verstellbaren Lamellen zu kontrollieren. Die Bibliothek ist mit Schiebeelementen vor Blendung zu bewahren, flache Lichtschlitze an Ost- und Westfassade belichten die Leseplätze. KONSTRUKTION Stahlbetonmassivbau, die Foyerfassade ist innenseitig isolierverglast (TVG / ESG), die äussere Hülle bildet ein Einfachglas (ESG); Stahlkonstruktion, Holzlamelle. Die Bibliothek ist mit Brettschichtholzelementen bekleidet. Die Glasfassaden sind ebenfalls als Twin Face ausgebildet.

[mit jorgos rebouskos, architekt, münchen]

18Feb/96

000 architekturmuseum augsburg


für die erweiterung des schwäbischen architekturmuseums/augsburg waren ausstellungs- und lagerräume, zzgl einiger nebenräume gefordert. als weitgehend vorfabrizierrter aufgeständerter leichtbau vermeidet der entwurf weitestmöglich eingriffe für den bald 100 jahre alten obstgarten. die durchwegung vom altbau bis zur externen erschliessung erfolgt über einen steg, die rote lkw-planen-bespannte box enthält auf eingangslevel rezeption, verkauf & wc, die lagerflächen sind darunter befindlich. das ovalige strangprofil beinhaltet den ausstellungsraum.

schalenelemente honeycombsandwich aus nomex (weiss), aussenseitig transparent, innenseitig transluzent laminiert, direkte sonneneinstrahlung wird ausgeblendet winglets schwenkbarer sonnen- und blendschutz aus transluzentem abstandsgewebe, im geschlossenen zustand als zusätzliche wärmedämmung verglasung isolierverglaste schiebeelemente versorgungssteg energie- & wasseranschluss an bestand. verbindungssteg. gitterrrost aluminium quellüftung im ausstellungsbetrieb thermischer, im vortragsbetrieb mechanisch unterstützter betrieb mit zuschaltbarer heizung doppelboden mit unterschiedlicher belegung: a regenwassersack (hls) b stuhllager (zusammengeklappt) faltbare stellwände etc.; bsh tafeln auf bsh trägern hängebauch honeycombsandwich-schale, aufklappbar regenwasserspeicher stabilisierung des raumklimas, z.b. abkühlung der thermisch eingesaugten luft unter ausnutzung der nachtabkühlung. wahlweise mit innen-/aussenraum zusammenschaltbar. spülung wc. schilfbecken pflanzliche reinigung des brauchwassers, rückführung in den wasserkreislauf als sickerwasser.

architecture-museum augsburg, competition the extension of the swabian architecture museum, exhibition- and storage-spaces, are constructed as an low-invasive prefabricated system. translucent pneumatic membrane. water-beds as thermal storage in underbelly. natural ventilation. adjustable to climatic day/night, and summer/winter situations as well as exhibition requirements.

the design was aquired by the museum as part of its permanent collection.
der beitrag wurde in die ständige sammlung des museums als dauerleihgabe aufgenommen.