Category Archives: 06 kunst im öff. raum / art

01Dec/12

117 7 schafe + 7 wölfe

7 schafe + 7 wölfe
die schafe [paarhufer] machens uns hier vor, wie man ein knappes insuläres stück freiraum, dies rasenstück, diesen grünstreifen kurz mal nutzt bevor du weiterziehst deines weges. die wölfe, ihrerseits auch herdentriebig, folgen ihren paarhufigen anverwandten; oder umgekehrt; so genau weiss man das nicht. aber die schafe und wölfe folgen sich in straßen und an sog. plätze in/an denen wo du noch nie wen draussen rumlungern gesehen hast: sie rasten an genau den zwischenräumen wo sonst allenfalls zerzüchtetes dackel- & pudelzeugs desabends noch mal kurz hingeführt werden. und laden dich dort, destags und desnachts ein. dich als teil einer eben gerade nicht kategorisierbaren sorte von nutzern/innen des öffentlichen raums: nicht der coole gärtnerplatzler, nicht der endfertige hauptbahnhofler.

oder sie laden ebendie gerade doch ein. und wenn, dann am liebsten gleich beide. du setzt dich da rein und kannst den paarhufern zugucken und zuhören. zudenken auch. warum es immer nur diese lärmenden und fossile brennstoffe zu schadgasen wandelnden rasenbearbeitungsmaschinen gibt und wo der eingeschweisste lammbraten von neulich denn so hergekommen haben möge. die zeitung blättern, noch ne halbe aufmachen, das teil zur sonne drehn oder zum verschärften knutschen von einer allzu direkten einsehbarkeit wegdrehn. dann, die voll durchgelattete ausgediente lkw-plane als persenning runterlassen und eine nuit sauvage dort erleben. oder einfach nur weils ach so schifft die leber den rausch im trockenen rausfiltern lassen. um irgendwann von den fast vergessenen stimmen der paarhufer geweckt zu werden…

7 schafe aus fleisch, wolle & blut [richtige tiere halt]
zzgl. ein [richtiger] schäfer
und zaun

7 wölfe aus brettschichtholz
mit persenning aus lkw-plane
auf lenkrollen
mit [elektronischem] herdentrieb
und positionsortbarkeit
gemeinsam entwickelt und gefertigt mit
pfennigparade o.ä.
mit dabei sind auch futtertröge für schaf
[ergänzungsfuttermittel] und wolf [sz/az/tz/merkur/..]

ort
irgendwo an den orten mit den steilsten gefällen bzgl. der wirtschaftskraft der benutzer des öffentlichen raums. da, wo es gar nich klar ist ob du, mit deiner halben und ‘ner kippe, als cooler publicspacecowboy oder als trinkender looser gesehen wirst. diese in deiner wahrnehmung irgendwie allenfalls funktionalen unorte, transiträume und restplätze. dieser orte sieben, zwischen denen weitergezogen wird [vgl. 2] weidend und düngend.

Der Stadtrat hat im Dezember 2009 das Startsignal für das aktuelle Konzept „Freie Kunst im öffentlichen Raum“ gegeben. Nach den erfolgreich durchgeführten Projektreihen der vergangenen drei Jahre wird nun für das Jahr 2013 wieder ein öffentlicher Kunstwettbewerb ausgelobt. Projektanträge bis zu maximal € 10.000 (brutto) pro Einzelantrag können eingereicht werden. Für das Jahr 2013 stehen insgesamt € 50.000 zur Verfügung. Ziel ist es, durch temporäre Kunstinterventionen gewohnte Sichtweisen auf den öffentlichen Stadtraum kritisch zu hinterfragen und räumliche Kapazitäten und Qualitäten auszuloten. Künstlerische Erkundungen können dabei das Bewusstsein für öffentliches Leben in urbanen Räumen schärfen. Hinter der Themenstellung verbirgt sich der Anspruch, neue Zugänge im Umgang mit bekannten Münchner Orten – Plätzen – Räumen zu eröffnen. Dies können gesellschaftliche Räume an der Schnittstelle zum virtuellen Raum, sowie reale Plätze und Orte im Stadtgefüge sein. So stellt z.B. das Kunstareal München (Museums- und Galerienareal zwischen Königsplatz – Brienner Str. – Barer Str. – Theresienstr. – Luisenstr.) aktuell eine spannende Herausforderung auch für temporäre Kunstinstallationen dar.
wettbewerb kunst im öffentlichen raum: erkundungen: orte – plätze – räume

01Oct/09

GHP_01 lrz-garching [günther hacker panick]

Adas Kisten


I. Gedankengang
Ein schmaler Gang bildet den Zugang zur CAVE: ein »Geheimgang«, nicht sichtbar von Außen, nur erfahrbar im Durchschreiten, der objektivierende, distanzierende Blick von Außen ist  nicht möglich. Ein »Geburtskanal«, der sich weitet zur Visualisierung der Welt. Was auch immer in der CAVE visualisiert werden wird – es sind Modelle.
Das ist unser Ausgangspunkt.

Unser Ziel ist nicht, diesen Gang  zu schmücken oder ihn  in Frage zu stellen. Dieser Gang wird weder auf- noch abgewertet. Er ist ein Faktum, von dem wir ausgehen und mit dem wir umgehen. Wir gehen damit um als Bildhauer (oder zumindest auf eine bildhauerische Art und Weise), nicht als Informatiker oder Architekten. Das heißt wir gehen um mit Volumen, Masse und dem Material in seiner  Stofflichkeit, aus der sich eine bestimmte Oberfläche ergibt.
Der Innenraum des Ganges wird losgelöst von seiner Funktion, objektiviert, sein Volumen wird verfestigt und ans Tageslicht gebracht. Der Raum, der für den Betrachter nur im Hindurchgehen existiert, erscheint im  1:1 Modell als Körper im Außenraum und  ist  nun von Außen  zu betrachten.
Allerdings wird dieses Modell gedreht, wie im Computer einfach in eine andere Position gebracht, auf den Kopf gestellt und in Einzelteile zerteilt. Die ursprüngliche Anordnung dieser Einzelteile ist aufgehoben und gehorcht neuen Gesetzen. Aus dem funktionalen Volumen wird eine autonome Skulptur.
Die Skulptur ist die Materialisierung des Zuganges zu dem Ort, an dem Erwartung in Erfüllung gehen soll, in Erfüllung gegangen ist / nicht gegangen ist.

Sie ist Ada Lovelace gewidmet (1815-1852), die als Mitarbeiterin von Charles Babbage aufgrund ihrer schriftlichen Kommentare zur mechanischen Rechenmaschine »Analytical Engine«, in der sie einen Plan vorlegte zur Berechnung der Bernoulli-Zahlen, als die erste Programmiererin gilt.

II. Alles in immer kleinere Einheiten zerlegen – alles aus kleinen Einheiten aufbauen.
Und ganz wichtig: Der Perspektivwechsel!
Die meisten Dinge lassen sich von vielen Seiten aus betrachten und sehen jeweils  ganz anders aus: Winkel verschieben sich, aus Innenraum wird Außenraum, negativ wird positiv.
Abgesehen davon wollen wir einen Innenhof, der gegliedert wird, der einen Schwerpunkt erhält und ein Gesicht nach Außen hat. Die Skulptur schafft eine Verbindung von unten nach oben, vom Innenraum zum Außenraum, vom Institutsgelände zum Campus. Vom Straßenraum nordöstlich  des Gebäudes führt die Skulptur in den Innenhof.

Das nicht vorher gesehene
•    Der zeitliche Abstand
•    Der Perspektivwechsel
•    Der Status Quo
•    Der emotionale Abstand

Das virtuell so »leicht« Revidierbare
Wenn es da ist – da ist, wie es ist, wie es gemacht ist.

Der Wissenschaftler, was denkt er im Gang, auf dem Weg zur Arbeit ?

III. »Beziehungskiste«
Der Blick vom öffentlich zugänglichen Eingangsbereich des Instituts in den Innenhof und hinüber zur CAVE visualisiert auf subtile Art den möglichen Zugangsweg, fernab aller Leitsysteme im Altbau. Diese Ansicht lenkt die Aufmerksamkeit Richtung CAVE, auch wenn dem auswärtigen Besucher der konzeptuelle Zusammenhang nicht sofort klar sein wird. Bei den Nutzern des Gebäudes wird dieser Zusammenhang jedoch in einer Art mündlichen Historie fest verankert  und immer wieder kommuniziert werden.
Im Innenhof vermittelt die Skulptur in ihren Dimensionen zwischen der  Körpergröße des Betrachters und der  Architektur.  Das Spiel mit der subtilen Abweichung von der Senkrechten und der Waagrechten,  mit unterschiedlichen Höhen,  Drehungen, Winkeln wird  eine  eigene Wirkung  im Innenhof entfalten. »Deckel« (am kleinen Lichthof) und »Kiste« beziehen sich durch gleiche Grundflächen aufeinander.
Der Farbkontrast zur orange-roten Wand des Hörsaaltraktes und der Oberflächenkontrast zur filigran gestalteten Sichtbetonoberfläche der CAVE, baut auch in den Oberflächen eine spannende Beziehung auf.
Ganz anders, als aus dem Innenhof ist der Blick aus den oberen Etagen: Hier wird  deutlich, dass der von unten so hermetisch erscheinende Block doch auch wieder nur ein Hohlraum ist. Ein Innenraum  umgrenzt von einer Mauer. Wer baut das Modell dieses Raumes?

IV.  Material und Herstellungsprozess
Die Skulptur besteht aus 4 Einzelteilen. Sie werden vor Ort verklebt aus Blöcken von Basaltlava. Das Material »Basaltlava« nimmt in Erscheinung und Entstehung Bezug auf den zur Isolierung der CAVE und des Zuganges verwendeten Glasschaum. Basaltlava ist  ein (in der optischen Erscheinung der Oberfläche) natürliches Äquivalent des durch Aufschäumen von Glas mit CO2 hergestellten Werkstoffes Glasschaum. Sowohl die Farbe, als auch  die durch unzählige Gasbläschen gebildeten Poren stellen eine  Korrespondenz der beiden Materialien her. Das Fugenbild nimmt in jedem Einzelteil der Skulptur Bezug auf ihre geometrische Herleitung, verstärkt das Spiel mit den  schiefen Winkeln und bringt die Strenge der Geometrie ins Wanken.

Kunstwettbewerb
Bayerische Akademie der Wissenschaften
Erweiterung des Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) zum Zentrum für Supercomputing (ZfS)

[lageplan]

[schnitt-ansicht süd]

[schnitt-ansicht west]

Verfasser
Günther Hacker Panick (ex open system(s))

Martina Günther, Architekin Stadtplanerin
Nausikaa Hacker, Bildhauerin
Ulrich Panick, Bildhauer

Seit 1997 arbeiten wir als interdisziplinäre Gruppe von (zunächst drei, seit 2010 zwei) bildenden Künstlern und einer Architektin an Projekten für den öffentlichen Raum.

18Mar/07

074 landmark wales

two monuments for wales:
the first on the outskrits of the coal-mining-town: merthyr tydfil. now dismantled and left alone, nothing much left to remind you of its past. the latter right on the border to its beloved neighbour england, something between a national animal and a fence

merthyr junction, merthyr tydfil
was there a mining past to merthyr? tell me about it. remind me where i am coming from. tell me story. tell me tale. how black was my valley?

the roundabout is around what merthyr was about. mining. a sloped exvacation ±10 meters deep. matte black minerals. absorbing light and curiosity. reflecting heritage and memory

monmouth, border to england
…you see that?
do i see what, darling?
them strange red pins comin’ down that hill there…
i see ‘em, darling, i see ‘em…
ya what are these …think we have to stop?

no, darling, certailnly not.
maybe we’re getting into wales soon…
…see, i’ve told you: wales, and no need t…
…wales, wales, i am not asking you about wales! what is that thing?
to me… i don’t know… maybe some kind of a fence…
… a fence? a fence for what?
well, having said th..
… a fence. how ridicoulous is that,…


later that drive
…you see that?
do i see what, darling?
…you blind? that enormous red thing comin’ out of the woods there, that reptile, that dra…

23 to 37 red painted timber pins, drilled concrete foundation, light machinery only one m50/a40 traverse, glassfiber, prefabricated, concrete foundation

18Mar/06

061 tsunami memorial bygdøy

the untameable nature, its uncalculable, unpredictable, interventions: unpredictable it floats in the flood, uncalculable it submarines during ebbs, it comes and goes, making a void into the ocean, softening, taming the surface:

a inflating/flooding rubber-pneu, elasticly anchored to the ground, controlled by nature, by tidals, by waves, by sun, by temperature, by wind, by sound; ±5 m diameter, ±20 m offshore

tsunami disaster dec 26th 2004 memorial site bygdøy peninsula, oslo, norway

[Open, International Competition for Project Ideas; Memorial site in Norway for the victims of the tsunami disaster Dec 26th 2004; The National Foundation for Art in Public Buildings, Norway, (Utsmykkingsfondet for offentlige bygg) hereby invites artists working within the fields of visual art, arts and craft, architecture, landscaping and other visual expressions designers, to participate in an open, international competition for project ideas. In the wake of the tsunami disaster in South East Asia on 26th December 2004, the Norwegian Government has put The National Foundation for Art in Public Buildings in charge of a memorial site in Norway to honour the victims. The Foundation has appointed a Committee, whose task is to plan the project and put it into effect. The Memorial Site is to be open and inclusive to all people – independent of nationality or religion. The purpose of the site is to be a space for mourning and contemplation for those who have experienced dramatic events in their lives. The memorial site is to be an art/architectural project. It will be located somewhere on the Western shoreline of the Bygdøy peninsular in Oslo, Norway, and it is to be visible from both land and sea. This area, with its beach and its varied topography, is used all year round for outdoor activities. There will be no nameplate at the memorial site. source: Utsmykkingsfondet for offentlige bygg, Oslo, Norway]

01Mar/01

028 objects de plaisir

ein object de plaisir. aha. wunderbar. klar. verstehe.

und auch wenn zu erkennen du glaubst, was das ist, wenn assoziationen dir evociert werden, was ist das dann was du erkannt zu haben glaubst, questcequecest wasistdaswasdasist?

nicht fisch nicht fleisch. kostüm oder identität oder inhalt oder oberfläche. halt! stop! was machen sie denn da! ich glaub die sind tot, stephan.

vielleicht hat didaktik auch etwas mit haptik zu tun

keine ahnung woher die kommen. waren die eigentlich schon immer da? weiss nicht, aber warum sind die ausgerechnet hier? neulich nachts hab ich welche an der glonn gesehn… they live by night

und du kannst natürlich deine eigene haltung zu uns haben. oben hocken, sitzen oder quer. drinliegen. oder bäuchlings. zweifach rechtwinklig abgeknickt sitzt du ja schon in der schulbank. nutzungsindterminierte verortungen, liegestuhl, knutschkugel, diskussionsforum, wasweissich

 

 

pur-integralschaum, ein formgeschäumter, eine dicke bläschenfreie haut ausbildender, monocoque. sein metallernes rückgrat eingeschäumt, schwarzes gummi, lack, leder, plaisir, warm, zäh, weich, hart…

wieviele und wo wird vor ort abzustimmen sein mit den herren architekten, mit der freiraumgestaltung. grüppchen und gruppen und cluster und loner. am liebsten die objects de plaisir ihren platz sich selber suchen lassen, den entstehenden bewegungsachsen und aufenthaltsbereichen zu seite stehen, diese betonen, bedeuten

it’s just the beauty of the ride
und
das was du siehst ist mitnichten das was du bekommst
ist es nie!

gymnasium markt indersdorf
wettbewerb kunst am bau